Ethereum Enterprise? Details zu einem geheimen Blockchain Projekt

Top secret

Laut mehreren Quellen die an dem Projekt beteiligt seien, nimmt dieses Projekt immer mehr Form an. Ziel sei es Ethereum passender für Unternehmensanwender zu machen.

Gerüchten zufolge soll das Projekt mit dem Namen Enterprise Ethereum hinter einem unnatürlich großen Vorhang der Geheimhaltung stehen – besonders für Teilnehmer die eigentlich für ihre Arbeit in Open-Source Communities bekannt sind.

Beruht man sich auf die Kommentare der Quellen, so soll die Gruppe – welche vielmehr ein breites Konsortium darstellt – zunächst still bleiben, bis sie bereit für den bevorstehenden Launch ist. Und doch kommen die ersten Informationen an die Öffentlichkeit.

Am Donnerstag, den 15. Dezember, fanden sich eine Gruppe aus Startups und Repräsentanten der weltgrößten Finanzinstitutionen in New York zusammen. Dort sollten die größten Probleme besprochen werden, die Unternehmensanwendungen für Ethereum bisher schwierig gemacht haben.

Am bisher unveröffentlichten Ort sollen sich auch einige umsatzstarke Banken eingefunden haben, mindestens eine davon soll bisher Mitglied von R3CEV gewesen sein. Außerdem war ein Aktienmarkt und ein großer Software-Anbieter vor Ort.

Unabhängig bestätigte Teilnehmer waren Deloittes Blockchain-Abkömmling Nuco, das taiwanesische Blockchain Consortium Amis und ConsenSys, eine Ethereum-Plattform die dafür bekannt ist, mit großen Tech-Unternehmen wie Red Hat und Microsoft zusammen zu arbeiten.

Zwar blieben alle beteiligten Parteien bisher diskret, doch die durchgesickerten Details ergeben langsam ein Bild.

ConsenSys Chief of Staff Jeremy Millar, ehemals bei Goldman Sachs und Barclays, beschrieb CoinDesk das geheime Projekt wie folgt:

“Wir arbeiten mit einer großen Anzahl von Unternehmensanwendern von Ethereum aus den Bereichen Banking, Energie, Supply Chain, Versicherung und anderen Industrien[. Außerdem] mit führenden Technologie-Verkäufern und Blockchain-Startups, um einen gemeinsamen Standard für private Ethereum Netzwerke zu erschaffen.”

Laut Millar, der ConsenSys nach der Gründung der Consulting Firma Ledger Partners LLP beitrat, soll die Arbeit in Partnerschaft mehrerer Ethereum Stiftungsmitglieder und Kernentwickler geschehen.

Betonung auf Datensicherheit

Alex Liu, Gründer des Blockchain Consortium Amis, war ebenfalls auf dem Meeting anwesend.

Als ehemaliger Mitarbeiter bei Qualcomm und Samsung, wies Liu darauf hin, dass das Ethereum Enterprise-Projekt Lösungen auf “Unternehmensebene” anbieten wird. Zusätzlich sollen Nutzern Werkzeuge angeboten werden, die die Datensicherheit von Transaktionen sicherstellen sollen – heutzutage ein großes Problem für Institutionen.

Er erklärte, dass die Technologie die Stärken der heutigen Ethereum Public Blockchain verbessern würde.

“Die Skalierbarkeit, Sicherheit und der Datenschutz die jegliche Unternehmens-Blockchain brauchen, werden hinzugefügt oder angesprochen”, erklärte Liu CoinDesk:

“Aber man wird auch Interaktion mit der Public Blockchain sehen.”

In den Tagen nach dem Ethereum Enterprise-Meeting, bestätigte Nuco Mitbegründer Matthew Spoke, dass er an dem Event in New York teilgenommen hat.

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Mögliche Beweggründe

Bisher scheinen die Gründe für die Geheimhaltung aus einem reinen Wettbewerbsgedanken zu kommen, da der Rest der Blockchain Industrie nicht schläft. Es gibt aber Gründe, dass man diesem Grund skeptisch gegenüber stehen kann.

Der ehemalige IBM Blockchain Entwickler Henning Diedrich, der das Unternehmen letztes Jahr verließ, um seine eigene Smart Contract-Sprache zu entwickeln, erklärte, dass die Ethereum Software bereits in der Lage für Private Blockchains sei. Dies habe er in Laboren von IBM testen können.

Die frühe Phase von Unternehmens-Produkten wie Hyperledger und R3CEVs Corda Plattform mögen jedoch Unternehmen dazu drängen, eine häufiger getestete Alternative wie Ethereum auszuprobieren.

Zwar sprach Diedrichs an, dass Ethereum Entwickler das Produkt noch weiter verbessern können, doch die Notwendigkeit für ein großflächiges Ethereum Consortium sieht er nicht.

“Klar kann man es immer einfacher machen”, sagte er. “Doch man geht bereits an die Grenzen.”

Nicht so schnell

Sieht man von den Involvierten ab, so haben die Blockchain Consortia bereits gezeigt, dass sie es schaffen sehr fähige Teilnehmer zu organisieren.

Ethereum Nutzer seien da nicht anders, sagte Hudson Jameson. Er war ehemals leitender Blockchain Wissenschaftler bei der USAA und ist nun ein Mitglied der Ethereum Stiftung.

Jameson erklärte CoinDesk, dass er glaubt, das “2017 eine große Anzahl von Consortiums zeigen wird, die hauptsächlich aus Banken bestehen werden, die Ethereum oder Ethereum Derivate testen.”

Nach seinem Wissen, war aber keiner seiner Kollegen der Ethereum Stiftung bei dem geheimen Treffen in New York am 15. Dezember.

Für Alex Liu ist es nicht überraschend, dass von “Ethereum Enterprise” nicht viel zu hören ist, falls es überhaupt existiert.

Liu wies darauf hin, dass die Geheimhaltung Teil des Plans sei, zumindest kurzfristig.

Er sagte:

“Wie man sieht, ist das aufregendste daran, dass hieraus [dem Meeting] eine Serie von aufeinanderfolgenden Events in den nächsten zwei Monaten werden könnte, die immer offizieller werden.”

BTC-Echo

Englische Originalfassung von Michael del Castillo via coindesk


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