Ein Plädoyer für Bargeld und Kryptowährungen

Quelle: A man and a women hands hold a money bags in the public park for loans to planned investment in the future concept. via Shutterstock

Ein Plädoyer für Bargeld und Kryptowährungen

Auch wenn Bargeld eine physische Form einnimmt, die mit der digitalen Welt unvereinbar scheint, hat es doch einen massiven Vorteil, der oft vergessen wird. Bargeld kann ohne finanzielle Mittler ausgetauscht werden. Lässt sich diese Eigenschaft auch digitalisieren?

Wir sind im 21. Jahrhundert angekommen und die Digitalisierung greift immer weiter um sich. Das bedeutet, dass man immer mehr Geschäfte online abwickelt. Musik kaufen wir nicht mehr im Plattenladen, sondern mieten sie über Streaming-Dienste. Selbst physische Güter kaufen wir häufiger in Online-Geschäften und bezahlen – selbstverständlich – digital.

Die physische Form des Geldes, das Bargeld, rückt weiter und weiter in den Hintergrund. Schweden gehört zu den Vorreitern: Gut die Hälfte aller Transaktionen finden mit Geld in digitaler Form statt. Das ist vor allem praktisch. Schließlich braucht man keine schwere Geldbörse mit sich herumzuschleppen, sondern nur noch ein Stück Plastik – eine Karte. Zudem braucht es bei Transaktionen kein Wechselgeld. So manche Online-Banking-Anwendung ordnet den Kauf zudem noch automatisch nach Kategorie ein.

Ist eine bargeldlose Welt nicht eine einfachere? Warum brauchen wir die lästigen Papierscheine und schweren Münzen noch?

Anonymität bei Zahlungen

Auf den ersten Blick wirken digitale Zahlungen unkompliziert. Doch entgeht dabei auf diesen ersten Blick die komplexe Infrastruktur, die sich unsichtbar hinter einer digitalen Zahlung verbirgt. Diese stille Maschinerie fällt erst bei genauerem Hinschauen auf, oder wenn sie in die Knie geht.

Der fundamentale Unterschied zwischen einer Barzahlung und einer digitalen Zahlung ist nämlich, dass es für eine Zahlung mit Bargeld keiner finanziellen Institution bedarf. Digitale Zahlungen hingegen bedürfen eines Mittelsmanns. Dieser Intermediär hat Einsicht in die Geschäfte der Kunden.

Die Privatsphäre, die das Bargeld erlaubt, geht durch Kreditkarten- und Online-Zahlungen verloren. Es gibt dabei immer mindestens einen Beobachter.

Geld als Kontrollsystem

Die ursprüngliche Funktion des Geldes, das Medium zum Tausch, wurde im 2o. Jahrhundert massiv „erweitert“. Geld ist mittlerweile auch zu einem Kontrollsystem geworden. Das liegt vor allem an den finanziellen Institutionen wie (Zentral-)Banken und Zahlungsdienstleistern wie Visa und MasterCard.

Lies auch:  Podcast: Kryptowährungen für Einsteiger erklärt

Auf der einen Seite steuern Zentralbanken die Geldmenge und damit die Kaufkraft des Geldes. Auf der anderen Seite beobachten Mittelsmänner die Geldflüsse der Kunden. Außerdem sind Finanzinstitute in der Lage, Zahlungen zu zensieren, Konten einzufrieren und Querulanten aus der Wirtschaft auszuschließen.

Im Kontrast dazu benötigt die Verwendung von Bargeld keine Einverständniserklärung eines unsichtbaren Beobachters. Mit Bargeld kann jeder zahlen.

Die essentielle Frage der Kontrolle von Geld ist nun: „Wer hat die Macht, zu entscheiden, was erlaubt und verboten ist?“

Kryptowährungen: Die anarchistische Antwort

Das White Paper von Satoshi Nakamoto beginnt mit den Worten:

Eine reine Peer-to-Peer-Version elektronischen Geldes würde es ermöglichen, Online-Zahlungen direkt von einer Partei zur anderen zu senden, ohne dabei eine Finanzinstitution als Mittler zu benötigen.

Der Gedanke von Satoshi verkörpert den Geist der anarchistischen Cypherpunk-Bewegung: Keiner sollte die Macht haben, zu entscheiden, was erlaubt und verboten ist. Denn diese Macht wird unweigerlich missbraucht werden.

Satoshi Nakamoto beschrieb in seinem White Paper eine technische Lösung für das Problem der Mittelsmänner in der digitalen Zahlungswelt. Das Resultat ist Bitcoin – die erste Kryptowährung.

Kryptowährungen: Bargeld 2.0

Bitcoin & Co. sind anstößig für das etablierte Finanzwesen. Kryptowährungen entziehen den Institutionen die erkämpfte Kontrolle über Geldmenge und Überwachung der Geldflüsse. In dieser Hinsicht sind Kryptowährungen wie Bargeld: Die Nutzer können direkt miteinander handeln, ohne einen Mittler zu benötigen. 

Darüber hinaus sind Kryptowährungen digital und bringen die Bequemlichkeit, die auch heute schon elektronisches Geld ermöglicht. Das bedeutet, dass man keine physischen Münzen schleppen oder Wechselgeld parat haben muss. Sie verbinden also die Vorteile aus der Welt des Bargelds mit den Vorteilen des digitalen Zahlungsverkehrs.

Lies auch:  Bitcoin Faucets: Den Satoshis auf der Spur

Kämpfe für Deine finanzielle Freiheit!

Der Drang der Regierungen, das Bargeld abzuschaffen und den Zahlungsverkehr komplett zu digitalisieren, hat nichts mit altruistischen Motiven zu tun. Die Pläne für eine komplett digitale, von Staaten kontrollierte Geldeinheit, kommt aus dem machthungrigen Verlangen, sämtliche Aktivitäten in der Wirtschaft zu kontrollieren.

Systemgegner können per Knopfdruck ausgeschaltet werden. Neues Geld kann ebenfalls per Knopfdruck kreiert werden. Wer Systemgegner ist und wie viele Geldeinheiten die Wirtschaft benötigt, liegt dabei im Ermessen der Menschen an den Knöpfen.

Geld wird seit über 100 Jahren mehr und mehr zum Kontrollsystem. Die Machthaber werden sich nicht über Nacht ihres erzeugten Übels bewusst werden und ihren eingeschlagenen Weg ändern.

Wie Lord Acton bereits vermerkte:

„Macht korrumpiert, absolute Macht korrumpiert absolut!“

Satoshi hat uns allerdings eine Alternative gegeben. Seine Erfindung der Proof-of-Work-basierten Kryptowährung revolutioniert den digitalen Zahlungsverkehr, indem es die direkte, elektronische Übertragung von Werten ermöglicht. Wer Kryptowährungen nutzt, entzieht sich also der staatlichen Kontrolle und kehrt zu den positiven Eigenschaften des Bargelds zurück.

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