Initial Coin Offering (ICO) – A New Way of Corporate Financing

Quelle: Astratum

Initial Coin Offering (ICO) – A New Way of Corporate Financing

Am Abend des 31.08. fand in Berlin ein Meetup mit dem Thema „Initial Coin Offering (ICO) – A New Way of Corporate Financing“ statt - BTC-ECHO war vor Ort.

Astratum, welche schon zuvor ein Meetup organisierten, hatten mit Unterstützung des Innovationsforums Blockchain und des Blockchain-Bundesverbandes ein Meetup veranstaltet, welches einen Blick auf den regulatorischen Rahmen von ICOs warf.

Eröffnet wurde das Event von Sven Laepple, der zunächst eine grundsätzliche Einführung in die Thematik des Abends gab. So erklärte er die Funktion eines Token: Neben Wertaufbewahrung und Investmentoption erfüllt ein zunehmender Anteil an Kryptowährungen, besonders auf Ethereum basierende Token, in erster Linie die Funktion als Zahlungsmittel innerhalb einer Plattform, sozusagen als Treibstoff eines Projektes. Ein ICO dient daher auch dem Fundraising der ausgebenden Unternehmen, welches sein Blockchain-Projekt mit den Einnahmen aus diesem finanzieren kann. Zudem sei es charakteristisch für einen ICO, sich an potentielle Investoren zu richten, die bereits Krypto-Nutzer sind, da diese über Erfahrung am Krypto-Markt verfügen. Dazu passt, dass im Rahmen eines ICO der neue Token in der Regel im Tausch für andere, klassische Token (Bitcoin, Ether) angeboten wird. Sven erwähnte auch die Schwierigkeit der Massen, ohne weiteres ins Krypto-Geschäft einsteigen zu können. Man stelle sich nur mal vor, wie stark die Marktkapitalisierung von Krypto ansteigen würde, sollten diese Hürden fallen.

Dieser Fragestellung widmete sich auch der erste Vortrag des Abends von Nikita Fuchs mit dem Titel „Bringing the masses to ICO“. Kurz und prägnant stellte er die Probleme für potentielle Neuinvestoren (hohe Preisschwankungen, Verfügbarkeit, Lagerung) dar und ging vor allem auf eine Einstiegsbarriere ein: Die Registrierung in einem Exchange unter Beachtung der KYC- und AML-Regulationen ist für viele unglaublich abschreckend. Da über genannte Regulationen eine Anonymität ohnehin nicht mehr gegeben ist, regte Nikita an, Systeme zu entwickeln, die einen Kauf von Kryptowährungen direkt mit Kreditkarte ermöglichen und vereinfachen.

Der nächste Vortrag drehte sich um das Thema „Venture Financing in a decentralized world“. Sprecher war Alexander Lange von Early Bird Capital. Dabei sprach er zunächst von den Nachteilen bei klassischer Risikofinanzierung und den Schwierigkeiten, welchen sich Gründer gegenübergestellt sehen. Dazu zählen etwa der Zeitaufwand, der Zugang zu Finanzmitteln und das Risiko, falsch zu investieren. Darüber hinaus schauen etwaige Geldgeber eher auf das kurzfristige Potential des Projektes, weshalb auch eine gute Idee mit einem stringenten Konzept dahinter nicht automatisch zu einer gelungenen Gründung führt. Stattdessen würde diese Art des Investierens eher Monopolbildungen fördern und bei Anlegern beliebter Konzerne (Facebook, Google) eine immense Machtkonzentration bescheren.

Dagegen steht der Aufstieg der Kryptowährungen, welche im Vergleich zu klassischen Finanzprodukten die Vorteile einer hohen Liquidität und einer universellen Zugänglichkeit haben. Darüber hinaus unterliegen viele von ihnen in der Form von Smart Contracts einer ganz eigenen, von Richtersprüchen unabhängigen Rechtssicherheit. Probleme sieht der Vortragende jedoch in der zu schnell geschehenden Kapitalisierung im Rahmen eines ICO sowie in der uneinheitlichen Regulierung.

Ist das klassische Venture Capital Modell durch das Aufkommen von Kryptowährungen also obsolet? Die jüngste Entwicklung zeige eher das Entstehen einer hybriden Struktur, in der auch traditionelle und institutionalisierte Investoren am Krypto-Markt aktiv sind und Token andersherum nicht nur durch Mining und an Krypto-Börsen, sondern auch in Fonds oder durch traditionelle Finanzmarktteilnehmer erhältlich sind.

Die rechtliche Situation von Token in Deutschland wurde in einem Vortrag von Arnab Naskar und Dr. Nina-Luisa Siedler unter dem Titel „Self Regulation and German Legal Perspektive“ diskutiert. Dabei gingen die Vortragenden sehr detailreich in Themen der Rechtsprechung auf. Rechtliche Dimensionen, die in Bezug auf Kryptowährungen zu beachten wären, sind unter anderem Sicherheit, Datenschutz, Finanzaufsicht und Verbraucherschutz. Problematisch wird eine genaue rechtliche Einordnung von Kryptowährungen: Per definitionem sind sie nicht durch Zentralbanken oder Fiat-Währungen gebunden, werden jedoch von Nutzern und Händlern als Zahlungsmittel und Mittel zur Wertaufbewahrung akzeptiert.

Es gibt für Kryptowährungen keinen übergeordneten Rechtsrahmen, jedes Land hat seine eigene – oder gar keine – Rechtssicherheit für Token. Für einen sich anbahnenden ICO ist es daher wichtig zu beachten, in welchem Rechtsraum der Token angeboten wird, da dieser für die juristische Behandlung ausschlaggebend ist.

Seitens Arnab Naskar wurde die Idee einer Selbstregulierung im Krypto-Bereich angeregt. Dazu würde ein Code of Conduct für ICOs, eigene Rating Agenturen, Dialog und Selbstreflektion vorgeschlagen werden, um transparente dezentrale Selbstregulierung zu ermöglichen.

Im Anschluss stellten zwei Vertreter von Startups ihre jeweiligen ICO-Pläne vor. Winding Tree plant den Launch ihres LifToken, Ethfinex möchte als dezentrale Börse fungieren.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine kurze Panel-Diskusion, bei der die Zuschauer miteingebunden wurden. Eine aktive Beteiligung des krypto-affinen Publikums rundete die Abendveranstaltung ab.

Insgesamt war es ein lohnenswerter Abend, der insbesondere einen rechtlichen Blick auf die sich entwickelnde Token Economy warf. Gerade Unternehmen, welche über diese Art der Finanzierung nachdenken, werden sich mit dem regulatorischen Rahmen vertraut machen; Veranstaltungen wie diese können dazu beitragen, dass Interessierte hinsichtlich dieser Fragestellungen sensibilisiert werden. Das wird umgekehrt auch dazu führen, dass die Token Economy, das dezentrale Investment über ICOs, vom Beigeschmack des “Get rich quick”-Eindruckes befreit wird.

Für Interessierte wurde ein Mitschnitt des Events angefertigt:

Initial Coin Offerings (ICO) – A New Way of Corporate Financing [LIVE]

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