Gemeinsam gegen Betrug – Indien und die Blockchain

Gemeinsam gegen Betrug – Indien und die Blockchain

Jahrelang hat Indien Proofs of Concept und Pilotprojekte bezüglich Blockchain-Technologien angekündigt. Jetzt hat eine entsprechende Entwicklung auf Unternehmensebene mit mehreren Finanzdienstleistern begonnen.

Das Netzwerk bietet eine gemeinsame Plattform für Produktionssysteme. Sie braucht kein Finanzinstitut und garantiert dennoch sichere und vertrauliche Informationen. Damit will man Betrug bei Forderungsfinanzierungen eindämmen. Die Plattform basiert auf der Hyperledger Fabric, einem modularen und skalierbaren permissioned Blockchain-Framework für industrielle Anwendungen. Sie arbeitet daher ohne Kryptowährung oder Token.

Forderungsfinanzierungen gehören zu den am schnellsten wachsenden Handelsfinanzierungsmechanismen, mit denen kleine Unternehmen Kredite aufnehmen können. Die Reserve Bank of India hat drei Factoring-Exchanges erlaubt, hierfür effizientere Maßnahmen zu treffen: RXIL, A.TReDS und M1xhange. Zu den Finanzierungsquellen dieser Plattformen gehören die größten Banken Indiens und eine Reihe ausländischer Banken. Sie ermöglichen die Diskontierung von Rechnungen von Unternehmen, Regierungsstellen und Staatsbetrieben.

Indien steigt um auf digital

Indien entwickelt derzeit digitale Infrastrukturen, die auf technischen Innovationen basieren. Von daher ist diese Form der Blockchain-Implementierung nicht überraschend. Initiativen wie das biometrische ID-System Aadhaar, die Geldentwertung und die Vereinheitlichung der Umsatzsteuer zeigen in den letzten Jahren, wie schnell das Land auf die digitale Wirtschaft umsteigt. Mit einer gemeinsamen Blockchain-Plattform eliminieren die Factoring-Exchanges dementsprechend das Risiko von Doppelfinanzierungen ohne spezifische Rechnungs- oder Kundendaten teilen zu müssen.

Kaylan Basu, CEO von A.TReDS erläutert:

„Unsere Kunden sind sehr sensibel, was die vertrauliche Beschaffung von Eingängen angeht. Wir könnten deren private Informationen nie über ein öffentliches Netzwerk leiten. Mit dieser Technologie können wir uns nun mit anderen Exchanges über gemeinsame Ziele austauschen, ohne spezifische Daten teilen zu müssen.“

Hinter der Entwicklung und Implementation der Produktions-Blockchain steht letztlich das Unternehmen MonetaGo. Laut dessen Angaben minimiert diese Technologie, für die weder Kryptowährungen noch Token nötig sind, das Potenzial von Betrug bei der Rechnungsfinanzierung in Indien drastisch. Darüber hinaus können Teilnehmer die Funktionalität dieses neuen Netzwerks noch erweitern.

Kashinath Katakdhond, CEO von RXIL kommentierte die Entwicklung ebenfalls positiv:

„Bisher kannten wir die Blockchain nur für den Gebrauch von Kryptowährungen. Mit der MonetaGo-Blockchain haben wir jetzt ein Werkzeug, um systembedingte Risiken bei der Abbuchung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu mindern. Diese einfache und kostengünstige Technologie minimiert Risiken, die sich aus Mehrfachfinanzierungen derselben Rechnungen auf verschiedenen Plattformen ergeben. Ein klarer Vorteil, zusätzlich zu unserem bisherigen Risikomanagementprozess. Der wahre Nutzen wird aber erst kommen, wenn andere Finanzleute, Banken und Nichtbanken, zu dieser Plattform stoßen.“

BTC-ECHO

Über Roman Maas

Roman MaasRoman Maas hat in Düsseldorf seinen Magister in Anglistik und Geschichte gemacht und danach in verschiedenen Redaktionen, Verlagen und Agenturen gearbeitet. Seit 2015 ist er als freier Autor beruflich und lokal unabhängig. Kryptowährungen und Blockchain bedeuten für ihn in erster Linie eine aufregende Entwicklung mit gewaltigen Möglichkeiten für eine dezentralisierte Zukunft.

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