EU-Parlament: Pro digitale Währungen, jedoch weiter skeptisch bezüglich Kryptowährungen

Tobias Schmidt

von Tobias Schmidt

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Tobias Schmidt

Tobias Schmidt ist seit August 2017 als Redakteur im Team von BTC-ECHO tätig. Sein Fachgebiet im Krypto-Bereich sind die vielen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

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Quelle: Exterior of European Parliament (Louise Weiss building, 1999) in Wacken district of Strasbourg. It is one of biggest and most visible buildings of Strasbourg via Shutterstock

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In einem Report, der vom EU-Parlament in Auftrag gegeben wurde, geht es um die Auswirkungen digitaler Währungen auf die europäische Wirtschafts- und Finanzpolitik. Das Dokument unterscheidet explizit zwischen digitalen Währungen und Kryptowährungen, die die Autoren vorsichtiger betrachten. Dennoch trägt das Papier einen positiven Grundton.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2019 05:06 Uhr von Tanja Giese

Der Report trägt den Titel „Virtual Currencies: Monetary Dialogue July 2018” und stellt eine In-Depth Analysis digitaler Währungen dar. In Auftrag gegeben wurde sie vom Ausschuss für Wirtschaft und Währungen des Europäischen Parlaments (ECON). Die Analyse wurde erstellt von Mitarbeitern des Kiel Institute for the World Economy.

Digitale Währungen und Kryptowährungen

Die vermutlich wichtigste Aussage des Berichts ist die klare Unterscheidung und Abgrenzung von digitalen Währungen und Kryptowährungen. Digitale Währung ist ein genereller Begriff, während eine Kryptowährung eine besondere Form der digitalen Währung ist. Kryptowährungen nutzen kryptographische Funktionen, um Transaktionen zu autorisieren und verifizieren, was nicht auf alle digitalen Währungen zutrifft. Digitale Währungen zeichnen sich lediglich dadurch aus, dass sie in Computersystemen implementiert sind.

Darüber hinaus zweifeln die Wissenschaftler vom Kieler Institut an, dass Kryptowährungen das Potential haben, staatliche Währungen in irgendeiner Weise zu ersetzen. Ihre Zweifel machen sie in erster Linie an den Skalierungsproblemen fest, mit denen vor allem das Bitcoin-Netzwerk zu kämpfen hat. Ersetze man auch nur einen Teil des aktuell mit Fiatwährungen durchgeführten Handels durch Bitcoin, würden die Kosten explodieren. Die Analyse zeigt sich jedoch optimistisch, dass man die angesprochenen Probleme durch technische Weiterentwicklungen bald beheben kann.

Die Idee einer Central Bank Digital Currency (CBDC)


Darüber hinaus erforscht der Bericht auch die Möglichkeit einer digitalen Währung, die durch eine Zentralbank herausgegeben wird. Solch einer CBDC räumen die Analysten disruptives Potential ein. So würde es das Bankensystem in seiner aktuellen Verfassung herausfordern, wenn immer mehr Marktteilnehmer ihr Vermögen in Form einer digitalen Währung halten würden, anstatt ihr Geld auf Bankkonten zu lagern. Banken müssten sich verlässlichere Finanzierungsquellen suchen als die Einlagen ihrer Kunden. Langfristig könnte die Disruption durch eine digitale Währung das Finanzsystem also sogar stärken.

Unterm Strich kann man also festhalten, dass der für das EU-Parlament angefertigte Bericht die Nutzung von digitalen Währungen als eine potentielle Bereicherung einstuft. Richtig eingesetzt können diese ein Motor für eine wichtige Modernisierung des Finanzsystems sein. Kryptowährungen im Speziellen hingegen werden dies laut dem Bericht vorerst nicht leisten können – auch wenn eine leichte Hoffnung genährt wird, dass große Stolpersteine wie etwa das Skalierungsproblem aus dem Weg geschoben werden können.

BTC-ECHO


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