Bank of Japan und EZB: Gemeinsames Distributed Ledger Forschungsprojekt

Euro sign at European Central Bank in Frankfurt, Germany

Überraschende Neuigkeiten aus der Bankenwelt: Die EZB möchte gemeinsam mit der Bank of Japan an Distributed Ledger Projekten arbeiten.



Auf der jährlichen Konferenz zu Banken-Technologien in Frankfurt, organisiert vom Handelsblatt, hat EZB-Vorstandsmitglied Yves Mersch Details zur Zusammenarbeit bekanntgegeben.

Mersch bestätigte, dass die beiden Institutionen gemeinsam Technologien dieser Art untersuchen möchte, mit einem gleichzeitigen Blick auf Forschungsergebnisse, die man anschließend im kommenden Jahr veröffentlichen möchte. Die EZB hatte bereits eine interne Task-Force errichtet, die sich mit Distributed Ledger Technologien beschäftigt.

Den Teilnehmern vermittelte Mersch:

“Zusammen mit der Bank of Japan haben wir uns auf ein gemeinsames Forschungsprojekt geeinigt, dass die Einsatzmöglichkeiten von distributed ledger Technologien für Markt-Infrastrukturen herausstellt. Erste Ergebnisse sollen im nächsten jahr bekanntgegeben werden. Diese Arbeit soll dabei helfen, herauszufinden, wie neue Technologien die globalen Finanzsysteme der heutigen Welt verändern und Zentralbanken sich richtig auf diese Veränderungen vorbereiten können. ”

EZB: Distributed Ledger Technologien noch nicht ausgereift

Obwohl die Zusammenarbeit der beiden Zentralbanken im ersten Moment wie eine starke Interessensbekundung klingt, findet Mersch selbst, dass die Technologie noch nicht für die „breite Akzeptanz“ ausgereift sei.  Grund dafür seien bspw. die Technik- und Sicherheitsanforderungen, die eine Integration in der EZB verhindern.

“Es kann nicht genug betont werden, dass jede Art von technologischen Marktstrukturen ausgereift sein müssen, damit sie die Sicherheits- und Effizienzanforderungen erfüllen.“, merkte er an.

EZB möchte anderen Zentralbanken folgen

Viele der Zentralbanken, vor allem die Central Bank of England, verstärken ihre Investitionen und Untersuchungen in neue Technologien. Mit der neuen Kooperation möchte auch die EZB Teil des technologischen Wandels sein, der derzeit bei den Zentralbanken stattfindet.

Meinung des Autors (Max):

Die hohe Verantwortung von Zentralbanken führt zu einer starken Verringerung der Innovationsfähigkeit. Dennoch sind sie in der Pflicht, sich neuen technologischen Entwicklungen anzunehmen. Der Schritt, auch distributed ledger Technologien zu erforschen, ist in diesem Sinne sehr lobenswert. Einzig das Argument, neue Technologien müssten die Effizienzanforderungen der Zentralbank entsprechen, bleibt verwunderlich, sagt man eben diesen Institutionen doch oft veraltete und ineffiziente Prozesse nach.

BTC-ECHO

Englische Originalversion von Stan Higgins via CoinDesk

Über Max Kops

Max KopsMaximilian Kops arbeitet als Analyst und Autor für BTC-ECHO und ist spezialisiert auf Fragen zur technischen Entwicklung von Blockchains als auch zu FinTech-Startups. Zudem ist er Experte für die Analyse von Initial Coin Offerings (ICOs). Er studiert Wirtschaftsinformatik und begann bereits im Alter von 17 Jahren, Bitcoins im Wohnzimmer seines Elternhauses zu minen.

Ähnliche Artikel

Was ist eigentlich aus Slock.it geworden?

Die Kryptoszene ist auch für ihre Schnelllebigkeit bekannt – neue Blockchain-Projekte sprießen wie Pilze aus dem Boden, andere Sterne am Kryptohimmel verglühen genauso schnell, wie sie aufgegangen sind. In unserer Reihe „Was ist eigentlich aus … geworden?“ wollen wir uns in regelmäßigen Abständen mit Projekten befassen, um die es in der letzten Zeit etwas ruhiger […]

Ex-Visa-CEO schließt sich Krypto-Start-up Crypterium an

Das Start-up Crypterium, das 2017 in Estland gegründet wurde, hat es sich zum Ziel gesetzt, das Bezahlen mit Kryptowährungen zu vereinfachen. Nun hat es einen großen Fisch an Land gezogen: Der ehemalige CEO von Visa in Großbritannien und Irland, Marc O’Brien, hat sich dem Start-up als CEO angeschlossen. Crypterium will das Bezahlen mit Bitcoin und […]

Argentinien: Banco Masventas und Bitex bieten Zahlungen in Bitcoin an

Die argentinische Banco Masventas bietet in Kooperation mit Bitex grenzüberschreitende Zahlungen mit Bitcoin an. Damit ist die argentinische Bank eine der ersten Zahlungsdienstleister überhaupt, die Bitcoin verwenden, um den internationalen Zahlungsverkehr zu optimieren. Das Credo, um nicht nur den Bitcoin-Kurs zu stabilisieren, sondern diesen bestenfalls auch hochzutreiben, ist und bleibt: Verwendet Bitcoin! Denn erst mit […]

Nach Protesten in Polen: Keine Steuern mehr auf Kryptowährungen

Krypto-Nutzer in Polen müssen künftig keine Steuern mehr auf das Handeln mit Kryptowährungen zahlen. Damit reagiert das polnische Finanzministerium auf eine massive Gegenfront aus der polnischen Krypto-Community. Das Aufheben der Steuerpflicht ist jedoch zunächst temporär – es gilt also abzuwarten, wie sich die Lage für die polnischen Krypto-Fans in der nächsten Zeit entwickelt. Zu Jahresbeginn […]