Indien: Zehntausende Anleger müssen Steuern nachzahlen

Lars Sobiraj

von Lars Sobiraj

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Lars Sobiraj

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Außerdem bringt Lars Sobiraj seit 2014 an der Kölner Hochschule Fresenius Studenten für Sustainable Marketing & Leadership (M.A.) den Umgang mit dem Internet und sozialen Netzwerken bei.

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Indien

Quelle: https://www.shutterstock.com/de/image-photo/indian-man-accountant-person-filing-income-479718355?src=a4rnClk_7xBQl5cVgimanw-1-7

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In den letzten Tagen wurden von den indischen Finanzämtern zehntausende Fragebögen an die Anleger von Kryptowährungen verschickt. Die meisten Empfänger haben diesbezüglich keine Einkommenssteuer entrichtet. In Indien wurden in den letzten 17 Monaten laut einer aktuellen Erhebung Transaktionen in einer Höhe von 3,5 Milliarden US-Dollar getätigt.

Ein Sprecher des indischen Finanzamtes sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, man habe die Daten von neun Online-Handelsplätzen ausgewertet und nehme an, dass vor allem private Anleger, Juweliere und andere Vermögende in den Bitcoin und andere Kryptowährungen investiert haben. Im Vorfeld hatte die indische Regierung wiederholt vor den überzogenen Gewinnversprechungen mancher Anbieter gewarnt und glaubt, dass landesweit ein regelrechtes Schneeballsystem hinter der Vermarktung stecke. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass in Indien jeden Monat weitere 200.000 Anleger hinzukommen. Aman Kalra vom indischen Handelsplatz coinsecure weist diese Vorwürfe scharf zurück. Man tue nichts Illegales und es gebe den Behörden auch keinen Anlass dafür, ihr Vorhaben als Schneeballsystem zu bezeichnen, so der Marketing-Mitarbeiter des Unternehmens.

In den Fragebögen soll nun festgehalten werden, welche Gewinne in den letzten Monaten erzielt wurden und welches Vermögen sich momentan in den Wallets verbirgt. Es wäre verhängnisvoll vonseiten der Finanzämter abzuwarten, wie die Regierung mit diesem neuartigen Einkommen umgehen will. Nach Angaben des Sprechers haben die meisten Anleger ihre Umsätze aus dem Handel mit Kryptowährungen nicht in ihrer Steuererklärung angegeben. Von daher sind einige saftige Nachzahlungen zu erwarten.

Regulierung in Indien steht bevor

Ein Abgesandter des indischen Finanzministeriums sagte gegenüber Reuters, dass auf Bundesebene ein Ausschuss gebildet wurde, um mögliche Regulierungen von Kryptowährungen zu besprechen. Die Rede ist davon, dafür möglicherweise eine eigene Behörde ins Leben zu rufen. Fest steht: Das Trading-Fieber für Bitcoin & Co. ist in Indien ungebrochen. Steuerfahnder sind momentan auf der Suche nach Blockchain-Experten, um die teils anonymen Transaktionen aufzudecken. So haben sich Beamte sogar selbst am Krypto-Handel beteiligt, um möglichst viele aktive Händler zu identifizieren. Noch sei unklar, wie man den Anlegern beikommen kann, die ihre Coins mit Absicht im Ausland handeln, um sich vor einer Aufdeckung zu schützen.


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Angenommen Kryptowährungen bleiben Indien dauerhaft erhalten, so müsse man dafür sorgen, dass sie nicht zur Zahlung von Straftaten verwendet werden, wurde ein am obersten Bundesgericht tätiger Fachanwalt für Strafrecht zitiert. Wahrscheinlich als Reaktion auf die erhaltenen Fragebögen gingen bei den örtlichen Polizeidienststellen und bei Gericht Strafanzeigen von hunderten Händlern wegen des vermuteten Betrugs mithilfe von Kryptowährungen ein. Die vielen Anzeigen sind wahrscheinlich der Versuch, einer möglichen Bestrafung durch die Behörden zuvorzukommen.

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