Huobi: Mauschelei bei EOS-Voting?

Quelle: shutterstock, PR

Huobi: Mauschelei bei EOS-Voting?

Die Krypto-Börse Huobi steht unter Verdacht, sich bei der Abstimmung über die 21 Block Producer (BP) für die EOS-Blockchain mit anderen Stimmberechtigten abgesprochen zu haben. Ein Leak unterstellt der Börse unter anderem den Kauf von Stimmen.

Ein Wal wäscht den anderen – zumindest wenn es um das Abstimmungsverhalten der Krypto-Börse Houbi geht. Diesen Eindruck erweckt ein vor Kurzem geleaktes Dokument, das zuerst von EOSONE veröffentlicht wurde. Bei dem Urheber der Tabelle soll es sich mit Shi Feifei um einen Mitarbeiter der Krypto-Börse handeln.

EOS steht schon lange in der Kritik, aufgrund seines Delegated-Proof-of-Stake-Systems (DPOS) über stark zentralistische Tendenzen zu verfügen. Anders als bei Kryptowährungen wie dem Bitcoin, bei denen sich (zumindest in der Theorie) jeder als Miner betätigen kann, sind bei EOS dazu nur 21 sogenannte „Block Producer“ zugelassen. Wer letztlich EOS minen und die dafür fälligen Belohnungen einstreichen darf, darüber darf im Prinzip jeder abstimmen, der EOS-Token hält. Dabei gilt: Je mehr Token man hält, desto größer ist das Gewicht der Stimme. So weit, so fair – könnte man meinen. Unfair wird es nämlich, wenn die „Großen“ damit beginnen, sich untereinander abzusprechen – und sich gegenseitig in ihrer Rolle als Block Producer bestätigen.

Genau so lautet einer der Vorwürfe, die aus dem Leak hervorgehen. Demnach habe Huobi bei 16 von 20 gewählten BPs jenen die Stimme gegeben, die im Gegenzug für die Börse stimmten. Außerdem sollen sich drei der zur Wahl stehenden Blockproduzenten Houbi-Votes gekauft haben. So soll der BP eosiosg11111 sich gegen täglich 170 EOS und cochainworld für 150 EOS die Stimme der Börse gesichert haben. Bei eospaceieos steht eine Beteiligung der Mining-Einnahmen in Höhe von 50 Prozent im Raum.

Huobi soll sich durch die Absprachen ein tägliches Zusatzeinkommen in Höhe von rund 1.116 EOS – rund 5.400 Euro – verschafft haben.

EOS – der Regierungsliebling?

Laut einem Tweet von cnLedger bestreitet Huobi Geschäftsbeziehungen mit den involvierten BPs zu unterhalten, jedoch ohne die Authentizität des Leaks infrage zu stellen:

Auf ihrer Homepage hat die Krypto-Börse indes noch keine Stellung genommen.

Zu den Manipulationsvorwürfen gesellen sich weitere Bedenken. Diese betreffen vor allem den Aspekt der Zentralisierung. So befindet sich beinahe die Hälfte der Blockproduktion in chinesischer Hand. Dabei sollte diese im Idealfall geographisch, organisatorisch und politisch ausgewogen verteilt sein. Mit dem Fokus auf China steht hinter dieser Ausgewogenheit ein großes Fragezeichen. Hinzu kommt, dass EOS bei der chinesischen Regierung hoch im Kurs steht – zumindest nach dem monatlichen CCID-Ranking. Dem Hodler, der an Rankings nach Marktkapitalsiserung à la Coinmarketcap gewöhnt ist, bietet sich hier ein ungewohntes Bild: EOS rangiert beim CCID konstant auf Rang eins, während Bitcoin, sonst „Tabellenführer“, im Mittelfeld dümpelt. Als das CCID-Ranking erstmals erschien, wurde bereits über die Favorisierung von EOS spekuliert. Dabei wurde der Verdacht geäußert, dass die zentralistischen Tendenzen von EOS der chinesischen Regierung zu Pass kommen könnten. Die aktuellen Vowürfe gegen Huobi würden sich gut in dieses Bild einfügen.

Vitalik Buterin hat sich ebenfalls zu der Causa Huobi geäußert. Auf Twitter spottete der Ethereum-Erschaffer:

„Interessant! Ich meine, es war komplett vorhersehbar und ich habe es vorhergesehen, doch ich dachte nicht, dass es so gründlich und so zeitnah passieren würde!“

Buterin nutzte den Anlass, um erneut gegen das Delegated-Proof-of-Stake-Konzept Stimmung zu machen:

„[…] Jede [DPOS]-Chain […] ist anfällig für ‚Ich stimme für dein Kack-Projekt, du stimmst für mein Kack-Projekt‘.“

BTC-ECHO

Aufgepasst: Der Kryptokompass ist das erste digitale Magazin für digitale Währungen und Blockchain-Assets. Er liefert dir monatlich exklusive Einschätzungen, spannende Insights und umfassende Analysen zur aktuellen Lage an den Blockchain- & Krypto-Märkten. Nur jetzt und nur solange der Vorrat reicht: Im Monatsabo inkl. GRATIS Bitcoin Whitepaper (Deutsche Fassung gedruckt)

 

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Bitcoin und traditionelle Märkte – Volatilität so hoch wie schon lange nicht mehr
Bitcoin und traditionelle Märkte – Volatilität so hoch wie schon lange nicht mehr
Märkte

Während die absolute Kopplung von Bitcoin zu den klassischen Märkten sehr gering ist, stieg die Volatilität in schon lange nicht mehr gesehene Höhen. Leider kann man das nicht über die Performance des Bitcoin-Kurses sagen.

Bitcoin und traditionelle Märkte – Trotz Seitwärtsphase unter den Top-Performern
Bitcoin und traditionelle Märkte – Trotz Seitwärtsphase unter den Top-Performern
Märkte

Auch wenn die letzten Wochen von einem Auf und Ab des Bitcoin-Kurses geprägt waren, ist Bitcoin das am Besten performende Asset. Die jüngsten Bewegungen führten zu einer erhöhten Volatilität, die bald auf die sechs Prozent zugehen wird.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

„Kryptowährungen sind eine tolle Idee“ Ron Paul will Währungswettbewerb – das Meinungs-ECHO
„Kryptowährungen sind eine tolle Idee“ Ron Paul will Währungswettbewerb – das Meinungs-ECHO
Kolumne

Zugegeben: Dass Ron Paul privatem Geld offen gegenübersteht, ist keine Neuigkeit. Nun hat der libertäre Denker sein Plädoyer erneuert. Derweil schießt sich Tim Draper auf Indien ein und Charlie Lee bezieht zu Warren Buffetts Bitcoin-Abneigung Stellung.

Chinesisches Gericht erklärt Bitcoin zu „legalem Besitz“ – jedoch keine Kursänderung in Sicht
Chinesisches Gericht erklärt Bitcoin zu „legalem Besitz“ – jedoch keine Kursänderung in Sicht
Regulierung

Ein Gericht im chinesischen Hangzhou hat den Bitcoin in der vergangenen Woche zu „legalem Besitz“ erklärt. Die chinesische Volksbank, die Zentralbank des Landes, bestätigte das Urteil. Den Status legaler Währung jedoch sprachen die Richter dem Krypto-Zugpferd ab. Bitcoin-Begeisterten dürfte der Richterspruch jedoch zunächst wenig Grund zum Aufatmen geben. Eine baldige Kursänderung der chinesischen Behörden ist vor allem mit Blick auf deren eigene Währungspläne kaum zu erwarten.

Bitcoin und traditionelle Märkte – Volatilität so hoch wie schon lange nicht mehr
Bitcoin und traditionelle Märkte – Volatilität so hoch wie schon lange nicht mehr
Märkte

Während die absolute Kopplung von Bitcoin zu den klassischen Märkten sehr gering ist, stieg die Volatilität in schon lange nicht mehr gesehene Höhen. Leider kann man das nicht über die Performance des Bitcoin-Kurses sagen.

Bitcoin- und Blockchain-News: Das Wichtigste der Woche
Bitcoin- und Blockchain-News: Das Wichtigste der Woche
Bitcoin

Bitcoin, der Facebook Coin Libra und der US-Senat dominierten ganz klar die vergangene Krypto-News-Woche. Währenddessen ging es jedoch auch bei Binance und in Japan hoch her. Der BTC-ECHO-Newsflash.

Angesagt

Julian Hosp zu Mikrotransaktionen: „Die Nutzerfreundlichkeit ist der Knackpunkt“
Blockchain

Dr. Julian Hosp zählt zu den bekanntesten Köpfen in der deutschsprachigen Bitcoin- und Blockchain-Community. Mit seinen zahlreichen Vorträgen, Büchern und YouTube-Beiträgen hat er sich zum Ziel gesetzt, die Menschen „cryptofit“ zu machen. Entsprechend gehört auch er zu der Gruppe der Publisher, ergo Verlage, Medienplattformen oder Blogger, die Inhalte produzieren, um sie der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In diesem Kontext stellt sich die Frage, wie Kryptowährungen und Blockchain-Lösungen das Verlagswesen zukünftig verändern können. Wir haben nach seiner Einschätzung gefragt und über die Chancen von Mikrotransaktionen gesprochen.

Facebook unter Beschuss: Verbraucherverbände appellieren an Libra Association
Unternehmen

Die Diskussionen um Libra reißen nicht ab. Facebooks geplante Kryptowährung stand diese Woche in beiden Kammern des US-Kongresses auf der Tagesordnung. Auch jenseits der Politik wollen viele das Währungsprojekt stoppen. US-Verbraucherschützer starteten nun einen weiteren Versuch. Ihre Strategie: ein offener Appell an die Mitglieder der Libra Association.

Bitcoin-ATM an jeder Ecke: Zuhause sein in 80 Ländern
Bitcoin

Die Mainstream-Adaption von Bitcoin & Co. lässt sich kaum besser beobachten, als an der Verbreitung von Automaten (ATM). Die USA führen die Liste der Nationen an. Das größte Bitcoin-ATM-Netzwerk namens LibertyX hat einen Meilenstein erreicht: 1.000 Automaten, verteilt im ganzen Land. Wie Bitcoin Grenzen überwindet.

Stellar Rewards: Binance verschenkt XLM und unterstützt Staking
Altcoins

Binance will Stellar Lumen (XLM) im Wert von rund 745.000 Euro an seine Community verschenken. Die weltweit führende Krypto-Börse hat – selbst unbemerkt – eine beachtliche Menge an Staking Rewards von Stellar erhalten und will diese nun an Nutzer ausschütten, die den Token halten. Künftig wird Binance außerdem das Staken von XLM anbieten.

Warte mal kurz ... !

Kennst du schon unseren Newsletter? Wir versorgen dich kostenlos mit den spannendsten News der Krypto- und Blockchainszene: