Heiraten in der Wüste Nevadas – dank Ethereum-Blockchain 

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Heiraten in der Wüste Nevadas – dank Ethereum-Blockchain 

Immer mehr Regierungsbezirke im Wüstenstaat Nevada fassen Blockchain-Technologien ins Auge, um ihre Verwaltungsprozesse zu verschlanken. Wie ortsansässige Nachrichten berichten, nutzen etwa die Counties Washoe und Elko Ethereum-Blockchains, um öffentliche Dokumente auszustellen. Dies soll die Übermittlung von Daten in andere Bundesstaaten sicherer und so vor allem das unter Amerikaner beliebte Heiraten in der Wüste Nevadas einfacher machen. Bereits seit Längerem gehört Vorreiter Nevada zu den krypto-freundlichsten Bundesstaaten der USA.

Heiraten in der Wüste – jedes Jahr folgen Tausende diesem Hollywood-Märchen und pilgern nach Las Vegas. Der Trend hat jedoch auch abseits des Glücksspiel-Mekkas Hochkonjuktur. Auch kleinere Städte im Wüstenstaat haben jeden Tag reichlich Fremdenverkehr durch Hochzeitstouristen. Die unangenehme Folge für die Behörden: ein sich in die Höhe reckender Verwaltungsberg.

Wie das ortsansässige Reno Gazette Journal berichtet, geht der Regierungsbezirk Washoe Country dieses Problem nun mithilfe von Blockchain-Technologien an. Seit April vergangenen Jahres sichern die örtlichen Behörden Heiratspapiere auf Ethereum-Blockchains. Bislang erhielten so mehr als 950 Paare ihre Zertifikate digital auf ihre Smartphones und Computer – und damit ohne die Gefahr möglicher Fehler oder dem Verlust der offiziellen Ausstellungsdokumente. Somit sollen die Dokumente vor allem sicher in angrenzende Nachbarstaaten transportiert werden können.

Zudem verkürze sich so die Wartezeit auf die Dokumente dramatisch, heißt es in dem Artikel. Anstatt wie üblich bis zu zehn Werktage auf die Zertifikate zu warten, müssen sich Paare nun weniger als 24 Stunden gedulden. Dann liegen die Dokumente sicher und dauerhaft abrufbar im Postfach ihrer E-Mail-Konten.

Laut Associated Press gehen die Betreiber entsprechender Verwaltungssysteme wie etwa des kalifornischen Unternehmens Tital Seal davon aus, dass sich mithilfe solch digital ausgestellter Dokumente der US-Verwaltungsapparat wegweisend ergänzt werden könne.

Nevada – Im wilden Westen regt sich etwas

Derzeit akzeptierten zwar längst nicht alle öffentlichen Behörden die digitalen Zertifikate. Dennoch nehmen immer mehr Verwaltungsbezirke besonders innerhalb Nevadas ähnliche Möglichkeiten smarter Verwaltung in den Blick, so das Magazin weiter. Das benachbarte Elko County etwa prüfe derzeit die Herausgabe digitaler Geburtsurkunden mithilfe ähnlicher Blockchains, so der Bericht weiter. Künftig wolle auch Hochzeitspionier Washoe voranschreiten und seine Notfallsysteme für den Fall eines Naturunglücks mithilfe von Distributed-Ledger-Technologie (DLT) digitalisieren.

Bereits seit Längerem gilt Nevada als einer der US-Bundesstaaten, die der möglichen Nutzung von Blockchain-Technologie mit offenen Armen begegnen. Bereits 2017 hatte der Wüstenstaat angekündigt, Blockchain-Transaktionen wie etwa die Übertragung von Kryptowährungen nicht weiter besteuern zu wollen. Damit hatte sich der Silver State nicht nur als US-Vorreiter in die Schlagzeilen katapultiert, sondern auch das Interesse zahlreicher Unternehmen geweckt.

Krypto-Millionär Jeffrey Berns etwa hat Nevada als Standort für sein geplantes Blockchain-Vorzeigeobjekt auserkoren. In den kommenden Jahren soll hier unter Einsatz von 250 Millionen US-Dollar eine vollständig blockchainbasierte Smart City entstehen. Noch lassen zwar Steuer- und Wassersysteme auf dem Grundstück auf sich warten. Dafür verwaltet die Stadt bereits ihre Stromnetze mithilfe von DLT.

Mit Blick auf die gesamten USA müht sich vor allem die öffentliche Blockchain-Nutzung derweil jedoch weiterhin auf holprigen Pfaden. Zwar diskutieren immer mehr Bundesstaaten entsprechende Gesetzesinitiativen, um die neuen Technologien zum Einsatz zu bringen. Ohio etwa ermöglichte seinen Bürgern zuletzt, Steuern mit Bitcoin zu bezahlen. Zum großen Sprung smarter Verwaltung jedoch hat bisher keine Behörde angesetzt. Damit bleiben Blockchain-Lösungen in den Vereinigten Staaten auch im neuen Jahr ein zunächst viel diskutiertes, jedoch dennoch selten breiter genutztes Randphänomen.

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