ICOs? Am besten in Frankreich!

Tim Stockschlaeger

von Tim Stockschlaeger

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Tim Stockschlaeger

Tim Stockschläger hat Wirtschaftswissenschaften mit dem Schwerpunkt Finance in Augsburg und Leipzig studiert. Nach dem Studium hat er zunächst für die Deutsche Bank gearbeitet und ist nun freiberuflicher Autor und Berater.

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Quelle: Paris Arc de Triomphe (Triumphal Arch) in Chaps Elysees at sunset, Paris, France. Architecture and landmarks of Paris. Postcard of Paris

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Die französische Regierung plant einen Gesetzesentwurf zum Umgang mit Initial Coin Offerings (ICOs). Viele Regierungen erlassen derzeit Verbote, trauen sich aber nicht umfänglich an die Thematik heran. Frankreich wählt einen anderen Weg.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2019 05:06 Uhr von Tanja Giese

Die Finanzaufsicht Autorité des Marchés Financiers (AMF) stellt einen rechtlichen Rahmen und Mindestbedingungen vor, die sich grob an den Richtlinien für reguläre Börsengänge orientieren. Dabei sind die Auslegungen und auch der Umfang nur ein Bruchteil der bestehenden Regelungen für konventionellen Initial Public Offerings (IPOs). Im Gegensatz dazu versucht die SEC, das amerikanische Pendant zur AMF, gerade die bestehenden Regelungen 1:1 unverändert auf die jungen Technologien anzuwenden. Ein Schritt, der wenig erfolgversprechend scheint.

Die französische Regierung versucht, das Thema langsam anzugehen, und will Vorreiter in Europa oder sogar weltweit werden. Der Zeitplan ist sportlich. Die AMF arbeitet derzeit an Leitlinien und legt diese der Regierung vor. Diese will das Gesetz Mitte April im Ministerrat diskutieren. Bis dahin gilt es, möglichst viele Meinungen anzuhören. „Die AMF-Vorschläge bieten eine sehr solide Grundlage, aber wir müssen uns immer noch mit Stakeholdern wie auch anderen Vereinigungen beraten“, sagt eine dem Ministerium nahestehende Quelle.

ICO-Regulierung im Geiste des Wirtschaftsliberalismus

Die Idee ist es, allen Beteiligten im Sinne des französischen Mottos „Laissez-faire“ möglichst viel Spielraum und Freiheit zu lassen. Verbraucher, die Wert auf Anlegerschutz legen, sollen hierfür einen funktionierenden Rahmen finden. Wer unabhängig davon agieren möchte, soll auch daran nicht gehindert werden. „Wir haben einen eher liberalen Ansatz. […] Gleichzeitig sind wir auch nicht naiv, wir wissen, dass diese Produkte riskant sein können“, erklärt die Finanzbehörde.


Konkret könnte es so aussehen, dass die Finanzaufsicht eine Art Gütesiegel (voraussichtlich Visa genannt) verteilt. Sollten Unternehmen die Zustimmung der Finanzbehörden nicht erhalten, liegen ihnen trotzdem keine Steine im Weg. ICOs stehen für jeden offen, nur sollten Investoren noch wachsamer sein und Informationen kritischer prüfen. Wenn es in die Details der Ausgestaltung geht, sind allerdings noch viele Fragen offen.

Frankreich ist aufgrund seiner liberalen Haltung bei ausländischen Start-ups beliebt. Das niederländische Unternehmen Multiven organisierte seinen ICO genauso in Frankreich wie das luxemburgische Start-up Pingvalue. Das Volumen könnte bei einer offiziell anerkannten und legalen Regelung deutlich ansteigen. Frankreich ist, sofern alle Abstimmungen wie geplant verlaufen, auf dem besten Weg, die Führungsposition bei dem Thema in Europa zu übernehmen.

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