Eine vergessene Anlageklasse: Die Anleihe und ihr Comeback durch Security Token

Quelle: Shutterstock

Eine vergessene Anlageklasse: Die Anleihe und ihr Comeback durch Security Token

Die Meldung ist wie eine Bombe eingeschlagen: Das Berliner Krypto-Start-up Bitbond hat diese Woche bekanntgegeben, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ihrem STO-Antrag stattgegeben hat. Der Security Token wird allerdings einer Anleihe und keiner Aktie entsprechen. Warum Schuldverschreibungs-Token unterschätzt werden und was der Meilenstein für die Krypto-Ökonomie bedeutet.

Bei Security Token denken die meisten wahrscheinlich an Aktien bzw. Anteilscheine, die via Token abgebildet werden. Dass dem nicht so ist, hat Bitbond diese Woche bewiesen, die ihrem Namen treu geblieben sind und eine Anleihe begeben werden. Schließlich umfasst die Bezeichnung Security, ergo Wertpapier, weit mehr als nur die Anlageklasse Aktien. Bis zu 100 Millionen Euro möchte Bitbond so durch Token-Schuldverschreibungen einsammeln. Warum auch nicht? Die Zinsen sind zur Zeit niedrig und Investoren suchen händeringend nach festverzinslichen Papieren mit kalkulierbarer Rendite.

Für Unternehmen, die eine Anleihe begeben möchten, spricht das zur Zeit niedrige Zinsniveau und der Vorteil, keine Anteile am Unternehmen abgeben zu müssen. Anleger auf der anderen Seite suchen nach Anleihen, deren Zinssatz im Verhältnis zu einem angemessenen Ausfallrisiko einen höheren Zins abwirft als beispielsweise Anleihen von Volkswagen oder gar dem deutschen Staat.

Entsprechend geht von dem Bitbond-STO nicht nur die wichtige Signalwirkung aus, dass es möglich ist, in Deutschland einen STO durchzuführen, sondern auch, dass Anleihen eine durchaus attraktive alternative Finanzierungsform zu Aktien sein können. Die teils für tot erklärte Anlageklasse Anleihen kann genau wie die Anlageklasse Aktien von verbesserten Rahmenbedingungen durch die Token-Ökonomie profitieren.

BaFin: Da weiß man, was man hat


[Anzeige]
Bitcoin, Ethereum, Ripple, IOTA und die bekanntesten Kryptowährungen auf Plus500 handeln. Warum Plus500? Kostenloses Demo-Konto; Mobile Trading-App; Einzahlungen per PayPal; große Auswahl an verschiedenen Finanzprodukten (Kryptowährungen, Aktien, Rohstoffe, ETFs, Devisen, Indizies).

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

Die BaFin ist weltweit bekannt dafür, sehr streng zu sein bzw. sehr hohe Anforderungen an Unternehmen zu haben, die im Finanzdienstleistungsgeschäft tätig werden wollen. Ein Stempel von der BaFin ist mindestens so viel wert wie ein Made-in-Germany-Aufdruck bei deutschen Bohrmaschinen. Dieses Qualitätsmerkmal wird daher bei Investoren auf der ganzen Welt Eindruck machen. Gerade die Investoren, die sich vom wilden ICO-Hype und den Exit Scams betrogen fühlen, bekommen bei einem durch die BaFin genehmigten STO das gute Gefühl, in eine vollregulierte Kapitalmaßnahme mit entsprechendem Anlegerschutz zu investieren.

Korrespondierend dazu machten diese Woche auch positive Nachrichten aus Luxemburg die Runde. So hat die Abgeordnetenkammer von Luxemburg am 14. Februar ein Gesetz verabschiedet, das Rechtssicherheit für über die Blockchain laufende Wertpapiere verspricht. Auch Liechtenstein, wo es bereits erste STOs gab, stärkt den internationalen Druck auf Regulierungsbehörden, einen Rechtsrahmen für STOs zu finden. Es führt über kurz oder lang kein Weg an Aktien- und Anleihen-Token vorbei. Eine Erkenntnis, die jetzt noch mal an Fahrt aufnehmen dürfte.

Darauf kommt es jetzt bei Anleihe- und Aktien-Token an

Mit entsprechend großer Aufmerksamkeit werden Investoren auf der ganzen Welt daher beobachten, wie erfolgreich die aktuellen STOs sein werden. Wie viel wird z. B. Bitbond durch Anleihen einnehmen können? Werden die Zinszahlungen ohne Komplikationen gutgeschrieben? Diese und weitere Fragen werden über die Finanzmarkt-Adaption von Security Token entscheiden. Neben der noch ungeklärten Frage, wo es die ersten regulierten Security-Token-Börsen geben wird, wird sich zeigen müssen, welche Art von Unternehmen sich für einen STO entschließen werden.

Anfänglich ist davon auszugehen, dass STOs vor allem Hochrisiko-Unternehmen ansprechen werden. Allerdings muss sich hier deutlich von ICOs abgegrenzt werden. STOs sind eine reine Kapitalmaßnahme, die auch Unternehmen offensteht, die überhaupt nichts mit der Blockchain zu tun haben. Ganz im Gegensatz zu ICOs, bei denen Utility Token einen Blockchain-Anwendungsfall erfüllen müssen. Aus diesem Grund stehen die Chancen viel besser, dass die Substanz der Unternehmen und vor allem ihrer Geschäftsmodelle besser ausfällt, als dies bei ICOs der Fall ist.

Entsprechend können nicht nur Start-ups, sondern auch mittelständische Unternehmen mit soliden Bilanzen zum Entstehen eines niveauvollen Security-Token-Segments für Aktien und Anleihen beitragen. Zocker brauchen allerdings keine Angst haben. Es wird genug Hochrisikoprojekte geben, die im Pennystock- oder High-Yield-Bond-Segment kursieren werden.

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Silicon Valley Coin fördert die Big Techs der Zukunft
Silicon Valley Coin fördert die Big Techs der Zukunft
STO

Das Silicon Valley ist die Geburtsstätte gigantischer Technologieunternehmen à la Apple, Facebook und Google. Um den neuen Big Techs von morgen auf die Beine zu helfen, hat Andra Capital den Silicon Valley Coin entwickelt, mit dem Anleger in aufblühende Start-ups investieren können.

Was wir über Private Keys von Peter Schiff lernen können
Was wir über Private Keys von Peter Schiff lernen können
Kommentar

Jüngst verkündete Bitcoin-Kritiker Peter Schiff, dass er den Zugriff auf seine Bitcoins verloren hat. Was Bitcoin-Investoren daraus bezüglich ihrer Private Keys lernen können.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Ölgigant Saudi Aramco schließt sich Blockchain-Plattform VAKT an
Ölgigant Saudi Aramco schließt sich Blockchain-Plattform VAKT an
Unternehmen

Saudi-Arabiens staatlicher Ölkonzern Saudi Aramco schließt sich der blockchainbasierten Handelsplattform VAKT an. Die größte Erdölgesellschaft der Welt investiert fünf Millionen US-Dollar in das Unternehmen und wird seinen Handel künftig über die Plattform abwickeln.

Bitcoin mit neuem Jahreshoch, bullishe Tendenz setzt sich fort
Bitcoin mit neuem Jahreshoch, bullishe Tendenz setzt sich fort
Kursanalyse

Der Gesamtmarkt nimmt wieder Fahrt auf. Die bullishe Bewegung bei Bitcoin sorgt gleichsam für eine Stabilisierung der Bitcoin-Dominanz.

Englisches Cricket-Team setzt gesamten Ticketverkauf auf Blockchain
Englisches Cricket-Team setzt gesamten Ticketverkauf auf Blockchain
Krypto

Die Blockchain-Technologie steht im Allgemeinen für Fälschungssicherheit und Vertrauen. Auch eine von Englands beliebtesten Sportarten könnte bald schon von diesen Vorzügen Gebrauch machen.

Bitcoin-Kurs mit Aufwind, IOTA explodiert – Rallye am Krypto-Markt
Bitcoin-Kurs mit Aufwind, IOTA explodiert – Rallye am Krypto-Markt
Bitcoin

Der Bitcoin-Kurs (BTC) hat die 9.000-US-Dollar-Marke erfolgreich hinter sich gelassen. Während der Krypto-Markt insgesamt gut performt, lässt IOTA alle hinter sich. Mit 16 Prozent Plus legt der Token für das Internet der Dinge eine der besten Performances der Top 30 hin.

Angesagt

Singapur führt Lizenzen für Krypto-Dienstleister ein
Regulierung

In Singapur tritt eine neue Gesetzgebung in Kraft, laut der Zahlungsdienstleister künftig eine Lizenz beantragen müssen. Die neue Regelung betrifft auch im Inselstaat ansässige Krypto-Unternehmen.

Asien bekommt seinen ersten Bitcoin-Indexfonds
Invest

Stack hat den ersten Bitcoin-Indexfonds im asiatischen Raum eingerichtet. Der Indexfonds ermöglicht Investoren die Integration von Bitcoin in ihr Anlageportfolio und stößt auf eine steigende Nachfrage an klassischen Finanzprodukten im Anlagebereich digitaler Assets.

Tron: Ex-Angestellte verklagen Justin Sun
Szene

Zwei Ex-Angestellte reichen ein 70-seitiges Gerichtsdokument beim kalifornischen Gericht ein. Die Vorwürfe? Belästigung, Sabotage, Drohung, Diskriminierung und willkürliche Kündigungen – um nur einige wenige zu nennen. Dies geht aus dem veröffentlichten Bericht hervor.

Ditto Music setzt auf Blockchain
Blockchain

Die Online-Musikvertriebsfirma Ditto Music will den Umgang mit ihren Künstlern fairer gestalten. Die Blockchain-Technologie soll dabei helfen.