Warum man sein Schwarzgeld in Indien nicht in Bitcoin horten kann: Bargeldverbot

Warum man sein Schwarzgeld in Indien nicht in Bitcoin horten kann: Bargeldverbot
Kryptokompass

Mit der Bargeldeindämmung der indischen Regierung war das Interesse am Bitcoin stark gestiegen: Viele spekulierten auf Kurssprünge, weil die indische Bevölkerung ihr Vermögen bzw. nicht mehr anerkannte Geldbestände in Bitcoin tauscht. Ein neuer Bericht enthüllt: Die indische Bevölkerung hat schlechte Chancen, ihr Schwarzgeld über Bitcoin loszuwerden.

Indien: Bargeldverbot beflügelt Bitcoin-Kurs

Kurzfristig hatte das Bargeldverbot den Bitcoin-Kurs um 200$ in die Höhe getrieben, so spekulierte man jedenfalls. Es wurde vermutet, dass die indische Bevölkerung ihre Schwarzgelder in Bitcoin tauscht oder letztere als Zwischenprodukt nutzt, um die indischen Rupien in Bitcoin und anschließend in eine Fiatwährung wie bspw. US-Dollar tauscht.

Indische Medien: Harsche Kritik gegenüber Bitcoin

Auffällig war als Reaktion auf das Bargeldverbot, dass die indischen Medien sehr negatie Berichte ausgestrahlt hatten. Wie wir berichteten, wurden in indischen TV-Berichten Bitcoins als Währung für Drogendealer und Geldwäsche deklariert. So lag der Verdacht nahe, dass regierungsseitig bewusst eine Ablehnung gegenüber Bitcoin erzeugt werden sollte.

Schwarzgeldtausch in Bitcoin ist problematisch

Viel problematischer als die ablehnende Haltung der Regierung ggü. Bitcoins ist allerdings, dass keine ausreichende Anonymität gewährleistet werden kann. Einsteiger müssten ihr Geld über die “Big Four” der indischen Marktplätze in Bitcoin tauschen. Diese großen Marktplätze sind allerdings alle mit Know-Your-Customer Systemen ausgestattet. Das bedeutet: Kunden der Marktplätze werden genau verifiziert, sodass die Kundenkonten wirklichen Menschen zuordbar sind.

Die Idee, das Schwarzgeld zu tauschen, dürfte damit schnell erledigt sein: Kunden müssten das Schwarzgeld in bar einzahlen. Selbst wenn das gelingt, wird aber die KYC-Falle zum Problem: Sie können gänzlich nachverfolgt werden und der Handel würde schnell auffilegen. Wie im Netz zu lesen ist, seien in Indien bereits einige Menschen der Steuerhinterziehung bezichtigt worden, solange, bis sie das Gegenteil beweisen können. Und gerade dies dürfte beim Handel mit Bitcoins gegenüber Behörden schwer nachzuweisen sein.

Meinung des Autors (Max):

Es ist erschreckend, wie das Beispiel Indien zeigt, dass ein staatlicher Eingriff in das Geldsystem und das völlige Bargeldverbot durchsetzbar ist. Obwohl Kryptowährungen gerade dafür ein Fluchtort sein können, muss das bisher in der Fiatwährung vorhandene Vermögen in Kryptowährungen getauscht werden. Ein weiterer Knackpunkt, der das in sich vor Staaten geschützte System von außen beim Zugang zu einem Problem macht.

 

BTC-ECHO

Englische Originalversion von Gautham via newsbtc

Über Max Kops

Max KopsMaximilian Kops arbeitet als Analyst und Autor für BTC-ECHO und ist spezialisiert auf Fragen zur technischen Entwicklung von Blockchains als auch zu FinTech-Startups. Zudem ist er Experte für die Analyse von Initial Coin Offerings (ICOs). Er studiert Wirtschaftsinformatik und begann bereits im Alter von 17 Jahren, Bitcoins im Wohnzimmer seines Elternhauses zu minen.

Bildquellen

  • Yoga near Taj Mahal: © byheaven, Fotolia

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