Revolution nicht mit eingeschlossen? Ethereum Alliance schlägt anderen Weg ein

Danny de Boer

von Danny de Boer

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Danny de Boer

Als Informatiker schaut Danny de Boer kritisch auf die Blockchain-Entwicklung und Kryptographie. Zwischen Komplexität und Hype erklärt er allgemeinverständlich und anwendungsbezogen. Seit 2014 berichtet er für BTC-ECHO aus der Krypto-Szene.

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Per Definition wollen Startups eine Revolution auf den Markt bringen – aber der dieser alte Trend wird durch neue Entwicklungen im Blockchain-Technologie Sektor ins Abseits gestellt.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2019 05:06 Uhr von Mark Preuss

Wie sich am Anfang der Woche beim Start der Enterprise Ethereum Alliance herausgestellt hat, definiert sich die Gruppe über ihre verschiedenen Mitglieder – und will dadurch ihren Wert etablieren.

Über zwei Sitzungen hinweg haben Direktoren von JP Morgan, Micrsofot, CME Group, ING und BNY Mellon in New York einen Trend klar gemacht – Falls die Ethereum Blockchain jemals eine große Anzahl an Assets beherbergen soll, dann nur wenn alle Teilnehmer lernen wie man gut miteinander zusammen arbeitet.

Aber nicht nur die milliarden-schweren Unternehmen stehen hier um ihr Investment in private und permissioned Blockchains von Ethereum zu tätigen.

Die Enterprise Ethereum Alliance besteht genauso aus Startups.

Von Nuco über ConsenSys (die unter anderem Mitglieder im Gründungsausschuss haben) bis hin zu AMIS, Brainbot Technologies, Chronicled und Tendermint (ebenfalls Gründungsmitglieder) – Startups haben hier viel zu Gewinnen, oder zu verlieren.

Während einer Rede ging der CEO vom Nuco Startup auf die Verschiedenheit der Mitglieder ein. Diese Mischung aus verschiedenen Unternehmen, soll den größeren Unternehmen ein besseres Maß an Glaubwürdigkeit verschaffen.

Matt Spoke sagte:

“Man sieht viele Business-Menschen in die Startup-Szene gehen, und man sieht viele Leute aus Startups in die Business-Welt gehen. Wir haben gemerkt, dass wir einander brauchen.”

Spoke verließ das “Big Four” Unternehmen Deloitte im letzten Jahr, um Nuco mitzugründen. Seine Aufgabe ist es nun Blockchain-Netzwerke für einen breiten Industriebereich zu entwerfen. Mit ihm auf der Bühne standen Vertreter der Consulting-Firma Accenture, dem Ethereum Startup ConsenSys, der Futures Plattform CME Group und dem Software-Anbeiter Microsoft.

Auf diesem Wege zeigte sich die neue Allianz mit dem frischen Namen Enterprise Ethereum Alliance. Infolgedessen warf die Allianz ebenso ein Licht auf die künftige Entwicklung des Ökosystems.

Alle Mann an Bord

Um den verschiedenen Anforderungen dieser unterschiedlichen Gruppe nachzukommen, wurde die Management Struktur gegenüber traditionellere Gruppen eher minimal gehalten.

Sandra Ro, CME Group, gab Skeptikern des Konsortium-Modells Recht. Ethereum Gründer Vitalik Buterin sprach sich zwar dafür aus, doch ein solcher runder Tisch würde den Einfluss des Einzelnen verringern, während ein technisch orientierter Ausschuss die Entwicklung vorantreiben würde.

“Wenn die Gruppen einen Sinn und bestimmte Ziele haben, denke ich, sollten wir uns mit mehr zufrieden geben, nicht mit wenige”, sagte Ro.

Laut Joe Lubin, Ethereum Mitbegründer und CEO von ConsenSys, nimmt die Gruppe “Dezentralisierung” ernst in ihrem Managament.

Zwar soll dieses Gremium den Mitgliedern ein Gefühl für Verantwortung vermitteln, doch andere Management Modelle werden ebenfalls noch berücksichtigt werden.

“Alles startet mit einer Idee, einer Person”, sagte Lubin. Genau das passierte. Aber Ethereum bewegt sich mehr in Richtung Dezentralisierung.”

David Treat, Accenture, nannte Blockchain-Entwicklung einen “Team Sport”. Marley Gray von Microsoft hingegen, sah in Blockchain mehr als nur Dezentralisierung. Für ihn geht es um erhöhte Transparenz, bei gleichzeitig verringerten Kosten für Entwicklung und Implementation.

Wenn dies umgesetzt wird, sagt er:

“Sehen wir wie das Konsortium sich in der Industrie breit macht.”

Die App kompilieren

Es gibt aber kein Zweifel zu sehen, wo der Antrieb gerade liegt. Die Schiere Anzahl der konkurrierenden Konsortia zeigt es. Bei dem Event wurde ein ganzes Panel nur Ethereum für Finance gewidmet.

Sollte sich das hybride Governance-Modell mit rundem Tisch und Smart Contract-Entscheidungsfindung durchsetzen, so besteht Hoffnung, dass die Unternehmen den regulatorischen Rahmenbedingung besser nachkommen und sich endlich der Vorteile von Ethereum bedienen können.

“Wir müssen ein anderes Spiel spielen”, sagte ING Blockchain-Entwickler Toon Leijtens. “Wir müssen Teil einer neuen Kultur werden.”

Während in der Vergangenheit Software-Verbesserungen durch das einfache “kompilieren der App”, wie Vivek Kohil von BNY Mellon es nannte, durchgesetzt wurden, so hat die Enterprise Ethereum Alliance aber die Möglichkeit mehr zu tun, als nur neue Features einzubauen.

“Das alte Spiel war eine völlige App-Krise”, sagte Kohil. “Das neue Spiel hingegen wird keine App-Krise, es wird darum gehen ‘was sind deine Daten wert?'”

Santanders Leiter für Forschung & Entwicklung, Julio Faura, wies darauf hin, dass Ethereum so schnell keine etablierten Unternehmensstrukture umbauen wird und dass das möglicherweise noch “viel Arbeit erfordert” bis das geschieht.

Die Gewinner dieses Wettstreits seien diejenigen, die die Technologie frühzeitig einsetzen, so Patrick Schmid, Vize-Präsident der Forschung bei The Institutes. Er sagte:

“Die etablierten Unternehmen die frühzeitig beitreten, werden die Gewinner in diesem Rennen sein.”

Zahlen und Talente

Was wohl fundamental für die Entwicklung dieser Unternehmen sei, ist was Ramesh Babu von Wipro als “lebendige Entwickler-Community” bezeichnete.

Babu erweiterte das Statement von Schmid und erklärte, dass Ethereum den Vorteil des “Ersten” hat.

Gegen Ende erklärte Moderatorin Elizabeth Aquino von JP Morgan, dass die Wege um Geld zu sparen nicht zu großen Vorteilen führen würden – selbst mit einer großen Open-Source Community aus Entwicklern.

BTC-ECHO

Englische Originalfassung von Micheal del Castillo via Coindesk

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