envion AG: FINMA beendet Enforcement-Verfahren – was geschieht mit der Konkursmasse?

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Die schweizerische Finanzmarktaufsicht FINMA hat das Enforcement-Verfahren gegen die envion AG abgeschlossen. Das bereits im Juli 2018 eingeleitete Verfahren sollte untersuchen, ob das rund 100 Millionen US-Dollar schwere ICO der envion AG das Bankenrecht verletzte. Die Auflösung des Unternehmens hinterließ 37.000 geprellte Investorinnen und Investoren. Diese warten bis heute auf eine Entschädigung.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Christopher Klee

Über 90 Millionen Schweizer Franken konnte der Initial Coin Offering des Mining-Start-ups envion Ende 2017 erzielen. Das war selbst für die Zeit, in der der Bitcoin-Kurs stramm auf die 20.000 US-Dollar zumarschierte, ein erkleckliches Sümmchen. Was die 37.000 Investorinnen und Investoren indes nicht ahnen konnten: CEO Matthias Woestmann führte eine nicht abgesprochene Kapitalerhöhung durch.Wie der Zürcher Tagesanzeiger berichtete, soll diese ohne jegliche Rücksprache mit den Geldgebern erfolgt sein, die Woestmann am 27. Januar 2018 vor vollendete und schwer verdauliche Tatsachen gestellt haben soll. Dies soll die Besitzverhältnisse derart verzerrt haben, dass die envion-Gründer nur noch über 31 Prozent der Anteile verfügten – zuvor hätte dieser Anteil noch bei 81 Prozent gelegen.

„Schwere Verletzung des Aufsichtsrechts“

Dazu sollen – laut einer Klage von Verbraucherschützern, unrealistische Renditeversprechen seitens der envion AG hinzugekommen sein. Schließlich trat die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA auf den Plan. Diese unterstellte envion die Ausgabe von Securities ohne eine dafür erforderliche Lizenz zu besitzen – und sieht sich darin bestätigt. So heißt es in einer entsprechenden Pressemitteilung der FINMA vom 27. März:

Dabei wurde festgestellt, dass die Gesellschaft im Rahmen eines Initial Coin Offerings (ICO) von mindestens 37.000 Anlegern unerlaubt Publikumseinlagen in der Höhe von über 90 Millionen Franken ohne finanzmarktrechtliche Bewilligung entgegengenommen hatte. Die Gesellschaft war somit illegal tätig und hat das Aufsichtsrecht schwer verletzt.


Wie die FINMA ferner mitteilt, möchte die Behörde ICOs nach wie vor verstärkt im Blick behalten.

Was mit der Konkursmasse des Unternehmens geschehen wird, darüber entscheidet nun das Konkursamt im Schweizerischen Kanton Zug. Dieses hat noch während der FINMA-Ermittlungen ein Konkursverfahren gegen envion AG eingeleitet. Für die Geschädigten in der Causa envion AG hat das Konkursamt eine eigene Anlaufstelle geschaffen.

UPDATE: In einer ursprünglichen Version dieser Meldung war von einer zusätzlichen Generierung von Token die Rede. Tatsächlich ging es um eine Kapitalerhöhung des Unternehmens, die Besitzanteile der Gründer „verwässerte“


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