Ermittlungen gegen Vanbax-Gründer: Beschlagnahmung von Luxusgütern, Immobilien und Geld

Patrick Pehl

von Patrick Pehl

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Patrick Pehl

Patrick Pehl arbeitet als freier Journalist in Berlin. Dort macht er auch Podcasts und erdenkt in kreativen Prozessen für verschiedene Kunden originelle PR Konzepte. Allerdings ärgert sich sich noch heute die ersten Bitcoins für einen mittelmäßigen Burger ausgegeben zu haben.

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Kanada meldet einen Betrugsfall um den ICO eines Smart-Contract-Krypto-Token. Die Gründer von Vanbax haben scheinbar Kunden betrogen und Gelder veruntreut.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Tanja Giese

Auf 89 Seiten legte das oberste Gericht von British Columbia in Kanada am 13. März eine Ermittlung offen. In Folge dieser Ermittlung beschlagnahmte die kanadische Polizei mehrere Luxusautos, rund 22 Millionen US-Dollar in Fiat- und Kryptowährungen. Betroffen von den Zwangsmaßnahmen sind die Gründer des Unternehmens Vanbex.

Grund der Ermittlungen sind Betrugsvorwürfe. Das Gericht wirft den beiden Unternehmern, Herrn H. und Frau C., Betrug vor. Durch den Verkauf eines Tokens namens FUEL CAD haben sie über einen Initial Coin Offering (ICO) Werte von kumuliert rund 30 Millionen Kanadischen Dollar eingenommen.


Der Token sollte in Zukunft ein Smart-Contract-Verfahren namens Etherparty beinhalten, welches noch entwickelt werden sollte. Aus den Unterlagen des Gerichts geht hervor, dass Vanbex versprach, dass „der Wert des FUEL Token dramatisch steigen würde.”

Das Problem: Vanbex entwickelte keine verwendbaren Produkte. „Die Gründer des Krypto-Unternehmens beabsichtigten nicht, die Produkte zu entwickeln, die sie vermarkteten”, so ein Kläger. Weiter wird ihnen vorgeworfen: „Sie handelten mit der Absicht, die von der Firma gesammelten Mittel für ihren persönlichen Nutzen zu veruntreuen”. Da sie die beworbene Smart-Contract-Funktion nicht entwickelten, sei der FUEL CAD nutz- und wertlos.

Keine strafrechtlichen Ermittlungen

Zurzeit gibt es im vorliegenden Fall keine strafrechtlichen Ermittlungen in Kanada. Es handelt sich um zivilrechtliche Ansprüche, die die Vermögenswerte der vermeintlich Geschädigten betreffen. Die beiden Manager teilten über die Presse mit, dass sie mit den Ermittlungsbehörden zusammenarbeiteten. Jedoch weisen sie die Vorwürfe zurück. Ein ehemaliger Auftragnehmer soll die aus ihrer Sicht falschen Behauptungen gegenüber den Ermittlungsbehörden gemacht haben: „Die Token integrieren Bitcoin und Ethereum. Der Wert jeder Währung liegt offensichtlich außerhalb der Kontrolle eines Unternehmens oder einer Person.”

Das Gericht ordnete die Beschlagnahmung der beiden Land Rover der Firmengründer an. Außerdem wurden zwei Konten bei den Bank of Montreal eingefroren, diese enthielten etwas weniger als eine Million Kanadische Dollar. Auch das Haus eines Managers wurde vorübergehend beschlagnahmt, anscheinend darf er es jedoch weiter nutzen. Die Geschäftskonten von Vanbex berührten die Behörden jedoch nicht. Bereits seit 2013 sind die Gründer in der Krypto-Szene zugegen.

Im Mai 2018 leitete die Royal Canadian Mounted Police die Untersuchungen gegen Vanbex und dessen Gründer ein. Daraufhin begann die kanadische Steuerbehörde mit einer eigenen Überprüfung der Vorgänge.

Glücksspiel und repräsentative Gegenstände

In den Gerichtsakten steht jedoch auch, dass die Firmengründer plötzlich beachtliches Vermögen erlangten, als der ICO anlief. Sie haben in mehreren Städten Immobilien im Wert von rund drei Millionen Kanadischen Dollar erworben und neben den nun beschlagnahmten Land Rovern einen Lamborghini im Wert von 375.000 Kanadischen Dollar geleast.

Darüber hinaus habe H. einen Teil des fraglichen Geldes in Glücksspiel gesteckt und auf hohem Niveau Wetten abgeschlossen.

Von September 2016 bis März 2018 ließ er sich insgesamt 1,3 Millionen Kanadische Dollar aus Casinos in British Columbia auszahlen, so eines der Dokumente. Ab November 2017 setzte die staatliche Glücksspielaufsicht H. auf eine Beobachtungsliste und hinderte ihn daran, in einem ihrer Casinos Geld zu setzen, ohne einen Nachweis der Herkunft seines Geldes zu erbringen. H. war laut eigener Angaben professioneller Pokerspieler und nahm an Pokerturnieren auf der ganzen Welt teil.

Als sie von den Ermittlungen erfuhren, begannen die Beschuldigten damit, ihr Vermögen zu liquidieren. Laut Gericht ist H. in Kanada bereits wegen Geldwäsche und dem Besitz von ungeklärtem Vermögen vorbestraft. Außerdem wurde er bereits 2019 wegen des Anbaus und Handelns von Marihuana zu 30 Monaten Haft verurteilt. Auch in den USA wurde er wegen Cannabisbesitzes verhaftet und zu einem Jahr Haft verurteilt.

Mitarbeiter zu Zusammenarbeit motiviert

Die Mitarbeiter wurden ermutigt, uneingeschränkt mit den Behörden zusammenzuarbeiten.

„Wir sind zuversichtlich, dass sich die Wahrheit durchsetzen wird, und das wird bald hinter uns liegen”, so H. und C.. Die beiden wollen weiterhin an Innovationen in ihrer Firma arbeiten. Sie appellieren an ihre Anteilseigner, dass sie Vanbax weiter Vertrauen entgegenbringen sollen und dankten ihnen für ihre Loyalität.


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