“Ihr seid auch Schuld” – MyEtherWallet-Entwickler über ICOs auf Twitter

Danny de Boer

von Danny de Boer

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Danny de Boer

Als Informatiker schaut Danny de Boer kritisch auf die Blockchain-Entwicklung und Kryptographie. Zwischen Komplexität und Hype erklärt er allgemeinverständlich und anwendungsbezogen. Seit 2014 berichtet er für BTC-ECHO aus der Krypto-Szene.

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Quelle: rangizzz via Shutterstock

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Eigentlich war es ein brillianter Schachzug: Da die Ethereum-Blockchain nicht hackbar ist, hatten am gestrigen Tag Hacker einfach die dazugehörige Webseite von Coindash gehacked – was zu einem Millionendiebstahl innerhalb von Minuten führte. Einem MyEtherWallet-Entwickler stieß diese Situation wohl sehr übel auf.
MyEtherWallet

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2019 05:06 Uhr von Sven Wagenknecht

MyEtherWallet

MyEtherWallet ist ein Dienst, der mit der Ethereum-Blockchain verbunden ist. Wir haben bereits einige Tutorials zu der quelloffenen Plattform gemacht und sind begeistert: eine simple Art und Weise an seinen Private Key zu kommen.

So viel also zur Plattform. Auf Twitter kündigte ein Entwickler dann an, er wolle sich mal “alles vom Leib reden”, seine Geduld sei “zu 100% am Ende”. Im Folgenden geben wir euch die deutsche Übersetzung des Twitter-Feeds. Wer in ICOs investiert hat, oder sie vielleicht beobachtet, der mag sich in manchen Aussagen wiedererkennen – aber seht selbst!

An: Token-Entwickler

Da Twitter eine Zeichenbegrenzung hat, ist der folgende Text in einem kurzen Telegramm-Stil geschrieben worden. Um die Authentizität zu erhalten, wurde dieser Stil weitestgehend erhalten:

“Okay ihr besch***enen Token-Entwickler, hört mal her. Meine Geduld ist zu 100% am Ende. Es ist 10 Uhr morgens. Ich habe nicht geschlafen. Und mir brennt es richtig auf der Zunge.

Ihr gebt euren Investoren überhaupt keine Unterstützung. Ihr schützt eure Investoren nicht. Ihr helft nicht dabei eure Investoren weiterzubilden.

Ihr helft dieser Community nicht vorher, währenddessen und nur *zumindest manchmal* nachdem ihr Millionen eingesammelt hat.

Ihr jagt einer Goldmine mit blödem Geld nach, statt Ethereum dabei zu helfen, das zu werden, was es soll. Ihr versprecht viel, verliert aber nur eingezahltes Geld.

Fake-Adressen, Scambots, Phishing, Exploits, Domain-Übernahmen & Telefon-Hijacking sind seit dem ersten Tag mit dabei, und doch habt ihr euch nicht gegen sie vorbereitet.

Dumme Fehler (nicht-Bestätigung von Nutzereingaben), keine extra Mühe (0 Tutorials / 0 Support) und ein fehlerhafter Blick für Nachhaltigkeit sind schlecht.

Ihr “arbeitet” an schönem Marketing und gebt einen Haufen kostenloser Dienste auf massig verschiedenen Internetseiten raus, als gebe es keinen morgen. Game Over.

Glaubt nicht, dass ihr einfach da raus kommt Investoren: Ihr habt auch Schuld.

Geld einfach auf eine Adresse zu werfen, als wenn es niemals einen Nigerianischen Prinzen [siehe Fax-Scam] gab und dann nichts von den Investments zu verlangen, ist ebenfalls ein Problem.

Informiert euch eher. 2000 Adressen sind innerhalb von zwei Stunden auf einen Scam reingefallen, der bereits seit Jahren andere abzockt. Es wird Zeit erwachsen zu werden.”


Ist was wahres dabei? Fakt ist, die ICO-Phase hat eine regelrechte Goldgräberstimmung ausgelöst, die auch viele Hacker angezogen hat.

BTC-ECHO


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