Fehler, die Unternehmen im Thema Blockchain machen

Max Kops

von Max Kops

Am · Lesezeit: 5 Minuten

Max Kops

Burnout Überarbeitet

Quelle: © photo4passion.at - Fotolia.com

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“Die Blockchain im Eneterprise-Bereich zu nutzen, ist wie die Aufgabe, eine runde Lücke mit einem eckigen Puzzleteil zu füllen” – Stimmt es, dass sich die Blockchain und der Kapitalismus widersprechen, oder stehen wir der wirtschaftlichen Revolution nur kurz bevor?
Welches Problem kann die Blockchain lösen? Oder: Wie lösen wir dieses Problem?

Welches Problem kann die Blockchain lösen? Oder: Wie lösen wir dieses Problem?

Die Blockchain kann viele Probleme lösen. Neben reinen Zahlungssystemen bieten ihre Eigenschaften der Dezentralitität und Unveränderlichbarkeit Grundlagen, um viele Dinge umzusetzen.
So interessieren sich verstärkt auch Unternehmen dafür, die Blockchain-Technologie zu ihren Gunsten einzusetzen. Schließlich ist das Thema neu. Und es ist heiß. Jeder möchte dabei sein, der erste sein, mit vom Hype profitieren.
Dabei ist die Richtung der Fragen oft das Problem: Immer wieder wird die Frage gestellt, welches Problem die Blockchain lösen könne. “Nein” ist in den häufigsten Fällen die Antwort. Nicht, weil die Blockchain zu wenige Möglichkeiten bietet, neue use-cases mit ihr zu entdecken, sondern weil die Frage vergangenheitsorientiert ist.

Die Blockchain als Non plus ultra


Wir müssen beginnen, die Blockchain nicht als Non plus ultra zu sehen, als etwas (wie das Internet heutzutage), dass jeder einmal benutzen können muss und bei dem es unter anderem um die Schnelligkeit geht, als einer der Ersten mit dabei zu sein. Viel mehr geht es darum, die Blockchain als einen Ansatz, um es im Wirtschaftsbegriff auszudrücken, einen “approach” zu sehen, der bei der Lösung eines Problems in Betracht kommt.

Um das wirkliche Potenzial der Blockchain bemessen zu können, muss die Frage gestellt werden, was ein dezentraler approach für die eigene Branche bedeutet. Nicht in allen Fällen ist eine Blockchain sinnvoll. Oft genug widerspricht sie herkömmlichen Geschäftsmodellen sogar, die in Kombination mit der Technologie nicht funktionieren.
Das bedeutet nicht, dass sich bspw. eine Bank nicht mit Blockchain-Technologien auseinandersetzen sollte, weil eine Blockchain wie im Anwendungsfall des Bitcoin das riesige Konstrukt des herkömmlichen bankensystems ersetzen könnte, sondern, dass Banken dieser Frage bewusst entgegentreten sollten, um einerseits auszuloten, welchen disruptiven Effekt diese Entwicklung auf das eigene Geschäft hat und andererseits einen Strukturwandel zu vollziehen. Es mag sein, dass die klassische, public Blockchain dem Konzept einer Bank gänzlich widerspricht. Ein Grund dafür, sie gänzlich zu meiden, ist das nicht. Aus Sicht der Bank ist ein Schrumpfen des eigenen Geschäfts langfristig vielleicht vorteilhafter als seine Verdrängung durch die Umsetzung dieser Ideen durch andere.

Der Top-Down Ansatz

Angenommen sei das Beispiel von Krankenhäusern, Ärzten und Gesundheitsinstitutionen. Diese speichern große Datenmengen und Patienteninformationen, bisher allerdings zentral und jeder für sich. Eine Blockchain könnte dafür sorgen, dass die Daten dezentral und damit für alle betreffenden Institutionen abrufbar sind.
Das Problem an dieser Idee ist, dass sie letztlich auf Lokalebene getroffen wird. In einem Architekturmeeting wird man die Blockchain zwar als Alternative erwähnen können, es aber in den meisten Fällen bei einem nicht umgesetzten Vorschlag belassen. Die Entscheidung, Daten über die Blockchain zu organisieren, müsste stattdessen auf strategischer oder Branchenebene getroffen werden. Eine Entscheidung, die letztlich top-down getroffen werden muss und nicht mit einem bottom-up Ansatz funktioniert. Der Netzwerkeffekt macht dem bottom-up Ansatz im Gegensatz zu nice-to-have Technologien oder Technologien, die eher komplementär als subsidiär sind, einen Strich durch die Rechnung.

Der Verbund aus Institutionen an sich müsste sich einigen, den Patienten in den Vordergrund zu stellen und Daten so zu speichern, dass sie zu seinen Gunsten immer bei Bedarf abgefragt werden können. Der Ansatz widerspricht der herkömmlichen egozentrischen Architektur der Datenhaltung. Es muss grundsätzlich festgelegt werden, in welcher Art und Weise die sogenannten Electronic Health Records (EHR) gespeichert werden.
Die Organisationsstruktur müsste sich dafür von ihrer Prozessorientierung lösen, um eine Patientenorientierung annehmen zu können.

Die Komplexität der Herausforderung

Eine der schwierigsten Fragen, der sich (nicht nur) der Healtcare-Sektor stellen muss, ist die Frage nach dem Anfang. Gerade in diesem Beispielfeld, das unter strenger Regulierung steht und eine große Verantwortung trägt, ist die Datenspeicherung eine enorm wichtige Aufgabe. Können Daten im Extremfall zu anderen Entscheidungen bspw. eines Arztes führen, wenn er einen Patienten rettet, dann müsssen sie in einem sehr stabilen System gespeichert und jederzeit abrufbar sein. Dies verhindert, dass sich neue Technologien oder Prototypen in einer realen Umgebung schnell testen lassen.
Zudem müssen sich die Prüfstellen, die eben diese Sicherheit der Systeme kontrollieren, den neuen Gegebenheiten anpassen. Die Frage ist jedoch: Ist es der Regulierer, der zuerst die Bedingungen schafft, um Blockchain-Technologien in einem bestimmten Bereich zu etablieren, oder die Aufgabe der Wirtschaft und der Praktiker, die Technologie in eigener Initiative zu entwickeln und sie vor dem Regulierer zu verteidigen?

So funktioniert die Blockchain: Praxisbeispiel Estland

Wie in vielen Zusammenhängen mit der Blockchain ist auch an dieser Stelle das Beispiel Estlands anzuführen. Der Staat hat es geschafft, mit einer digitalen Revolution sehr große Teile der Verwaltung zu digitalisieren und dabei in Teilen bereits auf die Blockchain-Technologie zu setzen, ebenso im Gesundheitssektor. E-Estonia & Co. wurden dabei vom Staat vorangetrieben. Ein Positivbeispiel einer Regierung, die damit ein Push-Signal gegeben hat.

Unser Kollege Laeven von CoinDesk vermutet, dass wir die wirklich starken Innovationen im Blockchain-Bereich zuerst aus den Regionen des mittleren Ostens, Afrikas und Asiens erfahren werden. Oft genug haben auch Entwicklungsländer bewiesen, dass sie gerade aufgrund ihrer “laschen” Regulierung Innovationen ermöglichen und bei Blockchain-Untersuchungen oben mitspielen.

Die Blockchain als Architektur zu akzeptieren, ist nicht leicht. Aber es ist eine Aufgabe, der wir uns stellen sollten.

BTC-ECHO

Englische Originalfassung von Arno Laeven via CoinDesk

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