Investorentag Kryptowährungen 2018 Teil 3

Heute findet in Berlin der Investorentag Kryptowährungen von BTC-ECHO statt. Wir halten euch während der Veranstaltung auf dem Laufenden und berichten live nach den einzelnen Sessions.

Die dritte Session startete mit einem Panel zum Themenblock Mining. Die übergeordnete Fragestellung war dabei, wie effizient Mining noch ist – sowohl ökonomisch als auch ökologisch. Die Runde war sich grundsätzlich einig, dass Mining einen extrem hohen, beinahe zu hohen  Energieverbrauch beansprucht. Für die Zukunft müsse eine Lösung gefunden werden, die weniger energieintensiv ist. Der leidenschaftliche Miner Rainer Jakob sieht das Problem jedoch auch bei der Stromversorgung generell und nicht beim Mining. So müsse mehr Anstrengung unternommen werden, um Energie dorthin zu lenken, wo diese benötigt würde. Jakob sieht Chancen auf Lösungen durch technologischen Fortschritt. Grafikkarten entwickeln sich weiter und werden somit auch energieeffizienter.



Michael Mertens von der Cryptotec AG stellt klar, dass die Größe des Netzwerks nicht mit einem wachsenden Stromverbrauch einhergeht. Er differenziert zudem zwischen Use-Cases. Als universelles Zahlungsmitttel ist ein auf dem Proof-of Work Algorithmus basierender Bitcoin nicht möglich.

Rainer Jakob sieht jedoch auch im Proof-of-Stake-Mechanismus keine valide Alternative zum auf Mining basierenden POW, da der Validierungsmechanismus des Netzwerkes die Arbeit der Miner bedinge. Seiner Meinung nach ist Mining auch jetzt noch ökonomisch profitabel, wenn man es technisch richtig anstellt. Beim Mining werde auf längere Zeit geplant, während Direktinvestments nur auf das Ausnutzen der Volatilität abzielen.

Laut Jakob ist Cloudmining keine Alternative, da man nicht im Besitz der Hardware ist und – wenn überhaupt – nur geringe Profite einfährt. Eine Alternative zum Cloudmining bietet Cointed. Die Österreicher verkaufen Mining Hardware, Kunden können diese jedoch gegen eine Gebühr von Cointed betreiben lassen. Dabei nutzt Cointed erneuerbare Energien als Quellen für sein Mining.

Obwohl im Verlauf der Veranstaltung bereits viel über Regulierung gesprochen wurde, widmete sich der nächste Vortrag ausschließlich diesem Thema. Dazu sprach Dr. Nina Siedler über die rechtlichen Rahmenbedingungen und regulatorischen Ansätze in Bezug auf Kryptowährungen. Dabei erkennt sie im Laufe des Jahres 2017 einen Paradigmenwechsel in der Bewertung der rechtlichen Einordnung von Krypto-Assets. Galt in Deutschland lange Zeit der Grundsatz „Substance over Form“, bei dem zwischen Kryptowährungen, Utility-Token und Wertpapieren unterschieden wurde, hat sich inzwischen im Rahmen von MIFID der Europäische Wertpapierbegriff durchgesetzt, wonach Kryptowährungen in den meisten Fällen äquivalent zu Wertpapieren behandelt werden.

Für Brickblock war Gonzalo Sanchez als Speaker zugegen, der eine kurze Einführung in das Konzept der Tokenisierung von Assets gab – dem Geschäftsbereich von Brickblock. Tokenisierung erlaubt Teilbeteiligungen und das Investieren von kleinen Beträgen in wertvolle Assets wie Immobilien oder ETFs. Für das Investment wird der Nutzer mit einem Proof-of-Asset-Token (POA) ausgestattet. Besonders für Investoren aus kleineren und ärmeren Ländern, wo der Zugang zu qualitätiv hochwertigen Assets nicht in dem Rahmen gegeben ist, kann diese Blockchain-Lösung neue Möglichkeiten eröffnen. Die Art und Weise, wie investiert werden kann, könnte sich durch Tokenisierung in der Zukunft sehr verändern.

Abschließend stellte Fabian Gompf von Parity verschiedene Geschäftsmodelle vor, bei denen Token Verwendung finden. So unterscheidet er zwischen Asset-Token, Utility-Token – die seiner Einschätzung zufolge den Großteil der aktuell gehandelten Token ausmachen – Work-Token und Hybriden Formen. Auch innerhalb der Token-Klassen müssen verschiedene Business-Modelle, unterschiedliche Use Cases und Ziele differenziert werden. Einen entscheidenden Unterschied zwischen dem Erwerb von Token und klassischen Venture Capital Aktivitäten sieht Gompf darin, dass Investieren in Token eher als Value Adding entspricht, da der Investor durch die Beteiligung am Netzwerk ein ganz anderes Incentive erwirbt, als bei einem klassischen Rent Seeking Modell.

Im Anschluss an den letzten Vortrag kamen noch einmal alle Experten zu einer Fragerunde zusammen. Moderator Sven Wagenknecht stellte Dominik Schiener von IOTA ein paar Fragen zu seiner Einschätzung der momentanen Lage. So glaubt Schiener, ähnlich wie die Panel-Teilnehmer vorher, dass wir uns in einer Blase befinden und dass Kryptowährungen bloß Assets sind und keine Währungen. Die meisten ICO-Projekte machen aus seiner Sicht keinen Sinn, da Utility-Token in der Regel nicht für den ihnen zugesprochenen Use Case verwendet werden, sondern als reines Spekulationsobjekt.

Auch zum Thema Regulierung hat er eine klare Meinung. So fordert er mehr Regulierung an den Märkten, da eine klare Regulierung sowohl Issuern als auch Token Holdern Sicherheit gibt.

Außerdem stellte Hendrik Hey von Welt der Wunder die Neuaufstellung seines Unternehmens auf der Blockchain vor – inklusive des ICOs, der für dieses Jahr geplant ist. Anschließend gab es für alle Gäste die Möglichkeit, ihre Fragen an die Experten zu richten. Ein kurzes Schlusswort sprach BTC-ECHO-Chefredakteur Sven Wagenknecht.

BTC-ECHO

Über Tobias Schmidt

Tobias SchmidtTobias Schmidt ist seit August 2017 als Redakteur im Team von BTC-ECHO tätig. Sein Studium hat er im Fach Politik und Wirtschaft an der Universität Münster mit dem Bachelor abgeschlossen und war während seines Studiums zudem am Lehrstuhl als studentische Hilfskraft tätig. Darüber hinaus sammelte er berufliche Erfahrungen in der parlamentarischen Arbeit und in der strategischen Kommunikation, bevor er in das journalistische Fach wechselte. Seit 2017 widmet er sich der Blockchain-Technologie, wobei er sich insbesondere auf die vielen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft fokussiert.

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