Echtheitsgarantie dank Blockchain: Polnische Bank Alior setzt auf Ethereum

Quelle: Shutterstock

Echtheitsgarantie dank Blockchain: Polnische Bank Alior setzt auf Ethereum

Die polnische Bank Alior will Kunden eine Echtheitsgarantie ihrer Dokumente bieten. Dabei setzt sie auf die öffentliche Ethereum Blockchain. Auf dieser will die Bank künftig Hashes, digitale Signaturen von Kundendokumenten, speichern. Mit dem Vorstoß antwortet Alior auf entsprechende Vorschriften des polnischen Gesetzes. Dieses verpflichtet Banken, Geschäftsunterlagen dauerhaft nachweislich zu sichern.

Die Sachbearbeiter polnischer Geldhäuser haben es nicht leicht. Denn jedes Geschäft, das eine Bank abschließt, bedarf einer dauerhaften Sicherung. Jeder Kunde wiederum muss stets Zugang zu diesen Geschäftsdokumenten besitzen. So schreibt es das polnische Gesetz vor. Eine Online-Datenbank jedoch reicht hierfür nicht aus. Das Ergebnis hiervon sind riesige Archive und Aktenberge.

Die polnische Bank Alior, eine der größten Banken des Landes, hat dies zum Anlass genommen, umzudenken. Nun verkündet die Bank eine für bisherige Lösungswege eher ungewöhnliche Antwort.

Wie die US-Wirtschaftsnachrichten Forbes am Montag, dem 17. Juni, berichten, will die Bank mit der Ethereum-Blockchain künftig auf öffentlich zugängliche Distributed-Ledger-Technologie setzen. Dabei wird Alior eines der ersten Finanzinstitute weltweit sein, die für die Verwaltung und Abwicklung von Daten einen solchen Public Ledger zum Zuge kommen lassen. Bisherige Anstrengungen im Bankensektor wie etwa vonseiten J.P. Morgans nutzen bisher zumeist private, in ihren eigenen Systemen geschlossene Permissioned Blockchains.

Mit der dauerhaften dezentralen Datensicherung geht Alior davon aus, nun alle gesetzlichen Vorgaben der polnischen Finanzaufsicht zu erfüllen. Gleichzeitig soll die Auslagerung der Dokumente Kunden eine Echtheitsgarantie bieten.

Unser Auftrag ist es, revolutionär zu sein. Deshalb wollen wir innovative Lösungen schaffen und anderen Banken dazu motivieren, uns zu folgen […] Während einige denken, dass dies unmöglich ist, zeigen wir, dass man eine öffentliche Blockchain sehr wohl [im Bankensektor] einsetzen kann,

gibt sich Tomasz Sienicki vom bankinternen Blockchain Center of Excellence selbstbewusst.

Wenn wir behaupten, dass Dokumente authentisch sind, kann dies jeder prüfen und bestätigen. Das ist mit einer privaten Blockchain so nicht möglich.

Alior: Hashes sollen Echtheitsgarantie liefern

Zum Einsatz kommen sollen dabei künftig Smart Contracts, die die Hashes von Kundendokumenten – deren digitale, mit Zeitstempeln versehene Signaturen – auf der Ethereum Blockchain verankern. Wollen Kunden deren Echtheit überprüfen, können sie die Hashes der Dokumente, die sie online von Alior erhalten, mit denen auf der Blockchain vergleichen. So können sie prüfen, ob die Dokumente in der Zwischenzeit bearbeitet worden sind.

Wir wissen genau, in welchem Ethereum-Block ein Dokument mit einem bestimmten Hash veröffentlicht worden ist […]. So können wir beweisen, dass das Dokument auf unseren Servern nicht ersetzt worden ist,

ist sich Aliors Blockchain-Architekt Piotr Adamczyk der Vorzüge seines Systems sicher.

Dadurch, dass die Blockchain einzig die Hashes, also eine Art digitalen Fingerabdruck der Dokumente, und keine unmittelbar personenbezogenen Daten speichert, steht der Vorstoß zudem in Einklang mit den Vorschriften der Europäischen Union. Deren Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) für Banken und Dienstleister etwa räumt das sogenannte „Recht auf Vergessen“ ein. Damit sollen Kunden ihre Daten jederzeit löschen können. Eine dauerhafte Speicherung ganzer Dokumente auf der Blockchain jedoch würde dies verhindern.

Aufgepasst: Der Kryptokompass ist das erste digitale Magazin für digitale Währungen und Blockchain-Assets. Er liefert dir monatlich exklusive Einschätzungen, spannende Insights und umfassende Analysen zur aktuellen Lage an den Blockchain- & Krypto-Märkten. Nur jetzt und nur solange der Vorrat reicht: Im Monatsabo inkl. GRATIS Bitcoin Whitepaper (Deutsche Fassung gedruckt)

 

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Reddit AMA zu Ethereum 2.0: Unmut über hohe Staking-Barrieren
Reddit AMA zu Ethereum 2.0: Unmut über hohe Staking-Barrieren
Ethereum

Vitalik Buterin, Cral Beekhuizen und Justin Drake, ihres Zeichens Entwickler und Forscher zu Ethereum 2.0, stellen sich in einem so genannten AMA den Fragen der Community. Der ging es vor allem um ungeklärte Fragen technischer Art und natürlich um Verdienstmöglichkeiten mittels Coin Staking im Zuge von Proof of Stake.

Vitalik Buterin: Fremdgehen mit der BCH Blockchain
Vitalik Buterin: Fremdgehen mit der BCH Blockchain
Ethereum

Der Gründer von Ethereum, Vitalik Buterin, bezieht erneut Stellung in der Skalierungsdebatte. Er macht den Vorschlag, auf die Bitcoin Cash Blockchain auszuweichen. Vorteile dieser Lösung lägen besonders in der sofortigen Implementierbarkeit. Es wäre aber dennoch nur eine Übergangslösung bis zum Release von Ethereum 2.0.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Die eigene DNA zu Geld machen: Start-up will Genmarkt mithilfe von DLT öffnen
Die eigene DNA zu Geld machen: Start-up will Genmarkt mithilfe von DLT öffnen
Blockchain

Das Start-up EDNA will mithilfe der Blockchain-Technologie mehr Menschen Zugang zum weltweiten Markt für DNA verschaffen. Gemeinsam mit dem Singapurer Finanzdienstleister WORBLI entwickelt das Unternehmen eine App, welche menschliches Erbgut sicher auf EOSIO-Blockchains registrieren und Nutzern gleichzeitig über Smart Contracts eine faire Aufwandsentschädigung zukommen lassen soll. Im Zuge intensiver Genforschung boomt der Handel mit menschlichen Genen derzeit. Für ihr Erbgut erhalten DNA-Spender jedoch oft nur einen Bruchteil des Marktwertes.

Bitcoin-Marktsentiment: Volatilität erreicht neue Höhen
Bitcoin-Marktsentiment: Volatilität erreicht neue Höhen
Bitcoin

Kraken veröffentlicht seine Marktanalyse für den Monat Juni. Demnach erreicht die Bitcoin-Volatilität wieder neue Höhen. Im selben Zug sei ein Fortsetzen des Kurstrends, der seit April dieses Jahres besteht, zu beobachten.

Gehackte Bitcoin-Börse BITPoint verspricht Entschädigungen für Kunden
Gehackte Bitcoin-Börse BITPoint verspricht Entschädigungen für Kunden
Sicherheit

Die gehackte Bitcoin-Börse BITPoints verspricht, ihre Kunden zu entschädigen. Das Ungewöhnliche daran: Die geprellten Kunden werden in Kryptowährungen ausgezahlt. Was ist von einer solchen Geschäftspraxis zu halten?

Bitcoin Suisse beantragt Schweizer Banklizenz
Bitcoin Suisse beantragt Schweizer Banklizenz
Regulierung

Bitcoin Suisse hat eine Schweizer Banklizenz und eine Effektenhändlerlizenz bei der Schweizer Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA beantragt. Damit will das Unternehmen ihr Produktporfolio weiter ausbauen.

Angesagt

Phēnix X1: Prototyp für Blockchain-Smartphone angekündigt
Mining

Mit Phēnix X1 gibt es offenbar einen ersten Prototypen für ein mining-fähiges Smartphone. Mit dem geplanten Modell soll es möglich sein, Kryptowährung zu schürfen. Außerdem wartet das Blockchain-Smartphone mit einer eigenen Krypto-Wallet auf.

Japan entwickelt offenbar „Swift“ für Bitcoin & Co.
Regulierung

Die Regierung Japans plant laut Medienberichten, ein SWIFT-ähnliches Netzwerk für den Zahlungsverkehr mit Bitcoin, Ripple, Ethereum und Konsorten zu entwickeln. Das Zahlungsnetzwerk soll unter anderem dazu dienen, Geldwäsche durch Kryptowährungen zu vermeiden.

„Bitcoin ist eine nicht aufzuhaltende Macht“ – Kongressdebatte stimmt bullish
Politik

Der Finanzausschuss des US-Kongresses tagte am gestrigen Mittwoch, dem 17. Juli, beinahe sechs Stunden. Auf der Tagesordnung standen Bitcoin, Libra & Co. Eines steht fest: Bitcoin ist auf der politischen Agenda angekommen.

Ernst & Young erhält 49 Mio. US-Dollar für Blockchain-Förderung
Blockchain

Ernst & Young, das global operierende Netzwerk selbstständiger Unternehmen, erhält einen 49 Millionen US-Dollar schweren Zuschuss für ihre „Intelligent Automation and Artificial Intelligence Services“. Diese Services sehen unter anderem Proof of Concepts für Künstliche-Intelligenz- und Blockchain-Lösungen vor. 

Du bist Anfänger und möchtest einfach in Bitcoin & Krypto investieren? Wir empfehlen eToro!

Warte mal kurz ... !

Kennst du schon unseren Newsletter? Wir versorgen dich kostenlos mit den spannendsten News der Krypto- und Blockchainszene: