“Faire Mining Vergütung liegt bei 10.000$ pro Block”

Das Blockchain Research Center vom University College London hat errechnet, dass die faire Vergütung pro Block für Miner bei 10.000 US-$ liegt.



In einem neuen Paper hat Tomaso Aste, Professor für komplexe Systeme, die offenbar faire Vergütung für gefundene Bitcoin Blöcke untersucht. Demnach muss ein gefundener Block mit 10.000$ vergütet werden, damit sich das Einspeisen der Rechenleistung für die Miner weiterhin lohnt. Aktuell liegt die Vergütung umgerechnet deutlich über diesem Wert.

Mining nur lukrativ, wenn 10.000$ pro Block ausgeschüttet werden

Die Prämien für Miner sind entscheidend für das gesamte Bitcoin System, damit entsprechend viele Miner sich an den Transaktionsbestätigungen beteiligen und damit bspw. verhindern, dass Angreifer gefälschte Transaktionen im Netzwerk verbreiten. Diese Form der Angriffe ist zum Beispiel dann möglich, wenn eine Partei die Mehrheit der gesamten Rechenleistung erreicht. Das in Kürze anstehende Block Halving hatte kürzlich eine Debatte über die Abschaltung von Minern ausgelöst, weil die Blockvergütung von 25 auf 12,5 Bitcoins reduziert wird.

Kann das System den Preis von $10.000 halten?

Wer einen Miner betreibt und einen Block findet, der erhält aktuell 25 Bitcoins. Diese entsprechen ca. $15.600 und sind somit ausreichend, damit nach der Studie, genug Miner am System beteiligt sind, um es vor gefälschten Transaktionen zu schützen.
Da das Halving kein stetiger Prozess, sondern eine abrupte Halbierung der Blockvergütung ist, würde der Gegenwert dadurch auf nur noch ca. 8000$ sinken.

Interessante Mining Fakten der Studie

Neben den obigen Ergebnissen stellt die Studie weitere interessante Fakten heraus: So schätzt man, dass ca. 50.000$ pro Stunde an Stromkosten für das Bitcoin Mining ausgegeben werden.
Pro Block werden ca. 8.333$ an Stromkosten investiert, heißt es im Bericht.

 

Meinung des Autors (Max):
Vergessen wird von Minern oft, dass sie eine lebenserhaltende Funktion für das Bitcoin Netzwerk erfüllen und die Blockchain nur von der Bestätigung der Transaktionen lebt. Viel öfter steht hier das wirtschaftliche Interesse im Sinne des “Minings als Verdienstquelle” im Vordergrund.
Um zu erreichen, dass sich wirklich genug “ehrliche” Miner am System beteiligen, müsste man also sicherstellen, dass das Mining eine auf Dauer gesehen lukrative Investition bleibt. Geschehen dürfte dies entweder durch eine Wertsteigerung des Bitcoin oder aber durch immer günstiger werdende Hardware. Dass das Block Halving gewissermaßen eine Defaltion bewirkt und der Bitcoin deshalb theoretisch steigen müsste, ist in der Praxis hingegen nicht allzu sicher zu sehen:
Zum einen spielen psychologische Verhaltensweisen mit in die Kursentwicklung ein, zum anderen würde eine “sichere Wertsteigerung” sich volkswirtschaftlich immer zeitlich verschieben:
Wer heute sicher weiß, dass Bitcoins auf Dauer immer mehr wert werden, der wird heute Bitcoins kaufen. Daraus folgt, dass eine zukünftig erwartete sichere Wertsteigerung bereits heute stattfinden würde. Möglicherweise ist es deshalb nicht möglich, den Wert zukünftig immer weiter steigern zu können bzw. darf eine solche Theorie nüchtern betrachtet nicht möglich sein.

 

Originalbeitrag via CoinDesk

Über Max Kops

Max KopsMaximilian Kops arbeitet als Analyst und Autor für BTC-ECHO und ist spezialisiert auf Fragen zur technischen Entwicklung von Blockchains als auch zu FinTech-Startups. Zudem ist er Experte für die Analyse von Initial Coin Offerings (ICOs). Er studiert Wirtschaftsinformatik und begann bereits im Alter von 17 Jahren, Bitcoins im Wohnzimmer seines Elternhauses zu minen.