Gibt es eine neue Hard Fork bei Ethereum?

Danny de Boer

von Danny de Boer

Am · Lesezeit: 6 Minuten

Danny de Boer

Als Informatiker schaut Danny de Boer kritisch auf die Blockchain-Entwicklung und Kryptographie. Zwischen Komplexität und Hype erklärt er allgemeinverständlich und anwendungsbezogen. Seit 2014 berichtet er für BTC-ECHO aus der Krypto-Szene.

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Ein Déjà vu – Zwar gibt es hierfür noch keinen genauen Termin aber der Erfinder hinter Ethereum, Vitalik Buterin, kündigte an dass die Plattform Entwickler möglicherweise eine neue Hard Fork einleiten müssen. Gründe dafür sind die bestehenden Netzwerkprobleme.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2019 05:06 Uhr von Mark Preuss

gibt es hierfür noch keinen genauen Termin aber der Erfinder hinter Ethereum, Vitalik Buterin, kündigte an dass die Plattform Entwickler möglicherweise eine neue Hard Fork einleiten müssen. Gründe dafür sind die bestehenden Netzwerkprobleme.

Sollte dieser Vorschlag verfolgt werden, wäre dies der zweite Hard Fork innerhalb der letzten drei Monate. Zum damaligen Zeitpunkt brach die Debatte um den Niedergang der DAO aus.

Trotz der anfänglichen potenziellen Risiken (die Hard Fork verlief beim letzten Mal nicht wie geplant) erhielt die neue Hard Fork aber grundsätzlich Unterstützung. Es wird als die effektivste Methode gegen die andauernden Netzwerkangriffe gesehen.

In den vergangenen Wochen wurde die Ethereum Blockchain immer wieder Ziel zahlreicher Denial of Service (DoS) Angriffen. Diese führten zu langsameren Transaktionen und haben bereits Nodes zum Abstürzen gebracht. Marktplätze wie Kraken und ShapeShift haben infolgedessen vorübergehend den Handel von Ether eingestellt.


Genau deswegen suchen die Entwickler eine schnelle Lösung für dieses Problem id der Hard Fork. gerade die Clienten untergeht und Parity seien betroffen.

Der Ethcore Developer Marek Kotewicz arbeitet an den Parity Clienten und betonte, dass eine Fork mit größerer Wahrscheinlichkeit die einfachste Variante ist um die Angriffe zu stoppen.

Er erklärte CoinDesk:

“Wie man weiß mag niemand Hard Forks, aber ich denke hierfür benötigen wir genau eine.”

Im letzten Monat haben die Entwickler bis zu sechs neue Versionen des Geth-Clienten veröffentlicht. Bisher blieb der erwartete Erfolg gegen die Angriffe aus.

Die Idee ist es jetzt aber die Netzwerkprobleme in einem Rutsch zu beheben. Das Team brachte bisher immer wieder neue Versionen heraus (Das Team brachte im Schnitt alle drei Tage eine neue veröffentlichte Version heraus).

Kontrovers unkontrovers

Mit großer Wahrscheinlichkeit aber wird diese Hard Fork anders verlaufen, als dieser welcher aufgrund des DAO-Disasters eingeeitet werden musste.

So wie es viele Ethereum Entwickler sehen, ist an diese Hard Fork nichts außergewöhnliches, da er lediglich die Netzwerksicherheit erhöht und keine Kontoversen Auseinandersetzungen behandelt. Die letzte Hard Fork erzürnte die Community, da es von nun an nicht mehr sicher war, ob es einen Ledger mit Smart Contracts gibt der unveränderlich ist.

Da der nächste Fork aber einige Sicherheitsänderungen mitbringt, sind die Entwickler eher optimistisch über die Reaktion der Ethereum Community.

“Ich erwarte deswegen keine Kontroversen, technische Forks sind im Grunde wie ‘Updates’ für das Protokoll und dieses hier ist bereits nötig.” erzählte Zsolt Felföldi CoinDesk.

Nicht zu vergessen ist, dass Hard Forks Teil der DNA von Ethereum sind. Viele in der Community sehen diese Aktion als eine Art Software-Upgrade an, welches ein größeres Ziel verfolgt.

“Das Ethereum Projekt hat immer angekündigt, dass es häufig Hard Forks einleiten wird, um die Technologie voranzutreiben”, erklärte Heiko Hees, Entwickler des Ethereum Raiden Netzwerks.

In den Augen vieler Ethereum Entwickler sieht diesee Hard Fork eher wie die Hard Fork zum Ethereum Homestead-Update aus. Dies war das letzte Software Release von Ethereum und ist ein Teil der Ethereum Roadmap.

Felföldi sagte:

“Da Homestead von allen akzeptiert wurde sehe ich hierbei auch keine Schwierigkeiten.”

Warum eine Hard Fork?

Der Anngreifer zieht seinen Vorteil aus der Weise wie das Netzwerk mit der Preisfunktion “Gas” umgeht. Normalerweise wird es dazu genutzt um auszuerrechnen, wie teuer die Verarbeitung von Smart Contracts im Ethereum Netzwerk sein wird. Da die Preise relativ niedrig sind behaupten einige Kenner, dass der Angreifer auf diese Weise versucht das Netzwerk zu destabilisieren. Genau das wollen die Entwickler ändern.

Zwar gibt es viele Vorschläge für die derzeitige Hard Fork, im Grunde geht es aber bei allen um das Gleiche. Die Fork wird den Preis für Gas anheben, um Tätigkeiten gegen das Netzwerk nicht so stark zu unterstützen. (Einige gehen von einer Multiplikation der Kosten zwischen dem 10 und 20-fachen gegenüber vorher aus).

Beispielsweise erklärt die Top-Version der Hard Fork, EIP 150, genau dies.

In einem Social Media Post, welcher die voraussichtlichen Änderungen beschreibt, erklärte Buterin, dass die Entwickler letztendlich hoffen einen dynamischeren gas-Gebühren Markt einführen können. Dieser soll sich den schwankenden Anforderungen des Marktes anpassen. Aber dies sei jetzt noch zu kompliziert, um es umzusetzen. Das Team sucht deswegen erstmal nach einer schnellen und effizienten Lösung , um die Netzwerkprobleme zu stoppen.

“Auf längere Sicht gibt es auf jeden Fall Wege, um den gas-Wert flexibler zu gestalten”, erklärte Buterin in seinem Post.

Zustimmung von außen

Selbst Leute in anderen Blockchain Communities haben damit argumentiert dass eine Hard Fork die einzige Lösung ist.

Ein Entwickler von Ethereum Classic sprach sich ebenfalls für die Idee aus. Die Kryptowährung existiert nur aufgrund des vorangegangenen Hard Forks und resultierte in einer Abspaltung der Ethereum Blockchain.

“Mit dem zukünftigen Metropolis Release wird es ohne Zweifel noch mehr Probleme geben, daher können kleine Änderungen bis zum Metro Release ein größeres Risiko für Angriffe auf sich ziehen”, sagte Ethereum Classic Supporter Vic Arulchandran.

Er stimmte zu, dass der Hard Fork die einzige Methode ist, dass Problem schnell aus der Welt zu schaffen. (Es bleibt dabei darauf hinzuweisen, dass Ethereum Classic auch DoS Attacken erleidet, von daher können sie sich bald ähnlichen Entscheidungen gegenüber sehen).

Blockstream Principal Architect Christopher Allen stimmte an anderer Stelle zu, dass dies wohl der wahrscheinlichste Fall sein wir.

“Sie werden schon eine Hard Fork durchführen müssen, mit all den Risiken die ein Hard Fork mit sich bringt, um ihre eigenen Schwerpunkte zu richten”, erklärte er CoinDesk in der letzten Woche auf der Scaling Bitcoin Conference.

Dennoch, so sagen einige, wird dies auch Risiken mit sich bringen.

Ökonom und Investor Tuur Demeester wies darauf hin, dass Ethereum sich in einer Situation wie beim letzte Hard Fork wiederfinden könnte, und es wieder an ausreichendem Support für den Hard Fork aufgrund unvorhergesehenen Konsequenzen mangeln könnte.

“Die Hard Fork der Ethereum Classic entstehen lies, entfachte eine Menge Feindseligkeit und Unzufriedenheit in der Community”, betonte er.

Andererseits ist seine Kritik nicht so sehr spezifisch der Hard Fork an sich gerichtet, sondern an Ethereums Haltung gegenüber Sicherheit und wie Ethereum mit Problemen in der Vergangenheit umgegangen ist.

“Ich hätte meine Bedenken dabei, ob das nicht die Idee eines Ethereums untergräbt, welches ein stabiles Netzwerk mit Smart Contracts ist, dass Business Interaktionen aus der echten Welt unterstützt.” sagte Demeester.

Als Fazit sagte er zusammen mit anderen Beobachtern:

“Ich bin gespannt wie sich das entwickelt.”

BTC-ECHO


Englische Originalfassung von Alyssa Hertig via coindesk

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