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Indexfonds für Kryptowährungen: Besseres Investment als Bitcoins?

Finance concept

Willy Woo, der Neuseeländer, der seit 15 Jahren Finanzierung für diverse Startups durchführt, ist begeistert von den neuen Möglichkeiten der Kryptowährungen. In seinem Beitrag setzt er sich mit der Frage auseinander, ob Kryptowährungs-Indexfonds den Bitcoin schlagen könnten.

Woo simulierte Investments in Altcoins, um ihre Entwicklungen im Zeiverlauf zu untersuchen. Damit könnte man feststellen, ob ein Investment in den generellen Fond der Kryptowährungen als passive Investmentstrategie sinnvoller wäre als das direkte Bitcoin-Trading.

Erklärung: Indexfonds sind passive Anlagestrategien, die passiv in einen gesamten Markt investieren. Ein Indexfond auf den S&P 500 beispielsweise würde alle S&P 500 Aktien kaufen. Das Gegenteil von Indexfonds sind aktiv gemanagte Fonds, bei der Manager die Entscheidungen über zu kaufende und verkaufende Anlagen tragen.

Die Simulation

Für seine Untersuchung simulierte Woo die Investments vom Oktober 2013 bis heute, also mittlerweile über einen Zeitraum von drei Jahren.

Der für Kryptowährungen sehr lange Betrachtungszeitraum ist vor allem deshalb interessant, weil hier auch die Blase aus dem Jahr 2013, sowie der Bärenmarkt aus dem Jahr 2014/15 berücksichtigt wurde.

Woo hat für die Untersuchung jeweils fiktiv in die zehn am wichtigsten eingestuften Kryptowährungen investiert. Alle 30 Tage habe er die Liste der Kryptowährungen aktualisiert, Zugänge mit aufgenommen und andere Währungen nicht weiter betrachtet.

Das Ergebnis

Woo spielte verschiedene Szenarien durch, in denen er unterschiedliche Altcoins mit in den fiktiven Fonds aufnahm. Überblick über die Ergebnisse:

Bitcoin vs. Top 10 Altcoins (gemessen am Anteil der Marktkapitalisierung)

Bitcoins haben das Altcoin Portfolio um den Faktor 3,8 geschlagen. Woo führt dies auf die sehr divergierenden Marktstimmungen zurück: Während die Altcoins in der Blase 2013 sogar deutlich besser performten, verloren sie daraufhin enorm und sanken deutlich unter das Portfolioergebnis.

Bitcoin vs. Top 20 Altcoins (gemessen am Anteil der Marktkapitalisierung)

Hätte man die 20 stärksten Altcoins mit in das Portfolio aufgenommen, so hätte an, laut Woo, eine fast identische Performance erzielt.

Bitcoin vs. Top 11-20 Altcoins (gemessen am Anteil der Marktkapitalisierung)

Wer die Altcoins mit der höchsten Marktkapitalisierung auf den Plätzen elf bis 21 ausgewählt hätte, könnte sich nach der Simulation über ein deutlich besseres Ergebnis freuen: Während das Gewinnverhältnis bei den Top 10 bzw. Top 20 Altcoins in etwa 4,6 (BTC) zu 1,2 (Altcoin) betrug, konnte man mit dieser Strategie ein Ergebnis von 4,6 (BTC) zu 3,6 (Altcoin) erzielen.

Idee dieser Strategie ist es, Altcoins mit besonderem Wachstumspotenzial zu betrachten und sie aus dem Portfolio zu streichen, sobald sie die Wachstumsphase überschritten haben und zu den zehn größten gehören.

Dieses Portfolio hielt Woo für besonders vielversprechend, weil es im Bärenmarkt solide standhaltenkonnte und im Bullenmarkt starke Gewinne einfuhr. Letztendlich siegte das Bitcoin Investment dennoch.

Bitcoin vs. Top 20 Altcoins, capped (Investments gemäß  Anteil an der Marktkapitalisierung)

Ein weiteres Portfolio hat Woo aus den Top20 Altcoins zusammengestellt, wobei die Währungen anteilsmäßig entsprechend ihrem Anteil an der gesamten Marktkapitalisierung gekauft wurden. Gleichzeitig darf ein Coin maximal 25% des Investments ausmachen, sodass eine Zentralisierung vermieden wird.

Das Ergebnis war deutlich schlechter als das der anderen Strategien: 0,82 (Altcoin) zu 4,6 (BTC) hieß es am Ende der Simulation.

Bitcoin vs. Top 20 Altcoins (jeweils gleiche Anteile)

Um eine breitere Diversifizierung zu erreichen, betrachtete man mit dieser Strategie die Top 20 Altcoins, wobei in jedem mit dem selben Anteil am Gesamtinvestment investiert wurde. Das Ergebnis markiert damit allerdings das Schlusslicht: Mit 0,64 (Altcoin) zu 4,6 (Bitcoin) war dies das mit Abstand schlechteste Ergebnis.

Zusammenfassung: Ist der Bitcoin unschlagbar?

Woo kommt nach seiner Investmentsimulation zu dem Ergebnis, dass man den Bitcoin nur schwer mit Indexfonds schlagen kann. Mit der derzeitigen Situation am Altcoin-Markt sei dies nahezu unmöglich, weil sie den Bitcoin siginifikant underperformen und das Portfolio aus mehreren Altcoins wesentlich volatiler ist.

Weiter kritisiert er die Hypes in der Welt der Kryptowährungen: Viele Startups würden stark überschätzt und Shitcoins überwertet. Während es bei IPO’s strenge Vorschriften gibt, ist das Herausgeben eines Altcoins nicht wirklich an besondere Vorschriften gebunden. Trotzdem, so Woo, werden wir im Jahr 2017 viele Krypto-Investments sehen. Sinnvoller wäre es, eine Fondsstrategie zu nutzen, erklärt er trotz der obigen Ergebnisse.

Meinung des Autors(Max):

Man sollte die Betrachtungen von Willy Woo vor dem Hintergrund sehen, dass der Zeiraum Ende 2013, und damit zu einem starken Bärenmarkt, begann. So kommt es, dass zahlreiche Anlageplattformen zu anderen Ergebnissen kommen, wenn sie nur den Zeitraum ab 2015 betrachten, in dem eher ein Bullenmarkt herrscht.

Dies ist keine Anlage- oder Vermögensberatung. Alle Informationen gehen auf subjektive Wahrnehmungen des Autors zurück.

BTC-ECHO

Englische Originalversion von Willy Woo via CoinDesk