Game of Thrones-Macher HBO versucht Bitcoin-Lösegeld zu bezahlen

Game of Thrones-Macher HBO versucht Bitcoin-Lösegeld zu bezahlen

Eine Gruppe Hacker, unter dem Pseudonym Mr Smith, hat laut Medienberichten Skripte von Game of Thrones, so wie weitere Daten von HBO durch einen Hack erlangt. Ursprünglich war von einem Lösegeld die Rede, jetzt bezeichnet es HBO als sogenanntes „Bounty Programm“.

Lösegeld

Wenn es um Ransomware, oder andere Aktivitäten in der Cybercrime-Sezene geht, greifen die Akteure gerne zu digitalen Währungen. Im Mainstream führt das zu einem Image-Schaden für Bitcoin und Co., da häufig keine Parallelen zu anderen Währungen gezogen werden. Dass vergleichsweise mehr Kriminalität mit dem US-Dollar oder Euro finanziert wird, fällt den meisten Lesern nicht direkt auf.

Es wundert jene Leser, die etwas mehr von Bitcoin verstehen, dass die Hacker Bitcoin als Lösegeld verlangen. Es ist weithin bekannt, dass Bitcoin nicht anonym ist, da alle Transaktionen und Adressen auf der Blockchain einsehbar sind und man mit Auswertungsprogrammen Rückschlüsse auf Identitäten ziehen kann. Zwar ist das kein einfacher Schritt, doch mit ausreichend Daten lässt sich eine Identität herausfinden. Insbesondere dann, wenn die Bitcoin-Adresse über eine Börse mit einem Namen verbunden ist.

In einer E-Mail vom 27. Juli erklärte ein Executive von HBO, dass man hart an einer Lösung arbeite und dass man einen Aufschub der Frist erbitte. Außerdem entschied sich das Unternehmen nicht mehr von Lösegeld zu sprechen, sondern von einem sogenannten „Bounty Programm“. Der Begriff kommt aus dem IT-Bereich und bezeichnet den Vorgang, bei dem ethische Hacker Schwachstellen im System aufspüren und melden. Sowas wird häufig bei Open Source-Programmen eingesetzt und wird ebenso häufig vergütet.

HBO entschied sich nun 250.000 US-Dollar in Bitcoin aufzutreiben, um die 1,5 Terabyte Daten, die als „Geisel“ in den Händen der Hacker liegen, freizukaufen. Bisher ist nicht bekannt, ob und wie viel Bitcoin bereits von HBO gekauft wurden.

BTC-ECHO

Über Danny de Boer

Danny de BoerAls Informatiker schaut Danny de Boer kritisch auf die Blockchain-Entwicklung und Kryptographie. Zwischen Komplexität und Hype erklärt er allgemeinverständlich und anwendungsbezogen. Seit 2014 berichtet er für BTC-ECHO aus der Krypto-Szene.

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