FCA: Britische Finanzaufsicht sieht weiterhin keine Regulierung für reine Krypto-Börsen vor

Christopher Klee

von Christopher Klee

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Die britische Financial Conduct Authority (FCA) hat aktualisierte Richtlinien zum regulatorischen Status quo von Bitcoin & Co. veröffentlicht. Darin hat die Finanzaufsichtsbehörde die Rückmeldungen von Marktteilnehmern berücksichtigt, die an einer im Januar begonnenen Konsultation teilgenommen haben. Reine Krypto-Börsen können demnach ebenso entspannen wie die Emittenten von Utility Token, die nicht die Definition von E-Geld erfüllen.

Die britische Finanzaufsichtsbehörde FCA hat neue Richtlinien zur Regulierung von Bitcoin & Co. vorgelegt. Darin klärt die FCA die (Krypto-)Marktteilnehmer unter anderem darüber auf, welche Token-Arten– von Utility Token bis Security Token – von einer Regulierung betroffen sind und welche nicht. Der Veröffentlichung des Positionspapiers ist ein mehrmonatiger Konsultationsprozess vorausgegangen, indem Branchenangehörige der Behörde ihre Fragen und Anregungen mitteilen konnten.

Im vorangegangenen Konsultationspapier unterschied die FCA zwischen drei verschiedenen Klassen von Krypto-Assets: Exchange Token, Utility Token und Security Token.

„Reine“ Kryptowährungen [„Exchange Tokens“]

Krypto-Token, deren Funktion ausschließlich in ihrem Einsatz als Bezahlmittel besteht, fallen nicht in den Zuständigkeitsbereich der FCA. Wichtig ist dabei unter anderem, dass es keinen zentralen Emittenten gibt und mit dem Besitz des Token keine (Genuss-)Rechte verbunden sind.


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Gute, wenn auch keine neuen Nachrichten für reine Krypto-Börsen, denn:

Das bedeutet, dass Marktteilnehmer wie Krypto-Börsen, die nur eine Plattform für den Handel mit Börsen-Token bieten (wie z. B. Bitcoin), außerhalb unseres Aufgabenbereichs liegen.

Ein Großteil der Befragten teilte diese Einschätzung der FCA. Einige hätten jedoch Bedenken hinsichtlich des Verbraucherschutzes geäußert. Für andere bestand überdies Klärungsbedarf in der Frage, wie die FCA reine Kryptowährungen von Utility Token unterscheidet.

Dabei ist sich die FCA durchaus darüber im Klaren, dass die allermeisten Kryptowährungen auf dem Sekundärmarkt mit spekulativer Absicht gehandelt werden. Dieser Umstand alleine mache aus Bitcoin & Co. jedoch noch keine Investition im Sinne der FCA-Definition eines „Specified Investments“.

Wir sind uns bewusst, dass Exchange-Token eher zu Spekulationszwecken erworben und gehalten werden […]. Wir halten dies jedoch nicht für ausreichend, damit Umtauschmarken eine […] Investition darstellen. Die Analogie wäre eine Person, die verschiedene Fiatwährungen oder eine Ware hält, die beide unreguliert sind, in der Hoffnung auf einen Gewinn.

Utility Token: FCA bessert nach

Als Utility Token definiert die FCA jene Krypto-Token, die „den Inhabern Zugang zu einem aktuellen oder potenziellen Produkt oder einer Dienstleistung gewähren“, ohne den Inhabern jedoch die gleichen Rechte einzuräumen, die üblicherweise mit Investitionen nach Definition der FCA verbunden sind.

Die FCA weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass Utility Token die Definition von E-Geld erfüllen können – und damit eine Regulierung erfordern könnten:

Obwohl Utility-Token keine spezifizierten Investitionen sind, können sie unter bestimmten Umständen der Definition von E-Geld entsprechen (wie auch andere Token). In diesem Fall können die betreffenden Tätigkeiten reguliert werden.

Auch diese Definition stieß bei einer Mehrheit der Befragten auf Zustimmung. Drei von vier Konsultationsteilnehmern teilten die Ansicht der FCA, dass nur Utility Token, die als E-Money fungieren, der Regulierung bedürfen. Auch hier gab es einige Bedenkenträger, die eine generelle Regulierung von Utility Token fordern.
Die FCA hat die Rufe nach einer eindeutigeren Unterscheidung der Utility Token von den Exchange Token erhört und – zumindest ein wenig – die Definitionen des Konsultationspapiers nachgebessert.

Auf Grundlage der Antworten werden wir mit den von uns konsultierten Leitlinien fortfahren und Änderungen vornehmen, um die Unterscheidung zwischen den Kategorien von Krypto-Assets klarer zu gestalten.

Die neue Taxonomie der FCA unterscheidet nun zwischen Security Token, E-Money Token sowie unregulierten Token.

Security Token

Die Behörde folgt der verbreiteten Definition von Security Token als digital verbriefte Wertpapiere. Sie räumen ihren Inhabern Rechte ein, die vergleichbar mit denen einer Investition in eine klassische Wertanlage sind.

Zu den Security Token gehören Token, die den Inhabern einen Teil oder alle der den Aktionären oder Schuldnern übertragenen Rechte gewähren, sowie Token, die Rechte an anderen Token gewähren, die selbst spezifizierte Investitionen sind. […] Security Token sind Wertpapiere, weil sie bestimmte Rechte im Zusammenhang mit traditionellen Wertpapieren gewähren.

Security Token – man mag es bereits erahnen – fallen damit ebenso in die Domäne der FCA wie Token, welche die Definition von E-Geld erfüllen.

FCA sieht Krypto-Derivate kritisch

Während die FCA in Bezug auf reine Exchange bzw. Utility Token ohne E-Geld-Charakter keinen akuten Handlungsbedarf sieht, hat die Behörde Anfang des Monats ein Verbot von Derivaten mit Krypto-Bezug in Aussicht gestellt. Darunter fallen unter anderem Differenzkontrakte, binäre Optionen sowie Termingeschäfte.


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