Finanzspritze Bitcoin: Bundesländer füllen ihre Kassen

Quelle: Border sign on the German-Austrian state border, which indicates the entry of the Free State of Bavaria via Shutterstock

Finanzspritze Bitcoin: Bundesländer füllen ihre Kassen

Die deutschen Bundesländer sind Krypto-Millionäre. Im vergangenen Jahr haben die Behörden bis zu zweieinhalb Millionen Euro in Form der Kryptowährung konfisziert. Ein Großteil des Vermögens soll aus Razzien im kriminellen Milieu stammen, berichtet die Wirtschaftswoche. Aus Versteigerungen und Abverkäufen ist bereits ein Großteil in die Landeskassen geflossen. Hier soll das Geld nun den Opfern von Kriminalität zu Gute kommen.

Organisierte Kriminalität, Drogen, Menschenhandel, illegale Downloads – die Anonymität des Bitcoin wirft lange Schatten. Dessen Prominenz in kriminellen Milieus jedoch ist für die deutschen Bundesländer 2017 zur unerwarteten Finanzspritze geworden. Laut Wirtschaftswoche konnten im vergangenen Jahr Bitcoin-Vermögen im Wert von mindestens zweieinhalb Millionen Euro aus kriminellen Geschäften beschlagnahmt werden. Bei Abverkäufen und Versteigerungen sollen bereits bis zu zwei Millionen Euro eingenommen worden sein.

Am deutlichsten sollen dabei Bayern und Baden-Württemberg profitieren. Sie sammelten mit Bitcoin im Wert von knapp 616.000 und 520.000 Euro rund die Hälfte des unerwarteten Geldsegens. Auch Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Hessen sollen dank der Razzien über gewichtige Bitcoin-Vermögen verfügen.

Während Bayern im vergangenen Jahr zu vergleichsweise ungünstigen Kursen bereits Teile seiner Bestände verkaufte, wächst die Bedeutung der Kryptowährungen zusehends im Zuge kletternder Kurse. Zwar könne man bei Weiterverkäufen nicht „wie Spekulanten auf steigende Kurse wetten“, so ein befasster Staatsanwalt gegenüber der Wirtschaftswoche, dennoch dürften diese trotz eines hinkenden ersten Quartals hohe Erträge für die Länder versprechen.

Diesen geht es zwar vergleichsweise gut, die Erträge dürften dennoch willkommene Finanzspritze darstellen.

Fest steht bereits, dass Teile der Verkäufe Kriminalitätsopfern zu Gute kommen sollen. Darüber hinaus dürften die Erträge ähnlich herkömmlicher Zuflüsse aus der Kriminalitätsbekämpfung künftig genutzt werden, um altbekannte Haushaltslöcher zu stopfen. In Hessen etwa warten Städte und Gemeinden trotz schwarzer Null im Landeshaushalt seit Längerem auf ein Mehr aus der Hauptstadt Wiesbaden. Rheinland-Pfalz beklagte im vergangenen Jahr ungeplante Mehrausgaben von 160 Millionen Euro.

Auf die wachsende Bedeutung  reagieren will künftig auch das Bundeskriminalamt BKA und die beschlagnahmten Bitcoin registrieren.

„Wir wollen in der Kriminalstatistik nächstes Jahr auch erstmals beschlagnahmte Bitcoins ausweisen“,

ließ die Behörde im vergangenen Jahr verlauten.

Bitcoin-Konfiszierung weltweit

Finanzspritzen aus Bitcoin & Co. sind jedoch alles andere als ein deutsches Phänomen. Im Gegenteil: Weltweit spülen Abverkäufe konfiszierter Bitcoin-Konten willkommene Mehreinnahmen in mal mehr, mal weniger bedürftige Staatskassen. Anfang des Jahres etwa auktionierte der US-Bundesstaat Utah beschlagnahmte Bitcoins im Wert von über 50 Millionen US-Dollar. Die Coins waren im Kampf gegen den Drogenhandel in die Hände der Behörden gelangt.

Auf ihre Auktion warten zudem derzeit knapp 2.000 finnische Bitcoin. Sie könnten die Staatskassen des Landes momentan mit bis zu 11 Millionen Euro stärken.

Der wohl größte Bitcoin-Halter europäischer Breitengrade jedoch ist Bulgarien. Wie im vergangenen Jahr bekannt wurde, soll der Balkan-Staat im Besitz von bis zu 200.000 Bitcoins sein. Im Zuge eines Verkaufs würde dies riesiges Plus von mehr als einer Milliarde Euro für den bulgarischen Haushalt bedeuten. Momentan wolle man jedoch abwarten, „investieren und sparen“, heißt es aus Regierungskreisen.

Bitcoin-Verkäufe: Eine Gefahr für Kurse?

Dass schubhafte Abverkäufe in Millionenhöhe auch zu vergleichsweise geringen Kursen letztlich auch die Bitcoin-Kurse beeinflussen könnten, dürfte vielen Anleger Grund zur Sorge sein. Die massiven Verkäufe der insolventen Kryptobörse Mt.Gox etwa wurden von Anlegern mit großem Argwohn betrachtet. Insolvenzverwalter verkauften seit Anfang des Jahres knapp 36.000 Bitcoin des japanischen Unternehmens. Damit sollen bis zu einer Milliarde US-Dollar an möglichem Verkaufswert verlorengegangen sein und Kurse gelitten haben.

Zwar befinden sich die deutschen Bestände jenseits dieser astronomischen Dimensionen, sollte sich Bitcoin-Wal Bulgarien jedoch zu ähnlichen Abverkäufen entschließen, dürfte sich dies spürbar auf die Kurse auswirken.

BTC-ECHO

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