Israel kündigt Besteuerung von Kryptowährungen an

Quelle: Israeli Money via Shutterstock

Israel kündigt Besteuerung von Kryptowährungen an

Die ITA, die Steuerbehörde Israels, hat am gestrigen Montag in einem Rundschreiben angekündigt, wie Gewinne aus dem Handel mit Kryptowährungen steuerlich behandelt werden sollen. Bitcoin & Co. sollen künftig nicht als Währungen, sondern wie Vermögenswerte besteuert werden. Für Privatpersonen fallen in Israel somit maximal 25 % und für Unternehmen im Höchstfall 47 % Einkommenssteuern an.

In einem aktualisierten Rundschreiben kündigte die Israeli Tax Authority (ITA) gestern an, dass der Handel mit Kryptowährungen der Einkommenssteuer unterliegt. In den vergangenen Monaten gab es dazu von verschiedenen Behörden schon mehrere Ankündigungen, die in die gleiche Richtung tendierten. Anleger werden zudem angewiesen, den Finanzbehörden innerhalb von 30 Tagen ihre Bestände bei den Online-Handelsplattformen mitzuteilen und die sich daraus resultierende Steuervorauszahlungen in die Wege zu leiten. In der ersten Fassung des Rundschreibens war die Einschätzung genau umgekehrt und somit hatte man geplant, Bitcoin & Co. wie den Handel mit anderen Devisen steuerlich zu behandeln. Bisher ist unklar, warum man diese Entscheidung revidiert hat. Auf jeden Fall wird dies zu erheblichen Mehreinnahmen führen, weil in Israel Gewinne aus dem Devisenhandel von der Einkommenssteuer befreit sind.

Besteuerung von Kryptowährungen wird kritisch betrachtet

Die steuerliche Behandlung von Kryptowährungen wurde in Branchenkreisen teils sehr kritisch beurteilt. Wie das News-Portal Haaretz berichtet, kann Shahar Strauss, ein Steueranwalt aus Tel Aviv, die Entscheidung nicht nachvollziehen. Dabei würden „wirtschaftliche Realitäten ignoriert“. Laut der ITA würden esoterische Währungen einiger pazifischer Inseln, die in Israel gar nicht genutzt werden können, als Devisen angesehen, womit der Handel von der Einkommenssteuer befreit ist. Investitionen in digitale Währungen seien durch die Entscheidung hingegen stark erschwert bis unmöglich. Einige seiner Mandanten bei der Kanzlei Ziv Sharon & Co. haben letztes Jahr kleinere Beträge in den Bitcoin investiert, der zwischenzeitlich sehr viel wert war. Das gestrige Rundschreiben bedeutet für seine Mandanten Steuernachzahlungen in großer Höhe, so Strauss.

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