Energy Blockchain Labs: Klimaschutz durch Blockchain-Nutzung

Das chinesische Unternehmen Energy Blockchain Labs arbeitet an der Entwicklung von Umweltschutzmaßnahmen basierend auf der Blockchain-Technologie. Konkret geht es um die Bereitstellung finanzieller Dienstleistungen zur Umsetzung der grünen Revolution. Bisher waren Blockchain-Anwendungen, allen voran Kryptowährungen, vor allem als umwelt- und energieunfreundlich eingestuft worden.

Der Bitcoin, die nach wie vor bekannteste Blockchain-Anwendung, wird seit geraumer Zeit von vielen Seiten für den enormen Energieverbrauch kritisiert, den Transaktionen und das damit verbundene Mining neuer Coins mit sich ziehen. Eine Bitcoin-Transaktion verbraucht inzwischen die Energie, die dafür benötigt würde, einen US-Haushalt einen ganzen Tag lang mit Strom zu versorgen. Der Stromverbrauch des gesamten Bitcoin-Netzwerkes entspricht dem eines mittelgroßen europäischen Landes. Die Blockchain-Technologie ist also alles andere als umweltfreundlich – könnte man meinen. Ein Blockchain-Projekt aus China stellt diese Sichtweise nun in Frage.



“Bring more green to finance system” – mit diesem Slogan drückt Energy Blockchain Labs seine Mission aus. Konkret bedeutet das, einen Beitrag zu mehr Umweltbewusstsein und ökologischem Handeln zu leisten. Dabei möchte sich das chinesische Unternehmen darauf konzentrieren, die Umweltschutzindustrie durch eine Reihe von Fintech-Diensten und Anwendungen zu unterstützen – unter Nutzung der Blockchain.

Energy Blockchain Labs arbeitet am Aufbau einer dezentralen Energiedatenbank zur Reduzierung der Informationsungleichheit von Daten des grünen Energie-Sektors und der Finanzindustrie. Dazu wurde im letzten Jahr auch eine Kooperation mit dem amerikanischen Technologiekonzern IBM eingegangen. Eine Plattform soll geschaffen werden, an der Carbon transparent und mit dem Teilen aller notwendigen Informationen gehandelt werden kann. Grüne Energie soll durch die Nutzung der Blockchain konkurrenzfähiger werden.

„Eine Blockchain-Plattform für Carbon-Handel aufzubauen wird dabei helfen, eine nahtlose Zusammenarbeit zwischen allen Teilnehmern und Parteien zu gewährleisten. Unser Ziel ist es, Carbonhandelszyklus so um 20 bis 50 % reduzieren zu können“,

so Cao Yin, Gründer von Energy Blockchain Labs.

China, das seit vielen Jahren mit einem überdurchschnittlich hohen Schadstoffausstoß in Industrieregionen und Großstädten zu kämpfen hat, hat sich inzwischen auch den Klimaschutz auf die Fahne geschrieben und ist in einigen Gesichtspunkten zu einem Vorreiter für grüne Energie aufgestiegen. Auch gegen das energieintensive Mining von Kryptowährungen gehen chinesische Lokalregierungen auf Weisung der chinesischen Zentralbank PBoC inzwischen vor – auch wenn dies vermutlich eher dem Wunsch nach Regulierung und staatlicher Kontrolle geschuldet ist als einer Initiative für den Umweltschutz.

BTC-ECHO

Über Tobias Schmidt

Tobias SchmidtTobias Schmidt ist seit August 2017 als Redakteur im Team von BTC-ECHO tätig. Sein Studium hat er im Fach Politik und Wirtschaft an der Universität Münster mit dem Bachelor abgeschlossen und war während seines Studiums zudem am Lehrstuhl als studentische Hilfskraft tätig. Darüber hinaus sammelte er berufliche Erfahrungen in der parlamentarischen Arbeit und in der strategischen Kommunikation, bevor er in das journalistische Fach wechselte. Seit 2017 widmet er sich der Blockchain-Technologie, wobei er sich insbesondere auf die vielen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft fokussiert.