Im Einklang mit dem Koran: Al Hilal Bank begibt weltweit erste Sukuk-Anleihe über eine Blockchain

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Im Einklang mit dem Koran: Al Hilal Bank begibt weltweit erste Sukuk-Anleihe über eine Blockchain

Die Al Hilal Bank aus den Vereinigten Arabischen Emiraten hat als erste Bank eine schariakonforme Anleihe über eine Blockchain emittiert. In Zusammenarbeit mit dem schweizerischen FinTech Jibrel hat das Finanzinstitut eine Anleihe in Höhe von einer Million US-Dollar an einen Privatinvestor herausgegeben.

Sind Kryptowährungen halal? An vielerlei Stellen berichtete BTC-ECHO bereits über die Affinität der arabischen Halbinsel zur Distributed-Ledger-Technologie (DLT). Die Meldung über die erste erfolgreiche Durchführung einer sogenannten Sukuk-Transaktion durch die Al Hilal Bank aus Abu Dhabi mittels Blockchain ist in diesem Zusammenhang eine wichtige Nachricht. Denn sie zeigt, dass die DLT geeignet ist, auch im islamischen Bankenwesen Anklang zu finden.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters am 26. November berichtete, habe die Al Hilal Bank ein kleine Tranche eines Sukuk über eine Blockchain herausgegeben. Das Finanzprodukt hat ein Volumen von insgesamt 500 Millionen US-Dollar und läuft im September 2023 aus, hat also eine Laufzeit von fünf Jahren. Reuters zufolge betrug das Volumen der Blockchain-Transaktion eine Million US-Dollar. Käufer des Produkts war ein nicht näher genannter Privatinvestor.

In der Pressemitteilung der arabischen Bank heißt es:

„Die Al Hilal Bank strebt eine Transformation des Sukuk-Marktes an, indem sie die Blockchain in ihre Infrastruktur integriert und so den Weg für innovative digitalisierte islamische Sukuks ebnet.“

Kooperation mit Zuger Jibrel Network

Die Emission erfolgte dabei in Zusammenarbeit mit dem Jibrel Network. Wie aus der Pressemitteilung hervorgeht, habe das schweizerische FinTech-Unternehmen die Bank mit der technischen Infrastruktur für die Transaktion ausgestattet.

Jibrel-Gründer Talal Tabbaa spricht von einem Erfolg:

„Wir sind fest davon überzeugt, dass wir durch die Kombination von Jibrels bewährten Smart-Contract-Lösungen und der erstklassigen Branchenexpertise des Digital-Transformation-Teams der Al Hilal Bank in der Lage sein werden, islamischen Kapitalgebern die notwendigen Instrumente an die Hand zu geben, um islamische Kontrakte mit der gleichen Geschwindigkeit, dem gleichen Volumen und der gleichen Effizienz wie in der konventionellen Finanzierung zu ermöglichen und möglicherweise neue digitale Asset-Klassen zu entwickeln […].“

In Einklang mit dem Koran

Sukuks sind Finanzinstrumente des islamischen Bankenwesens. Unter Beachtung des Zinsverbots durch den Koran sind Sukuk-Papiere unverzinslich. Damit trotzdem eine Rendite aus der Geldanlage hervorgeht, bieten Sukuks andere Formen der Gewinnbeteiligung für Investoren. So sind die islamischen Finanzprodukte häufig mit Vermögenswerten wie Immobilien oder Grundstücken besichert. Anleger werden dann an über einen Gewinnsatz beteiligt.

Lies auch:  Zwischen Spielothek und regulierter Börse: So ist es um regulierte Krypto-Finanzprodukte bestellt

Für die Prüfung der Scharia-Konformität von islamischen Finanzprodukten ist das Schariyah Review Bureau zuständig. Erst diesen Sommer überstand Stellar als erste Kryptowährung den Audit vor dem Büro. Ab diesem Zeitpunkt durften Stellar Lumens (XLM) auch in der arabischen Welt gehandelt werden.

BTC-ECHO

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