IBM-Studie: Bitcoin, Krypto und die Zukunft des Geldes

IBM-Studie: Bitcoin, Krypto und die Zukunft des Geldes

Das IT-Unternehmen IBM beschäftigt sich in einer Studie mit der „Zukunft des Geldes“. Dabei blickt der Technologiekonzern auf die verschiedenen Anwendungsfelder der Distributed-Ledger-Technologie (DLT) und nimmt insbesondere die möglichen Innovationen im Finanzsektors durch Bitcoin & Co. ins Visier.

Programmable Money: Will Central Banks take the Lead?“ so lautet ein im Januar 2018 vom „IBM Institute for Business Value“ veröffentlichtes White Paper. Darin untersuchen die Autoren Jed McCaleb, Lindsay Lin und Jesse Lund zukünftige Anwendungsfelder für die Blockchain-Technologie sowie digitale Währungen und welche Rolle Zentralbanken bei einer breiten Adaption von Bitcoin & Co. einnehmen könnten.

Die Rolle der Banken

Banken werden IBM zufolge auch in Zukunft eine wichtige Rolle in der Finanzwelt spielen. Denn als Intermediär, der die funktionalen Aufgaben des Finanzsektors übernimmt, werden Banken auch bei breiter Akzeptanz von Kryptos immer noch wichtig sein. Sie sorgen dem Paper zufolge für einen koordinierten Fluss der liquiden Mittel und bringen somit Kreditgeber- und Nehmer zusammen:

„Obwohl die Prinzipien des digitalen Geldes wertvoll und erreichbar sind, werden die Banken weiterhin eine Schlüsselrolle im globalen Finanzsystem und in der von den Institutionen geschaffenen Wirtschaft spielen.“

Die Rolle der Zentralbanken

Die Debatte um digitales Geld geht indes auch an den Zentralbanken nicht spurlos vorbei. Prominenter Bitcoin-Skeptiker ist bekanntermaßen der General Manager der Bank für internationalen Zahlungsausgleich, Agustín Carstens. Der Bitcoin-Gegner nennt die Mutter der Kryptowährungen „eine Kombination aus einer Blase, einem Ponzi-System und einer Umweltkatastrophe“.

Das IBM-Paper nimmt dahingehend eine weniger polemische Position ein. Es werden sogar mögliche Zentralbank-Kryptowährungen diskutiert, sogenannte „Central Bank Digital Currencies“ (CBDC). Positive Effekte dieser CBDC sind laut Paper die Unterbindung von Geldwäsche und Korruption sowie die Verringerung von Reibungsverlusten bei Transaktionen.

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Die schwedische Riskbank scheint mit der e-krona genau in diese Richtung zu gehen.

Finanzielle Inklusion von Entwicklungsländern

Die Autoren gehen ferner auf die Debatte um die sogenannten „Remittance Costs“ ein. Obgleich es längst technische Lösungen für kostengünstige Geldsendungen ins Ausland gäbe, seien die Gebühren nach wie vor deutlich höher als für inländische Transfers.

Dabei prescht IBM mit gutem Beispiel voran: Wie das Tech-Unternehmen im Oktober 2017 bekannt gab, kooperiert IBM mit der Open-Source-Plattform Stellar. Anvisiertes Ziel der Kooperation ist es, kostengünstige Überweisungen auch über Landesgrenzen hinweg tätigen zu können. Befürworter erachten die Open-Source-Plattform Stellar für derlei Bestrebungen als geeignet, da die Ripple-Abspaltung als eine der schnellsten Blockchain-Plattformen überhaupt gilt.

Zwar wird Stellar mit keinem Wort direkt erwähnt. Der Passus im Research-Paper über die finanzielle Inklusion von Entwicklungsländern kann aber durchaus als Hinweis dafür gewertet werden, dass das Projekt immer noch vorangetrieben wird.

Fazit: Krypto-Bulle IBM

Unter dem Strich sei die Blockchain-Technologie auch aus dem Finanzsektor nicht mehr wegzudenken. Der Siegeszug des Anführers Bitcoin habe gezeigt, dass Digitalwährungen einen erheblichen Beitrag zur Generierung von Vertrauen, Transparenz und Sicherheit leisten können. Die Möglichkeiten der finanziellen Inklusion von Entwicklungsländern seien zudem vielfältig und bisher kaum ausgeschöpft.

So endet der Bericht in den höchsten Tönen für die DLT:

„Die Zukunft des programmierbaren Geldes bricht an. Während sich die Einführung von Blockchain noch in der Entstehungsphase befindet, bietet sie ein enormes Potenzial, das globale Finanzsystem zu revolutionieren. Kein Ort auf der Erde wird außer Reichweite sein.“

Das dürfte Musik in den Ohren der Hodler und Bullen sein.

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