Ether zu verschenken! Kriminelle ergaunerten im letzten Jahr 10 Millionen US-Dollar

Michael Preissl

von Michael Preissl

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Michael Preissl

Michael Preissl war über 15 Jahre in der IT tätig und arbeitete 10 Jahre als Verlagschef. Seit 2013 ist er als Trader und Technik-Enthusiast in der Kryptowelt unterwegs. 2014 ist er nach Malta ausgewandert und gründete 2017 seine Kryptotrading-Community Kryptogodz.

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Das Sicherheitsunternehmen Kaspersky mit Firmensitz in Russland veröffentlichte einen Bericht, aus dem hervorgeht, dass im Jahr 2017 Kriminelle über Social Engineering Schemes Kryptowährungen im Wert von Millionen ergaunern konnten. Vor allem Ether spielt hier eine tragende Rolle.

Den Schätzungen des Forschungsteams von Kaspersky zufolge, gelang es Cyberkriminellen im Jahr 2017 durch Social Engineering Schemes an 21.000 Ether, etwa 10 Millionen US-Dollar, heranzukommen. Laut dem Sicherheitsunternehmen seien ICO- und Kryptowährungs-Giveaway-Scams weit verbreitet.


Cyberkriminelle ließen sich ferner durch legitime Geschäftsvorgänge inspirieren:

„Einige der beliebtesten Ziele sind ICO-Investoren, die ihr Geld in Startups investieren und so in der Zukunft Gewinne erzielen wollen.“

Bei ICO-Scams werden bekannte Projekte nachgeahmt und betrügerische Webseiten und Emails erstellt. Dieses System ähnelt sehr dem klassischen Phishing-Betrug im Internet. Dabei wollen Betrüger an vertrauliche Informationen herankommen, indem sie sich als vertrauenswürdige Gegenstelle ausgeben.

Viele bekannte Scams liefen auch über Kryptowährungs-Giveaways. Schlechte Schauspieler gaben auf Social-Media-Konten vor, Prominente, Unternehmer oder sogar Kryptowährungspersönlichkeiten zu sein. Zu den bekanntesten dieser Fälle zählt „Ethereum zu verschenken“ auf Twitter. Hier bitten die Betrüger die Benutzer, Ethereum an eine Adresse zu senden und im Gegenzug soll eine wesentlich größere Auszahlung erfolgen.

Kriminelle ahmten Twitter-Accounts nach, um „Ether zu verschenken“

Offensichtlich haben die wenigen Unglücklichen, die etwas an diese Adresse geschickt hatten, nie etwas retour erhalten. Das Sicherheitsunternehmen erwähnte auch Fälle, dass Kriminelle Twitter-Konten von Elon Musk und dem Telegram-Gründer, Pavel Durov, nachgeahmt haben.

Nadezhda Demidova, die führende Web-Content-Analystin von Kasperky gab dazu eine Erklärung ab:

„Diese neuen Betrugsmodelle basieren auf einfachen Social-Engineering-Methoden, heben sich allerdings von den herkömmlichen Phishing-Methoden ab, da sie Kriminellen behilflich sind, an Millionen von Dollar heranzukommen. Der Erfolg, den diese Kriminellen genossen haben, legt nahe, dass sie wissen, wie sie den menschlichen Faktor ausnutzen können, der seit jeher zu den schwächsten Verbindungen in der Cybersecurity gehört, und so das Nutzerverhalten ausnutzen.“

Kaspersky stellte jedoch fest, dass seine Produktpalette gut funktioniert, um Betrügereien abzuwehren. So blockierte das Unternehmen in der ersten Jahreshälfte 2018 über 100.000 Versuche von gefälschten Börsen und anderen Quellen. Kaspersky schloss den Bericht mit einer erneuten Bekräftigung ab, dass die Benutzer vorsichtig sein sollten. Vor allem, bei fragwürdigen Kryptobörsen, Angeboten und Wallets.

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