Gut gedacht, schlecht gemacht? – Coinbase will Kunden mehr Dezentralität bieten

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Gut gedacht, schlecht gemacht? – Coinbase will Kunden mehr Dezentralität bieten

Die Krypto-Börse Coinbase forscht an blockchainbasiertem Identitätsmanagement. Wie Coindesk berichtet, arbeitet ein 17-köpfiges Team an der Entwicklung einer dezentralen App (dApp), mit deren Hilfe Coinbase-Kunden mehr Kontrolle über personenbezogene Daten erhalten sollen. Bei der Umsetzung hapert es allerdings noch.

Ein allzu bekannter Schlachtruf der Blockchain-Enthusiasten lautet „Sei im Besitz deiner eigenen Daten“. Das Identitätsmanagement ist und bleibt der Anwendungsfall für die Blockchain-Technologie schlechthin.

Personenbezogene Daten werden dabei nicht mehr wie üblich auf zentralen Servern der Unternehmen abgelegt, sondern verbleiben auf einer Blockchain und sind so faktisch unter der eigenen Kontrolle. Der Vorteil: Die Firmen können einerseits kein Schindluder mit den Daten treiben und andererseits ist Datenklau- oder Verlust weitestgehend ausgeschlossen. In kurz: Der Single Point of Failure ist eliminiert.

Nun forscht also auch Coinbase an einer solchen Blockchain-Lösung. Wie Coinbase-Manager und Kopf der 17-köpfigen Task Force, B Byrne, gegenüber Coindesk mitteilte, will das Team zunächst identifizieren, in welchen Bereichen mehr Dezentralität überhaupt erwünscht ist.

Dazu befragte die Bitcoin-Börse in der letzten Zeit einen kleinen Teil ihrer Kunden nach genutzten dApps.

„Ich schaue mir dApps an, und wer von unseren Kunden welche dApps verwendet. Das ist wahrscheinlich ein guter Indikator dafür, welche Art von Aktivitäten [unsere Kunden] auf On-Chain-Basis durchführen wollen“,

so Byrne gegenüber Coindesk.

KYC mal anders

Ein möglicher Anwendungsfall für mehr Dezentralität in der Coinbase-IT sei die Speicherung von KYC-Daten („Know Your Customer“). Dies könnte die Registrierungsprozesse für die verschiedenen Coinbase-Produkte erheblich vereinfachen und mehr Kunden Zugang zu der Exchange gewähren.

Die US-amerikanische Krypto-Börse gibt sich gleichzeitig aber realistisch. Das dezentrale Identitätsmanagement via Blockchain sei keine eierlegende Wollmilchsau. Es gebe zwar interessante Gebiete, bei der eine Anwendung sinnvoll erscheint; große Summen in die Entwicklung möchte das Unternehmen dem Bericht zufolge aber nicht investieren.

Denn ehrlicherweise, so Byrne, sei eine gänzliche Dezentralisierung von Kundendaten ohnehin kaum mit den regulatorischen Auflagen der Finanzbehörden vereinbar.

So bleibt es zunächst bei dem Fokusteam und dem Credo: Irgendwo findet sich schon ein sinnvoller Anwendungsfall für die Blockchain-Technologie.

BTC-ECHO

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