Innovation durch Blockchain im Vereinigten Königreich

Innovation durch Blockchain im Vereinigten Königreich

Das Vereinigte Königreich befasst sich immer eingehender mit der Blockchain-Technologie und ihrem Potential für Innovation. Zwei kürzlich veröffentlichte Berichte weisen auf mögliche Vorzüge der Technologie hin. So soll vor allem die Kommunikation zwischen Regierung und Bürgern verbessert werden.

Die Blockchain-Technologie und ihr Potential zu Innovation und Verbesserung der Infrastruktur steht im Mittelpunkt der kürzlich veröffentlichten Berichte. So hat das House of Lords in ihrem Bericht „The Future of public service identity: blockchain“ vor allem darauf hingewiesen, dass die Technologie die Kommunikation und das Vertrauensverhältnis zwischen der Regierung und den Bürgern verändern könne.

Im Bericht betonen die Initiatoren, dass die Blockchain-Technologie Projekte rund um das Thema digitale Identität deutlich sicherer machen kann. Dabei haben sie vier vorhandene Systeme miteinander verglichen.

Vier Arten, Identität zu managen

Dabei sind sie zum Schluss gekommen, dass der zentralisierte Ansatz am wenigsten Kontrolle durch den Nutzer verspricht. Bei diesem Ansatz hat eine einzelne Entität die Kontrolle über die digitale Identität.

Ein zweiter Ansatz ist der „föderierte“ Ansatz. Dabei kontrollieren mehrere miteinander verbundene Instanzen Identitäten. Dieses Model wird von gov.uk momentan verwendet.

Bei dem user-zentrierten Ansatz, wie er von der estnischen Regierung verwendet wird, können Individuen oder Administratoren Identität über verschiedene Autoritäten hinweg kontrollieren.

Die Verwendung von Blockchain würde es Regierungen nun erlauben, einen komplett selbstverwalteten Ansatz für digitale Identität zu verfolgen. Darin könnten individuelle Nutzer ihre Identität zentral kontrollieren und gleichzeitig bei verschiedenen Autoritäten und Instanzen abgleichen, ohne die Kontrolle darüber zu verlieren.

Dahingehend könnte man alle involvierten Prozesse dezentral organisieren, wodurch man vor allem leichter Daten abgleichen kann. So kann es gerade Personen, die sich öfter an verschiedenen Orten aufhalten, erspart bleiben, die immer gleichen Prozesse zur Bestätigung ihrer Daten durchlaufen zu müssen. Gleichzeitig bleiben die Daten sicher.

Die Regierung, die die Technologie verwendet, kann alle Regeln bzw. Gesetze in Smart Contracts festhalten. Diese werden dann jedes Mal von allein augeführt – eine hohe Ersparnis von bürokratischem Aufwand. Die Identifizierung läuft dann einfach per Smartphone-App ab.

Mehr Innovation durch Blockchain

Ein Bericht von Lord Christopher Holmes weist vor allem auf die Implikationen der Technologie hin, die die Infrastruktur des Landes verbessern kann. Im Bericht werden gerade die Vorteile im öffentlichen Sektor hervorgehoben. Hierzu zählt die dezentrale Organisation von Versicherungen, Grenzkontrolle, Besteuerung und Gesundheitswesen.

Unter anderem wird im Bericht die Erstellung von abteilungsübergreifenden Initiativen in öffentlichen Diensten empfohlen. Es wird vorgeschlagen, Pilotprojekte zu starten. Außerdem solle man eine unabhängige Organisation gründen, die sich um den benötigten versicherungsrelevanten und technischen Support kümmern kann.

“Mit der richtigen Mischung an Führungskraft, Kollaboration und fachmännischer Anleitung hilft uns die Technologie sowohl im privaten als auch öffentlichen Sektor weiter. Indem wir die Fragmentierung von Daten reduzieren können und im gleichen Moment die Rückverfolgung der Daten garantieren als auch die jeweiligen Zuständigkeiten identifizieren können, verspricht uns die Distributed-Ledger-Technologie Kosteneinsparungen und ein Gewinn an Effizienz – genug, um weitläufige Einflüsse zu garantieren”,

erklärt Lord Christopher Holmes, einer der Autoren des Reports.

Von den möglichen Vorteilen abgesehen, hat der Report auch auf die Risiken, die mit der Technologie verbunden sind, hingewiesen. Vor allem sei sie noch nicht ganz ausgereift – was sich immer wieder bei Problemen mit ICOs äußere.

Wie man sieht, beschäftigt man sich im Vereinigten Königreich nicht nur im Finanz-Sektor mit der Blockchchain-Technologie. So erörterten sie neben Lösungen im Identitätsmanagement auch Lösungen im Gesundheits- und Rechtswesen.

Auch die Idee, digitale Identität mit Hilfe der Blockchain-Technologie zu organisieren, kam bereits an anderen Stellen zu Tage. Ein ähnlicher Vorschlag wurde erst kürzlich in Kanada geäußert. Früher im Jahr hat man zudem in Finnland darüber nachgedacht, ein Identitätsmanagement für Flüchtlinge zu entwickeln.

BTC-ECHO

Über Phillip Horch

Phillip HorchPhillip Horch ist Chef vom Dienst von BTC-ECHO und für die Strukturierung und Planung der redaktionellen Inhalte verantwortlich. Er sammelte während des Studiums mehrjährige Redaktionserfahrung und war danach als freiberuflicher Journalist tätig, bevor er im Januar 2018 begann, als Redakteur bei BTC-ECHO zu arbeiten. Phillip hat einen Master in Literatur-, Kunst- und Medienwissenschaften, für den er an der Uni Konstanz und an der Universidad de Valparaíso studierte.

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