ICO-Markt auf neuem Rekordhoch

Quelle: Double exposure of graph and rows of coins in soft color for finance and business concept via shutterstock

ICO-Markt auf neuem Rekordhoch

Der Markt für Initial Coin Offerings (ICO) wächst und wächst. Das erste Quartal 2018 verzeichnet neue Rekordwerte. In nur drei Monaten sammelten die Firmen mehr Kapital ein als in dem ganzen letzten Jahr. Den Rekord für die größte Platzierung hält Telegram mit einem Volumen von 850 Millionen Euro. Ein gewaltiger Marktwert für ICOs.

Unternehmen wie Telegram sammeln über ICOs bei Investoren Gelder ein, um Wachstumspläne umzusetzen. Das Gegenstück dazu in der Finanzwelt ist der Börsengang oder Initial Public Offering (IPO). Dort liegen die Volumen für Platzierungen von Tech-Unternehmen deutlich höher. Spotify sammelte bei Investoren diese Woche knapp 30 Milliarden US-Dollar ein. Das schwedische Unternehmen umging bei der Platzierung den üblichen Weg über die großen Investmenthäuser bei der Aktienausgabe und listete die Wertpapiere direkt an der Börse. Ein bislang unüblicher Schritt, der allerdings die extrem hohen Gebühren spart. Das Verhalten von Spotify zeigt, dass viele junge Unternehmen nach günstigeren Quellen zur Kapitalbeschaffung suchen. ICOs sind auf dem besten Weg, diese Marktlücke zu füllen.

Dabei läuft die Entwicklung rasant. Noch im ersten Quartal letzten Jahres gab es praktisch keine größeren Initial Coin Offerings. Erst im Mai 2017 stieg das Volumen an, bis auf zuletzt knapp über eine Milliarde US-Dollar im Dezember 2017. Das Interesse entwickelte sich parallel mit dem starken Kursaufschwung von Bitcoin und de facto allen anderen Kryptowährungen. Doch die Entwicklung bei ICOs setzt sich derzeit ungebremst fort. Jeden Monat in 2018 lag das Finanzierungsvolumen deutlich über einer Milliarde US-Dollar. Im März überschritten die 54 erfolgreich gelisteten ICOs zusammen sogar erstmals die Grenze von 2 Milliarden US-Dollar.

Kapitalbeschaffung für Start-ups

Neben den vielen erfolgreichen ICOs verweisen Kritiker oft auf die fehlgeschlagenen Versuche, in denen Unternehmen nicht einmal den angegebenen Softcap erreichen. Diese Versuche und das Experimentieren zeugt dabei von einem recht jungen Markt. Die Teilnehmer testen die Grenzen und Geschmäcker der Investoren aus.

Bei vielen Unternehmen ist es auch schwer, sich als Investor ein umfassendes Bild zu machen. Erste Plattformen experimentieren hier mit Ratings, in denen Experten das Vorhaben und die Gründungsmitglieder bewerten. Darüber hinaus stehen freiwillige und rudimentäre KYC-Verfahren im Angebot, um die Seriosität des ICOs zu erhöhen. Das Verfahren erinnert in den Grundzügen an die Ratings von Börsenunternehmen – mit all den bekannten Vor- und Nachteilen von Ratings. In Zukunft wird es hier noch mehr Lösungen zur Auswahl geben. Denn immer mehr Start-ups denken über ICOs zur Kapitalbeschaffung nach. Über 1.300 junge Unternehmen aus den verschiedensten Branchen probieren sich gerade an einem eigenen Initial Coin Offering.

Der Erfolg lockt dabei auch größere Investoren auf die Bühne. Family Offices – Vermögensverwaltungen von reichen Familien – suchen hier Alternativen zum klassischen Kapitalmarkt. Sie stehen für die großen Einzelbeträge von Summen im fünfstelligen Bereich und aufwärts. Das liegt deutlich über dem durchschnittlichen Kapitaleinsatz von Privatanlegern: Verlässliche Zahlen liegen zwar nicht vor, Schätzungen gehen aber von etwa 200 bis 500 Euro pro Person und ICO aus. Der Einstieg von Family Offices könnte für ICOs der Schritt in die nächste, größere Runde sein.

BTC-ECHO

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