Manager der US-Notenbank: Digitale Zentralbank-Währungen sind bedenklich

Max Kops

von Max Kops

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Federal Reserve Bank in Washington D.C.
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Nachdem Bitcoin die Welt der digitalen (dezentralen) Währungen eröffnete, sind nach einigen Jahren und hunderten von neuen Kryptowährungen auch Zentralbanken auf den Zug aufgesprungen. Ein Manager der US-Notenbank warnt nun vor dieser Art von digitalen Währungen, die von Zentralbanken ausgegeben werden.
Digitale Währungen: Ein verlorener Hilfeschrei der Banken?

Digitale Währungen: Ein verlorener Hilfeschrei der Banken?

Klarzustellen ist: Blockchain-Technologien und dezentrale Währungen zeichnen sich dadurch aus, dass man als Nutzer nicht von einer einzigen, zentralen Partei abhängig ist, sondern sich auf die Mehrheit des Netzwerkes verlässt. In diesem Punkt widersprechen die digitalen Währungen von Zentralbanken dem Konzept, weil sie einen Besitzer des Systems vorgeben, der über dessen Betrieb entscheidet.


Oft wird spekuliert, dass es sich dabei um einen Rettungsversuch handelt, um sich im Umkreis der digitalen Währungen als Bank bzw. als Regulierung etablieren zu können.
Ähnlich sieht es auch Jerome Powell, Mitglied im Federal Reserve Board, der mächtigsten Regulierungsinstanz der Bank. Seiner Meinung nach können von Banken ausgegebene digitale Währungen den Fortschritt im privaten Sektor der Zahlungssysteme behindern. Dies habe er in einer Diskussionsrunde um Blockchain-Technologien und die Zukunft der Finanzmärkte geäußert.

Zahlreiche Institutionen hatten bereits neue Anwendungsgebiete untersucht, in denen sich digitale Währungen etablieren ließen. Darunter beispielsweise auch die Bank of England, die in den letzten eineinhalb Jahren Untersuchungen der Blockchain-Technologie angestellt hatte.

Zentralbanken aus China, Schweden und Singapur haben neben vielen weiteren Banken ebenfalls ihren Tatendrang im Thema der digitalen Währungen bewiesen.

Powell: Digitale Währungen von Zentralbanken nur schwer durchsetzbar

Ergänzend warf Powell einige Fragen über die Durchsetzbarkeit derartiger Systeme auf, werfe man einen Blick auf die technischen Anforderungen und die Bedenken der Privatsphäre.
Ein solches System wäre ein “weltweites Angriffsziel für […] Cyber-Attacken”, erklärt er weiter.

Im Rahmen des Vortrags führte er aus:

“Tatsächlich rechne ich im Privatsektor mit einer höheren Innovationsbereitschaft als bei Zentralbanken, wenn es um die Bereitstelung wirklich neuer Features geht. Schließlich sind sie zur Endkundenbefriedigung gezwungen, ganz im Gegenteil zu Zentralbanken. Die Lösung einer Zentralbank müsste gegen diese Innovationen in Konkurrenz antreten.”

Es könnte dazu kommen, dass Zentralbanken zu Herangehensweisen greifen, die eigentlich nur für den Privatsektor üblich sind.

“Jede Zentralbank, die eine eigene digitale Währung veröffentlichen möchte, sollte über den gesamten Funktionsumfang des Zahlungssystems nachdenken und andere regulatorische Aspekte, sowie die wirklichen Vorteile für die Gesellschaft. Meiner Meinung nach sollten sie sich ebenfalls der Frage stellen, ob eine private Lösung den Bedarf nicht ebenso decken könnte.”

Die Rede des Boardmembers folgt nur wenige Monate auf die damalige Diskussion von Lael Brainard um die Untersuchungen der Blockchain durch Zentralbanken.

Auc Janet Yellen, Präsidentin des Federal Reserve Board,  hat sich seit dem vergangenen Herbst bereits zweimal zum Thema geäußert und die Blockchain zuletzt im Januar eine “wichtige Technologie” genannt.

BTC-ECHO

Englische Originalfassung von Stan Higgins via CoinDesk

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