Größter Geldwäscheskandal Europas – ganz ohne Bitcoin?

Phillip Horch

von Phillip Horch

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Phillip Horch

Phillip Horch ist Chef vom Dienst von BTC-ECHO und für die Strukturierung und Planung der redaktionellen Inhalte verantwortlich. Er ist Diplom-Journalist und hat einen Master-Abschluss in Literatur-Kunst-Medien.

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Thomas Borgen, (jetzt ehemaliger) CEO der Danske Bank hat sein Amt niedergelegt. Eine Untersuchung ergab, dass eine Tochter seines Unternehmens zu einem großen Teil an Geldwäscheaktionen beteiligt war. Die Geschichte zeigt nicht nur, dass es Geldwäsche nicht erst seit Bitcoin gibt. Sie macht zudem deutlich, dass die darunterliegende Technologie sogar von Vorteil sein könnte.

Der laut Bill Browder „größte Geldwäscheskandal in der Geschichte Europas“ bestätigt, was viele schon lange wissen: Geldwäsche geht auch ohne Bitcoin. Und das sogar offenbar ganz gut.


Denn laut einem Bericht untersuchte die größte Bank Dänemarks Geldflüsse von insgesamt 200 Milliarden Euro. Ergebnis: Der Großteil der Geldflüsse war „verdächtig“. Der estonische Zweig der größten dänischen Bank war erheblich in Geldwäscheaktionen verwickelt.

Das brachte Thomas Borgen, CEO der Bank, letzten Endes dazu, von seinem Amt zurückzutreten:

„Auch wenn der Bericht […] damit schließt, dass ich meinen rechtlichen Pflichten nachkam, glaube ich, dass es für alle beteiligten Parteien das Beste ist, wenn ich zurücktrete.“

Die dänische Finanzaufsichtsbehörde wird nun wieder eine Untersuchung aufnehmen, die ursprünglich bereits im Mai abgeschlossen worden war. Doch aufgrund der neuen Erkentnisse fühlt sich die Behörde offenbar berufen, die Sache noch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Wie man Berichten der Nachrichtenagentur Reuters weiter entnehmen kann, sind von diesen Untersuchungen offenbar 15.000 Kunden sowie 9,5 Millionen Transaktionen zwischen 2007 und 2015 betroffen. Es sollen Milliarden sein, die Unbekannte während dieser Zeit wuschen.

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Die Bank selbst konnte letztlich keine genauen Angaben darüber machen, wie viel Geld tatsächlich über und durch ihre Konten gewaschen worden war. Da mag man zynischerweise fragen:

Warum nicht Bitcoin?

Bitcoin steht schließlich im Verruf, immer wieder für Geldwäsche, Drogenhandel und Terrorismusfinanzierung verwendet zu werden. Was dabei oft übersehen wird (und der aktuelle Fall illustriert): Diese Probleme gibt es nicht erst seit Bitcoin. Außerdem ist Bitcoin und die Blockchain-Technologie, die der digitalen Währung zugrunde liegt, gar nicht so anonym, wie ihr oft nachgesagt wird. Letztlich können alle, die es möchten, die einzelnen Transaktionen nachvollziehen und gegebenenfalls Forschungen betreiben.

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