Grüne Start-ups und Gasriesen: Schweiz wird attraktiver Krypto-Standort

Roman Maas

von Roman Maas

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Roman Maas

Roman Maas hat in Düsseldorf seinen Magister in Anglistik und Geschichte gemacht und danach in verschiedenen Redaktionen, Verlagen und Agenturen gearbeitet. Seit 2015 ist er als freier Autor beruflich und lokal unabhängig. Kryptowährungen und Blockchain bedeuten für ihn in erster Linie eine aufregende Entwicklung mit gewaltigen Möglichkeiten für eine dezentralisierte Zukunft.

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Ein Kryptomining-Start-up belebt ein verlassenes Goldminendorf und auch die Gazprombank lässt bald Bitcoin durch die Schweiz rollen.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2019 05:06 Uhr von Tanja Giese

Vor 120 Jahren wurden im schweizerischen Gondo die Goldminen stillgelegt. Schon die Römer haben goldhaltiges Erz aus dem Berg geholt, aber irgendwann waren die Quellen an Edelmetallen erschöpft. Im Jahr 2000 zerstörte ein Erdrutsch ein Drittel des Dorfes, seitdem ist Gondo mit unter hundert Einwohnern so etwas wie eine Geisterstadt. Kurios, dass gerade hier die Goldschürfer des 21. Jahrhunderts wieder frischen Wind in den Ort bringen.

Alpine Mining nennt sich das Unternehmen, das in Gondo seit Kurzem die Stromdrähte zum Glühen bringt. 900 Grafikkarten und Asics haben sie in dem 96 Quadratmeter großen Büro installiert. Sie arbeiten hier Tag und Nacht und lösen Algorithmen, um Bitcoin und andere Kryptowährungen freizulegen. Um den Raum kühl zu halten, wird Luft durch zahlreiche Plastikrohre geleitet. Das frische Klima in den Alpen ist ein Grund, warum das Start-up sich hier niedergelassen hat. Der andere Grund steht wenige Kilometer weiter am Sera-See. Das Wasserkraftwerk dort sorgt für Strom aus erneuerbaren Energien. Den Schürfern von Alpine Mining ist es wichtig, dass die für den Miningprozess notwendige Energie auch sauber ist.

Blockchain-Paradies Schweiz

Aber nicht nur kleine grüne Start-ups investieren in der Schweiz in Kryptowährungen: Auch die Gazprombank, Tochter des russischen Erdgasriesen Gazprom will hier am Krypto-Boom teilhaben. Aleksandr Sobol, stellvertretender Vorsitzender, sagt, den Anstoß dazu hätten diverse private Großkunden gegeben. Immer mehr Anleger wollen in Kryptowährungen investieren und die Schweiz bietet hierfür die besten Rahmenbedingungen. Ein Pilotprojekt der schweizerischen Niederlassung soll später in diesem Jahr mit ersten Krypto-Transaktionen beginnen.


Das Alpenland ist schon seit einigen Jahren eines der größten Innovationsförderer, wenn es um Kryptowährungen geht. Schon 2015 hat die Bitcoin Suisse AG in Bern den ersten Bitcoin ATM installiert. Die Gemeinde Chiasso nimmt bereits Steuerzahlungen in Bitcoin entgegen. Und Zug ist mit seinen über 100 Unternehmen, die mit Kryptowährungen und Blockchain-Technologien arbeiten, längst als Krypto-Valley bekannt. Möglich machen dies günstige Steuerverhältnisse und die allgemein positive Stimmung vonseiten der Politik gegenüber neuen Technologien.

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