Ethereum-Blockchain soll Hurrikan-Opfern helfen

Tanja Giese

von Tanja Giese

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Tanja Giese

Tanja Giese hat Germanistik, Literaturwissenschaft und Philosophie in Potsdam studiert. Mit Leidenschaft lektoriert sie die BTC-ECHO-Artikel und konzentriert sich in ihren eigenen Artikeln vor allem auf die gesellschaftlichen Auswirkungen und den Umgang der Politik mit den Veränderungen, die der Vormarsch der Kryptowährungen fordert.

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Insbesondere die USA hat immer wieder mit schweren Naturkatastrophen wie extremen Wirbelstürmen zu kämpfen. Aktuell wappnet sich die Ostküste für die Ankunft von „Florence“, einem Hurrikan, der größer ist als Deutschland. Um anschließende Versicherungsprozesse zu beschleunigen, will ein Schweizer Start-up nun die Ethereum-Blockchain einsetzen.

In Deutschland kennt man die Verheerungen, die ein Hurrikan anrichten kann, nur aus den Medien. Die Schneisen, die ein solcher Wirbelsturm in die Landschaft oder gar Städte zieht, zeugen von der ungeheuren Zerstörungswut. Nachdem der Sturm vorbeigezogen ist, kommt die Versicherungsbranche auf den Plan. Dazu gehören die Versicherungsvertreter und Agenten, die im Namen von Versicherungsunternehmen möglichen Betrug minimieren sollen. Aber auch Rückversicherer, die Versicherungsunternehmen schützen, und Retrozessionären, die wiederum die Rückversicherungsunternehmen betreuen, sind in den Prozessen, die solche Naturkatastrophen auslösen, involviert.

Das Chaos nach der Katastrophe minimieren


Die überlebenden Opfer von Naturkatastrophen sind häufig auf schnelle Hilfe angewiesen. Gerade für jene, die wortwörtlich das Dach über dem Kopf verloren haben, bedeutet jede Verzögerung im Versicherungsprozess eine weitere Katastrophe. Aufgrund des komplizierten Versicherungssystems, in dem viel Zeit für die Überprüfung des tatsächlichen Schadens verwandt wird, kann es allerdings oft Wochen oder gar Monate dauern, bis Versicherungssummen ausgezahlt werden.

Das Schweizer Blockchain-Start-up Etherisc hat es sich nun zum Ziel gesetzt, dieses Versicherungschaos zu entschärfen, damit die Geschädigten schneller Hilfe bekommen können. Dafür will es den Versicherungsworkflow auf ein gemeinsames, verteiltes Hauptbuch von Transaktionen verschieben und die automatische Auszahlung bestimmter Arten von Unterstützung ermöglichen.

Etherisc wurde 2017 als Open-Source-Plattform gegründet. Das Start-up widmet sich dabei der Erstellung von Versicherungsprodukten mit der Ethereum-Blockchain. Nachdem es über ihren ICO 3,6 Millionen US-Dollar einnehmen konnte, hilft Etherisc bereits anderen Unternehmen beim Erstellen von Versicherungspolicen, die Smart Contracts verwenden. Die Blockchain wird vor allem dazu genutzt, zahlreiche Daten wie die Windgeschwindigkeit oder annullierte Flüge manipulationssicher zu speichern. So können sie für automatische Auszahlungsprozesse zur Verfügung gestellt werden.

Erste Kooperation in Puerto Rico

Das InsurTech-Start-up HurricaneGuard aus Puerto Rico nutzt bereits die Technologie von Etherisc, wie Forbes am 11. September berichtete. Um das Leid von Opfern wie denen des Hurrikans Maria zu minimieren, wollen sie mit speziellen Policen dafür sorgen, dass die nächste Hurrikan-Saison weniger dramatische Folgen nach sich zieht. Im September letzten Jahres wütete der besonders kraftvolle tropische Wirbelsturm Maria über Puerto Rico. Auch vier Monate nach der Katastrophe gab es noch 225.000 unbearbeitete Versicherungsansprüche. Noch schlimmer wiegen die 3.700 Menschen, die nicht unmittelbar durch den Hurrikan starben, sondern aufgrund fehlender Medikamente oder anderer Mangelversorgung ums Leben gekommen sind.

Die Idee der blockchainbasierten automatischen Auszahlungen ist nicht neu. So setzt der französische Versicherungsriese AXA bereits ein Flugversicherungs-Tool ein, dass auf Ethereum-Basis automatisch für stornierte Flüge zahlt.

Die Opfer von Florence werden noch nicht von der Etherisc-Lösung profitieren können. Aktuell wird der Schaden auf bis zu 759.000 Häuser mit einem Wiederaufbaukostenwert von 170,2 Milliarden US-Dollar prognostiziert.

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