ICO-Influencer: Eine selbsterfüllende Prophezeiung?

Max Kops

von Max Kops

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Max Kops

Quelle: Leadership Concepts / shutterstock

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Der Hype um ICOs hat viele Influencer abseits des technischen Milieus aus dem Mainstream angezogen. Längst sind ICO-Analysen ein Thema auf Plattformen wie YouTube, wo Influencer Empfehlungen über Projekte geben. Ist diesen Einschätzungen zu trauen?

Wer ICOs nicht regelmäßig eine hohe Beachtung schenkt, der hat es schwer, einen Überblick über den Markt zu behalten. Die gewaltige Masse an neuen Projekten, die ihre Finanzierung über Token Sales sicherstellen, wächst weiter an. Umso wichtiger ist es langfristig, die Spreu vom Weizen zu trennen. Dazu kommen YouTuber, die ICOs nach gewissen Schemata analysieren, wie gerufen. Sie wollen Investoren ermöglichen, ein Projekt schnell anhand einiger Kennzahlen einschätzen zu können.

Wie einflussreich sind Influencer?

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Kritisch sollte man bei Influencern hingegen sein, da sie gewissermaßen eine Marktbewegung auslösen können, die nur auf der Einschätzung einer Person beruht. Je nach Popularität des Influencers kann es passieren, dass seine Einschätzung über Erfolg oder Misserfolg des Fundings entscheidet.

So entsteht gewissermaßen auch eine selbsterfüllende Prophezeiung: Schlägt ein sehr bekannter Influencer ein Projekt als ertragreich vor, mögen viele Investoren ihm folgen und das Projekt unterstützen – was das Funding dann (zumindest kurzfristig) tatsächlich zu einem Erfolg macht. Eine selbsterfüllende Prophezeiung also, die immer bestätigt, was der Influencer vorgab vorauszusehen.

Kritik hatte es unter Investoren in der kürzlichen Vergangenheit auch an bekannten Gründern der IT-Branche gegeben. Diese hatten auf Twitter sehr positiv klingende Wortmeldungen zu Projekten hinterlassen, die anschließend stark gestiegen waren. Einzig und allein aufgrund ihrer Rolle als Influencer, wie zu vermuten ist. Selbstverständlich kann dies ausgenutzt werden, indem Projekte gepusht werden. Schließlich öffnet sich den Investoren die Möglichkeit, zuvor in den ICO einzusteigen und danach für eine entsprechende Medienpräsenz zu sorgen, um den Kurs in die Höhe zu treiben.

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Wie sollte man ICO-Influencer verstehen?

Die Entscheidungen von Influencern sollten stets analytisch nachvollziehbar sein. Das bedeutet, dass die bewertende Person das Projekt im Detail analysiert hat – wie sich bspw. durch Analyse-Sheets nachvollziehen lässt. Zum anderen ist es durchaus möglich, dass ein Influencer das Projekt lediglich aus Marketing-Zwecken beschleunigt. Das kann durchaus zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung führen. Dennoch sind Influencer naturgegeben ein Werbewerkzeug, das – wie in klassischen Bewerbungen – nicht voraussetzt, selbst vom Produkt überzeugt zu sein (bspw. TV-Werbung). Man sollte dennoch nicht vergessen, dass diese Einschätzungen nicht immer faktengetrieben sind. Es mag daher durchaus möglich sein, dass das Projekt durch den erhaltenen Schub eines Influencers kurzfristig stark an Wert gewinnt oder es durch das gelieferte Marketing mehr Nutzer anzieht. Nichtsdestotrotz zeigt sich erst langfristig, ob dieses Projekt sinnvolle Probleme löst und einen Business-Case bietet.

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