Geleakt: Größte japanische Reederei entwickelt eigene Kryptowährung

Max Kuhlmann

von Max Kuhlmann

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Max Kuhlmann

Max Kuhlmann ist ein Universalist: Als Politikwissenschaftler, Kinderbuchautor, Qi-Gong-Lehrer, Werbesprecher und Erzieher hat er Einblick in viele Welten. Das verbindende Element all dieser Welten ist das Geldsystem, weshalb es aus seiner Sicht so wichtig ist, sich für ein gerechtes Geldwesen einzusetzen. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich daher mit diesem Thema, wobei sein derzeitiger Fokus auf den Digitalwährungen rund um Bitcoin liegt.

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Der größte japanische Schifffahrtsbetrieb für internationalen Handel entwickelt offenbar eine eigene Kryptowährung. Dies spielte eine anonyme Quelle am 20. November Bloomberg zu. Die weltweit bekannte Reederei Nippon Yusen KK möchte dadurch seinen Mitarbeitern den Umtausch in lokale Landeswährungen vereinfachen. Um deren Stabilität zu gewährleisten, soll die Digitalwährung an den US-Dollar gebunden sein und mit mehreren Banken und Software-Entwicklern gemeinsam entworfen werden. Der Global Player liefert somit ein weiteres Beispiel für sinnvolle Adaption der Blockchain-Technologie in der Wirtschaft. 

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Christopher Klee

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Die Reederei ist ein Tochterunternehmen von Mitsubishi und gehört zu den Big Playern seiner Branche. Mit über 54.000 Mitarbeitern und etwa 800 Handelsschiffen besitzt es eines der größten Transport- und Logistiknetzwerke der Welt. Die Crew jedes Schiffs besteht aus etwa 20 bis 23 Personen. Mit an Board ist auch Bargeld: Zwischen 40.000 US-Dollar und 60.000 US-Dollar pro Schiff dienen dazu, Ausgaben der Besatzung auf dem Festland oder möglicherweise anfallende Wartungsarbeiten und Reparaturkosten zu finanzieren. Dies zieht natürlich großen Aufwand beim Wechseln in die jeweiligen Landeswährungen nach sich. Doch laut einer anonymen Quelle, die dem Wirtschaftsmagazin Bloomberg vorliegt, hat das Unternehmen bereits einen Plan gefasst.

Eigene Kryptowährung bereits im ersten Quartal 2019?


Eine eigene Kryptowährung soll Abhilfe verschaffen. Yusen arbeitet offenbar mit zahlreichen Banken und Software-Entwicklern zusammen, um den Umtausch in die Landeswährungen so einfach wie möglich zu gestalten. Die Währung soll über die Smartphones der Mitarbeiter verwaltet werden – ob dabei die Blockchain oder eine verwandte Technologie verwendet würde, sei noch unklar. Erste Tests seien laut der anonymen Quelle bereits erfolgreich gelaufen. Da der Plan jedoch noch nicht öffentlich sei, ziehe diese es laut Bloomberg jedoch vor, ihren Namen nicht preiszugeben. Das in Tokyo ansässige Unternehmen plane laut der unbekannten Quelle auch, ein Patent für die Technologie anzumelden und diese auch anderen Reedereien anzubieten.

Kryptowährungen von Großunternehmen: Ist das die Zukunft?

2017 sind Kryptowährungen wie Pilze aus dem Boden geschossen. Immer mehr private Coins, darunter auch eine Vielzahl an Scams, fluteten die Szene. 2018 hingegen kommen auch Staaten ins Spiel. So kündigten bereits Thailand oder Saudi-Arabien eigene Kryptowährungen an.

Spekulationen über Kryptowährungen von Großunternehmen gibt es natürlich immer wieder und es besteht zu Recht die Befürchtung einer Zentralisierung der Krypto-Ökonomie. Doch Gerüchte über einen Facebook- oder einem Apple-Coin konnten bisher in das Reich der Märchen verwiesen werden. Macht also nun Nippon Yusen den ersten Schritt in diese Richtung?

Die Antwort lautet: wohl eher nicht. Der geplante Coin ist nicht als Konkurrenz zum Bitcoin zu sehen, sondern vielmehr als Blockchain-Anwendungsfall. Was die Reederei plant, ist ein besseres Instrument zum Geldwechseln; erinnert von der Idee her eher an das weitestgehend zentralisierte Ripple, das sich auf den Währungsaustausch zwischen Banken fokussiert. Insofern ist der Schritt als ein weiteres Zeichen zur Etablierung der Krypto-Ökonomie zu sehen, nicht jedoch als das Heranwachsen eines neuen Bitcoin-Konkurrenten.

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