Über geheime Influencer-Deals und “unfaire” ICOs

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Über geheime Influencer-Deals und “unfaire” ICOs

Obwohl der Kryptowährungsmarkt und damit auch der ICO-Sektor enorm wächst, kommt es bei manchen ICOs zu extremen Preisverfällen und negativen Hockeysticks. Das könnte an sogenannten unfairen Advisory-Deals liegen.
Advisory-Deals: So werden Berater vergütet

Advisory-Deals: So werden Berater vergütet

Advisory-Deals sind per se kein schlechtes Verfütungsmodell für ICOs: Die Berater des Projekts werden nicht etwa in Fiatwährungen, sondern in dem Token, dass im Rahmen des Tokensales herausgegeben wird, belohnt. Dieses Modell mag zwar ein bestimmtes Interesse seitens der Berater schaffen, das Projekt wirklich zum Erfolg führen zu wollen.

Spezielle Deals für Influencer

Nichtsdestotrotz kommt es vor, dass Advisory-Deals ausgenutzt werden und lediglich als Deckmantel für Geschäfte anderer Art dienen. Dadurch werden Influencer als Berater eingestellt. In der Tat beraten sie das Projekt aber nicht wirklich, sondern verleihen dem Projekt durch ihre Rolle als Influencer gewisse Vorsprünge im Marketing.
Auch dies ist prinzipiell kein verwerfliches Prinzip, wenn ICOs auf Influencer zurückgreifen, die das Projekt marketingtechnisch fördern. Schließlich ist es ähnlich zu Börsen- oder Fussballstars, die für Produkte und Projekte werben.

Kritisch anzusehen ist jedoch, dass das Vergütungsmodell auf enormen Discounts basiert. Wie spekuliert wird, erhalten Influencer Tokens dadurch mit einem Rabatt von 80% oder gar 90% auf den regulären ICO-Preis. Der übliche Investor unterliegt diesen Investoren damit enorm, weil er zu normalen Konditionen ohne Nachlass einsteigt.

Warum Influencer-Deals zu Hockeystick-Verläufen führen

Je nachdem, in welchem Umfang diese Deals stattfinden, kann dies durch die Marktmacht der Influencer zu Hockeystick-Verläufen der Tokenwerte führen. Damit ist ein Kursverlauf gemeint, der einem Hockey-Schläger ähnelt, also einem sehr steilen Verlauf, der anschließend ein Plateau erreicht.
Grund dafür ist die Tatsache, dass Investoren, die mit einem enormen Discount eingestiegen sind, möglicherweise nur an kurzfristigen Investments interessiert sind. Verkaufen diese ihre Token, um schnelle Gewinne mitzunehmen, sind die den anderen Investoren deutlich überlegen. Denn: Hat man die Token mit einem Nachlass von 90% erhalten, dann bleibt selbst bei einem Verkauf zu 50% des offiziellen Preises ein annehmbarer Profit übrig. Für normale Investoren entsteht dadurch ein riesiger Verlust, da sie zu schlechteren Konditionen eingestiegen sind.

Wie erkenne ich böse Influencer?

Projekte, die diese Methode nutzen, zu erkennen, ist sehr kompliziert. Schließlich ist die Nutzung von Influencern als Marketing-Instrument nicht per se abzulehnen. Deshalb kann von außen nur schwer zwischen “guten” und “bösen” Influencern unterschieden werden.
Die einzige Möglichkeit, einen Verdacht zu wittern, ist das Hinterfragen der Advisory-Rollen: Können die Berater durch ihr Skillset und ihre Erfahrung wirkliche Beratungsleistungen erbringen, oder erweckt die Zusammensetzung eher den Eindruck, dass die Advisor-Rolle als Vergütungsmodell für andere Tätigkeiten dient? Außerdem mag zu beobachten sein, dass einige Personen vielfach als Advisor in verschiedenen Projekten involviert sind – dann lässt sich auf Basis vergangener ICOs in bestimmten Maßen prüfen, ob die oben genannten Kurs-Indizien eingetreten sind.

Tatsächlich kam es bereits vor, dass bei einem ICO dieses Vorgehen aufgedeckt wurde und sogar eine Bestätigung der Vorwürfe durch das Team erfolgte. Darüber hatte nicht zuletzt auch die Financial Times berichtet.

 

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