Fünf Gründe warum Bitcoin in 2017 die 1000 US-Dollar-Marke knacken wird

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Bitcoin, die Nummer 1 der Kryptowährungen, hat es in der letzten Woche geschafft von 640 US-Dollar auf 720 US-Dollar zu klettern. Trotz einiger Schwierigkeiten und Hackerangriffe dieses Jahr hat sich die digitale Währung als äußerst robust erwiesen.

Entsprechend gibt es gute Gründe dafür, dass Bitcoin auch nächstes Jahr weiter steigen und die 1000 US-Dollar-Marke knacken wird.

1) Steigender Nutzen

Bitcoin wird immer öfter als Währung zum Kauf und Verkauf von Waren und Dienstleistungen verwendet, anstatt nur als Langzeit-Investment bzw. als Spekulation zu dienen. Folglich werden immer mehr Bitcoins, die zuvor lediglich auf Handelsbörsen genutzt wurden, zum Waren- und Dienstleistungsaustausch verwendet, sodass dadurch die angebotene Menge an Bitcoins auf Handelsbörsen zurückgehen wird. Diese geringere Verfügbarkeit bzw. Angebotsverknappung kann wiederum zu einem steigenden Bitcoinkurs führen.

Zudem kann bei einer Beilegung der Skalierungdebatte, durch beispielsweise die Implementierung von Segregated Witness (Segwit), die Kapazität des Bitcoin-Netzwerkes hochgefahren werden, was Mikrotransaktionen begünstigen würde. Die Währung Bitcoin würde dadurch attraktiver werden, sodass auch dies zu einem steigenden Bitcoinkurs führen könnte.

2) Steigende Adaption

Die Mainstream-Akzeptanz von Bitcoin steigt und steigt. Immer mehr Behörden und Regierungen setzen sich mit der digitalen Währung auseinander und arbeiten an einer Regulierung. Dies zeigt, dass Bitcoin inzwischen ernst genommen wird und eine Alternative zu klassischen Fiat-Währungen darstellen kann. Entsprechend erreicht Bitcoin durch die gestiegene mediale Wahrnehmung und der politischen Auseinandersetzung immer mehr Menschen. Was passiert, wenn eine steigende Nachfrage auf ein begrenztes Angebot trifft ist klar – der Preis steigt.

3) Steigende Investments

Dadurch, dass Bitcoin eine dezentralisierte Peer-to-Peer-Währung auf Open-Source-Basis ist, hat sie einige Vorteile gegenüber den Fiat-Währungen. Bitcoin ist gegenüber Kapitalverkehrskontrollen immun. Auch gegenüber anderen Restriktionen von Regierungen und Zentralbanken ist Bitcoin ziemlich widerstandsfähig. Des Weiteren wird die Werthaltigkeit von Bitcoin durch das Argument gestützt, dass keine Inflationsgefahren wie bei klassischen Währungen gegeben sind, da die maximale Anzahl an Bitcoins begrenzt ist. Diese beiden Faktoren machen Bitcoin zu einem gefragten Investmentwert. Insbesondere die Abwertungen des Britischen Pfund und des Yuan haben in letzter Zeit zu einem verstärkten Investmentinteresse an Bitcoin als Alternative geführt. Korrespondierend dazu führen Langzeit-Investments in Bitcoin zu einer weiteren Verknappung, mit den entsprechenden Konsequenzen für den Bitcoinkurs.

4) Steigende Anzahl an Überweisungen

Hierbei geht es gar nicht so sehr um Bitcoin-Transaktionen, die als Ersatz zu klassischen Banküberweisungen getätigt werden. Vielmehr geht es um Bitcoin-Transaktionen, die Bargeldtransfer-Dienstleister, wie Western Union und MoneyGram, ersetzen. Dieser Markt ist vor allem in Ländern ausgeprägt, wo nur wenige Menschen Zugang zu Bankdienstleistungen haben. Um diese teuren Bargeldtransfer-Dienstleister zu ersetzen haben sich auf den Philippinen, in China und Korea bereits Bitcoin-Zahlungsplattformen etabliert. Auch in Indien gibt es immer mehr Zahlungsdienstleister, die auf Bitcoin setzen. Betrachtet man die enorme Bevölkerungsgröße Indiens, so kann hier zukünftig eine zusätzlich starke Nachfrage nach Bitcoin generiert werden.

5) Börsen und Handelsplattformen

Trotz steigender Langzeit-Investments und dem immer stärkeren Gebrauch von Bitcoin zum Kauf und Verkauf von Waren und Dienstleistungen, spielt das Bitcoin-Trading eine nach wie vor große Rolle. Es ist nicht damit zu rechnen, dass das Trading-Volumen zurückgeht. Das hohe Handelsvolumen trägt dazu bei, dass Bitcoin als Handelsinstrument und Basiswert nach wie vor sehr interessant für Trader ist. Insbesondere bei Anwendung von Charttechnik gibt es, aufgrund von Marktkapitalisierung und Liquidität, keine besser geeignete digitale Währung.

Kommentar von Sven Wagenknecht, BTC-ECHO:

Natürlich treffen Kursprognosen oftmals nicht ein. Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass es gute und logische Gründe für einen Bitcoin-Kursanstieg im Jahr 2017 gibt, wie der Autor des Artikels bereits oben aufgeführt hat.

Der größte Belastungsfaktor für den Bitcoinkurs ist die nicht enden wollende Skalierungsdebatte. Sollte es gelingen diesen Konflikt, der zu einer großen Verunsicherung innerhalb der Bitcoin-Community geführt hat, zu lösen, würde einem deutlichen Bitcoin-Kursanstieg, auch über die 1000 US-Dollar-Marke, (fast) nichts mehr im Wege stehen.

Ein weiterer Belastungsfaktor, wenn auch weniger gewichtig als die Skalierungsdebatte, ist die Zentralisierung von Mining-Kapazitäten in China. Die Tatsache, dass die meiste Mining-Power in China sitzt, unterminiert das Kernmerkmal von Bitcoin, die Dezentralität. Sollte sich die Mining-Gewichtung gen China weiter verstärken, dann könnte sich dies negativ auf die Bitcoin-Kursentwicklung auswirken. Entsprechend bleibt hier zu hoffen, dass sich die Mining-Kapazitäten wieder stärker geographisch verstreuen, was wiederum das Vertrauen in das Bitcoin-Netzwerk steigern würde und damit auch den Preis.

Als Fluchtwährung profitiert Bitcoin hingegen sehr stark von den vielen politischen Krisen. Die hohe Verunsicherung und das zunehmende Misstrauen gegenüber politischen Institutionen wird voraussichtlich auch im Jahr 2017 nicht abnehmen. Egal ob Brexit, eine eventuelle Wahl von Donald Trump als US-Präsident oder eine stark angeschlagene EU, es sind allesamt Faktoren, die Vermögenswerte bevorteilen, die nicht der staatlichen Regulierung unterliegen.

Am allermeisten profitiert Bitcoin allerdings von der globalen Notenbankpolitik. Praktisch alle großen Notenbanken führen eine hochriskante und expansive Geldpolitik durch. Verlierer sind die Fiat-Währungen, Gewinner die Kryptowährungen. Jede weitere Zinssenkung und jeder weitere Anleiheankauf führt zu einer Stärkung von Bitcoin. Insbesondere im Euroraum kann durch die hohe wirtschaftliche Verunsicherung davon ausgegangen werden, dass die EZB ihren verzweifelten, stabilitätsfernen Kurs weiter fortsetzen wird.

BTC-ECHO

Englische Originalversion von Gautham via NewsBtc


Über Sven Wagenknecht

Sven WagenknechtSven Wagenknecht ist Chefredakteur von BTC-ECHO und verantwortet neben der redaktionellen Planung auch den Bereich Business Development. Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann hat er Politik und Wirtschaft in Münster studiert und verschiedene berufliche Stationen, etwa in einer der führenden Unternehmensberatungen und im Bundeswirtschaftsministerium, absolviert. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn vor allem die langfristigen Implikationen auf Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Als Speaker, zuletzt etwa auf dem St. Petersburg International Economic Forum 2017, referiert er über das makroökonomische Potential der Blockchain.

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