Illegale Werbung: YouTube wird von BitConnect-Sammelklage erfasst

Illegale Werbung: YouTube wird von BitConnect-Sammelklage erfasst

Bitconnect muss auf der Anklagebank ein wenig zur Seite rutschen: Seit dem 3. Juli gehört YouTube zu den Mitangeklagten im Prozess gegen die Krypto-Investment-Plattform. Bitconnect steht in dem Verdacht, ein Schneeballsystem zu sein. Folglich hätte YouTube auf seinen Seiten keine Werbung für die Investment-Plattform schalten dürfen.

Mitgefangen, mitgehangen: Die Kläger im Bitconnect-Prozess nehmen nun YouTube ins Visier. Das belegen Gerichtsauszüge vom 3. Juli. Dort heißt es, YouTube habe es versäumt, seine Benutzer vor betrügerischen Werbeinhalten zu warnen und den Bitconnect-Investoren dadurch erheblichen Schaden verursacht. Insgesamt sollen Bitconnect und seine Partner rund 70.000 Stunden Content auf YouTube veröffentlicht haben. Dieser Inhalt wurde 58.000.000 mal angeklickt und soll laut Anklage Hunderte, wenn nicht Tausende Betroffene in das betrügerische Geschäftsmodell der Krypto-Investment-Plattform gelockt haben.

In der Anklage heißt es weiter, dass das Videoportal mit seinem “YouTube Partner Program” erheblich von den Klickzahlen profitiert haben soll. YouTube teile als “Partner” eines Kanals die Verantwortung für dessen Inhalt. Eine Partnerschaft bedeute im juristischen Sinne, dass ein Partner für das Handeln des jeweils anderen in Mithaftung genommen werden kann. Dies sei “einer der vielen Gründe, warum das Gesetz von Individuen (und Firmen) verlangt, ihre Partner mit Bedacht auszuwählen”.

Einer der Mitangeklagten habe auf seinem Channel, der Teil des Partner-Programms von YouTube ist, 33 Millionen Views generiert. Durch das Sponsosring von rund 12.000 Investoren soll er einen Gewinn von ca. fünf Millionen US-Dollar gemacht haben. Einen Großteil dieser Investoren habe er auf YouTube geworben, weshalb sein Gewinn als direktes Ergebnis seiner Partnerschaft mit YouTube angesehen wird.

Bitconnect: Ein Schneeballsystem?

Die Sammelklage gegen Bitconnect wurde am 24. Januar eingereicht. Kläger sind Investoren, die sich um ihr Geld betrogen sahen. Die Investitionsplattform habe es unter anderem versäumt, sich bei der texanischen Wertpapierbehörde registrieren zu lassen. Ferner habe die Investment-Plattform mit unrealistischen Versprechungen geworben. So seien trotz der allgemein hohen Volatilität von Kryptowährungen maximale Gewinne bei minimalem Risiko versprochen worden. Dabei sollen technische Risiken der Plattform bewusst verschwiegen worden sein. Darüber hinaus habe das Unternehmen die Öffentlichkeit bewusst getäuscht, als es für ihren Coin eine Kursgarantie ausgab. In der Anklageschrift wurde das Geschäftsmodell von Bitconnect als Schneeballsystem bezeichnet.

BTC-ECHO

Über Christopher Klee

Christopher KleeChristopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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