Anzeige
EZB-Direktoriumsmitglied: Banken zu langsam für Kyptowährungen

Quelle: EZB-Gebäude via Shutterstock

EZB-Direktoriumsmitglied: Banken zu langsam für Kyptowährungen

Gestern sagte EZB-Direktoriumsmitglied Yves Mersch in Rom, kommerzielle Banken müssten künftig schnellere Geldtransfers durchführen, um den Siegeszug der Kryptowährungen aufzuhalten. Bislang hatte er sich diesbezüglich herablassend geäußert.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, äußerte sich am gestrigen Donnerstag Yves Mersch vom Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) in Rom über die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit der Banken. Laut Mersch müssen die Banken die Einführung der verzögerungsfreien Überweisung beschleunigen, bei der Gelder unverzüglich rund um die Uhr übermittelt werden können. Dies soll die Faszination ausbremsen, die momentan immer mehr von Kryptowährungen ausgeht.

Yves Mersch hat sich in der Vergangenheit herablassend über digitale Währungen geäußert. Der EZB ist aber offenbar weder das aktuelle Bitcoin-Kurshoch, noch die überaus schnelle elektronische Übertragung von Guthaben mittels Kryptowährungen rund um den Globus entgangen. Auf einer Veranstaltung in Rom sagte Mersch, man brauche eigene Argumente in der Debatte um die „angeblichen Innovationen virtueller Währungssysteme“. Zwar werden die neuen Zahlungsmittel nur im Ausnahmefall von den europäischen Einzelhändlern akzeptiert. Dennoch sorgen sich die Mitglieder des Direktoriums, weil Kryptowährungen ihre Kontrolle über das Bankensystem und die Geldmenge bedrohen, was bedeutet, dass man bei Inflationen nicht mehr gegensteuern könne. Dies könnte laut Mersch die (zentral gesteuerte) Geldpolitik untergraben, weswegen die Zentralbanken von Großbritannien und Schweden eigene digitale Währungen einführen wollen.

Nach Angaben von Yves Mersch würde die EZB mit verschiedenen digitalen Bezahl-Lösungen experimentieren. Er sieht aber keinen Spielraum für „abenteuerliche Einsätze“ einer solchen Technologie. Andere experimentelle Technologien, die die jetzigen Strukturen aufgrund ihrer disruptiven (zerstörerischen) Struktur verdrängen könnten, seien einfach nicht „robust genug“.

Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele stimmte gestern in Berlin den Aussagen seines Kollegen zu. Die Ausgabe eines digitalen Zentralbank-Geldes sei hierzulande in einem vorhersehbaren Zeitraum keine realistische Option, so Thiele. Dies gelte in Deutschland vor allem aufgrund des häufigen Einsatzes von Bargeld.

Geäußert hat sich in jüngster Zeit auch EZB-Chef Mario Draghi. Die EZB habe derzeit nicht die Macht, um digitale Währungen zu verbieten oder zu regulieren. Zuvor kritisierte Draghi die im August bekannt gewordenen Pläne Estlands, den landeseigenen Estcoin einzuführen.

BTC-ECHO

Du bist ein Blockchain- oder Krypto-Investor?: Der digitale Kryptokompass ist der erste Börsenbrief für digitale Währungen und liefert dir monatlich exklusive Einschätzungen und umfassende Analysen zur aktuellen Lage an den Blockchain- & Krypto-Märkten. Jetzt kostenlos testen

Ähnliche Artikel

Der Hodl-Guide: 5 Arten von Bitcoin Wallets, die du kennen solltest
Der Hodl-Guide: 5 Arten von Bitcoin Wallets, die du kennen solltest
Bitcoin

Bitcoins kryptographische Absicherung ist bei korrekter Handhabe bombensicher. Aber wie bereits bei Spiderman festgestellt wurde, „kommt mit großer Kraft große Verantwortung“.

Die Top Bitcoin-, Blockchain- und Altcoin-News der Woche: Der BTC-ECHO-Newsflash
Die Top Bitcoin-, Blockchain- und Altcoin-News der Woche: Der BTC-ECHO-Newsflash
Bitcoin

Ripple beschäftigt eine Privat-Armee an Bots. Das Handelsvolumen von Bitcoin steigt derweil und die Lightning Torch scheint langsam zu einem kleinen Flächenbrand auszuarten.

Newsletter

Die besten News kostenlos per E-Mail

Finde einen Job mit Zukunft

    Aktuell

    Mit Blockchain gegen den Papierberg: UPS startet Business-Plattform Inxeption Zippy
    Mit Blockchain gegen den Papierberg: UPS startet Business-Plattform Inxeption Zippy
    Blockchain

    Der weltweit aktive Paketdienst UPS verkündet den Start seiner Business-to-Business-Plattform Inxeption Zippy.

    Altcoin-Marktanalyse – Cardano zieht um 20 Prozent an, Stellar muss fast vier Prozent abgeben
    Altcoin-Marktanalyse – Cardano zieht um 20 Prozent an, Stellar muss fast vier Prozent abgeben
    Kursanalyse

    Die gesamte Marktkapitalisierung stieg in dieser Woche auf 141 Milliarden US-Dollar.

    BNB: Welche Rolle spielt der Token beim Binance Launchpad?
    BNB: Welche Rolle spielt der Token beim Binance Launchpad?
    ICO

    Binance ändert seine Launchpad-Struktur. Ab sofort verlost die Krypto-Börse Kaufrechte für ICO auf der eigenen Plattform.

    Aus Angst vor US-Justiz? Milliardenschwerer Bitcoin-Betrüger will Auslieferung nach Russland
    Aus Angst vor US-Justiz? Milliardenschwerer Bitcoin-Betrüger will Auslieferung nach Russland
    Politik

    Alexander Vinnik, der inhaftierte Betreiber der ehemaligen Krypto-Handelsplattform BTC-e, möchte nach Russland verlegt werden.

    Angesagt

    Prognose-Markt unter Druck: Scam auf Augur?
    Krypto

    Reddit-Nutzer mutmaßen über einen Augur-Scam. Joey Krug, der CEO der dezentralisierten Marktprognoseplattform, wehrt sich auf Twitter, gesteht aber auch Schwächen im System ein.

    Dark Web Scammer erbeuten 200 BTC mit Tippfehlern
    Sicherheit

    Mit Typo-Squatting haben Betrüger im Dark Web 200 BTC gestohlen.

    Binance-Report: Schleichende Entkopplung von Bitcoin?
    Märkte

    Die Bitcoin-Börse Binance hat in einer neuen Studie die Korrelationen unter Krypto-Assets unter die Lupe genommen.

    Blockchain-Unternehmen Aeternity beteiligt sich am Axel-Springer-Partner SatoshiPay
    Blockchain

    Eine weitere Kooperation lässt die Krypto-Community aufhorchen. Das in Liechtenstein ansässige Blockchain-Unternehmen Aeternity beteiligt sich jetzt am Zahlungsdienstleister SatoshiPay.

    Anzeige
    ×