EZB möchte Payment-Lösung für Zahlungen ohne Wartezeit entwickeln

Euro sign at European Central Bank in Frankfurt, Germany

Es klingt zunächst wie ein Widerspruch, wenn man von den Plänen eines innovativen Payment-Systems der europäischen Zentralbank hört, und gleichzeitig an gewohnt-lange Bearbeitungszeiten von Bankendienstleistungen denkt. Die EZB möchte aber ernst machen: Das System, über das sie aktuell nachdenkt, soll Zahlungen grenzüberschreitend sofort ohne Wartezeit durchführen, neudeutsch „instant payments“.

EZB erkennt akuten Handlungsbedarf

2017 wird ein spannendes Jahr für Payment-Konzepte. Sowohl junge Startups, die mit innovativen Konzepten an die Macht gelangten, als auch dezentrale Systeme, die von ihren Teilnehmern getrieben werden, haben sich 2016 stark weiterentwickelt. So sehen auch die Banken, dass besondere Herausforderungen auf sie zukommen: Kunden haben die Auswahl aus einem viel größeren Produktportfolio, das Finanzdienstleistungen anbietet. Junge Kunden lassen sich durch ihre hohe Wechselbereitschaft nicht auf schlechte Konditionen ein und sind im Zweifel bereit, „etwas Neues auszuprobieren“. Es wird also eine schwere Zeit für unsere Banken, die ihre Oligopolstellung als Finanzdienstleister aus alten Zeiten längst verloren haben.

Offenbar möchte die EZB auch in genau diesem Bereich aktiv werden. Mit den instant payments sollen Zahlungen schneller und günstiger stattfinden können. So wirft man ihr im Netz bereits vor, dem Bitcoin die Stirn bieten zu wollen.

Durchführungsentscheidung soll bald getroffen werden

Auf einer kürzlich stattgefundenen Konferenz sollen Vertreter der EZB ihr Konzept vorgestellt haben. Bisher handle es sich nur um ein Rohkonzept, dessen Durchführbarkeit zuerst untersucht werden muss. Bis Juni 2017 soll entschieden werden, ob dieses Projekt wirklich umgesetzt wird.

Dazu hat sie ambitionierte Ziele vorgelegt: Zunächst sollen die Gebühren für derartige Zahlungen auf einen Cent, in den folgenden Jahren sogar auf einen halben Cent gedrückt werden.

Wie die EZB die teilnehmenden Staaten einbindet

Um das Konzept zu verwirklichen, würde das Abwicklungssystem Tips (TARGET Instant Payments Settlement) infrage kommen. Dies soll das Kreditrisiko beim Abwickeln vieler instant Zahlungen verhindern. Gleichzeitig soll es den Staaten helfen, die Anforderungen des Sepa Instant Credit Transfer zu erfüllen.

Wichtig zu wissen ist aber, dass die Beteiligung am Tips-System absolut freiwillig bleibt. Marktteilnehmer, die sich nicht am System beteiligen wollen, könnten alternativ auch einen Umweg über eine Vertragsbeziehung zu einem Staat gehen, der am System teilnimmt.

Meinung des Autors (Max):

Eine wirkliche Konkurrenz zwischen Kryptowährungen und Zentralbanken wird es nie geben: Zwar können Banken durch eigene Lösungen den selben Standard im Hinblick auf Schnelligkeit und Geühren erreichen, den Kryptowährungen besitzen, unmöglich funktionieren sie aber dezentral. Am Ende des Tages bleibt die Frage nach dem Vertrauen, das man entweder in die Hände der Gesellschat oder in die einer Zentralbank legt. Der erste Ansatz geht vom mündigen Bürger aus, der selbst für seine finanzielle Versorgung und Aufbewahrung von Vermögen verntwortlich ist, letztere unterstellt, dass es dafür einem politischen Apparat bedarf.

BTC-Echo

Englische Originalfassung von JP Buntinx via newsbtc

Über Max Kops

Max KopsMaximilian Kops arbeitet als Analyst und Autor für BTC-ECHO und ist spezialisiert auf Fragen zur technischen Entwicklung von Blockchains als auch zu FinTech-Startups. Zudem ist er Experte für die Analyse von Initial Coin Offerings (ICOs). Er studiert Wirtschaftsinformatik und begann bereits im Alter von 17 Jahren, Bitcoins im Wohnzimmer seines Elternhauses zu minen.

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