Draufzahlen für’s Geldabheben – Sparkassen erheben Gebühr

Danny de Boer

von Danny de Boer

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Danny de Boer

Als Informatiker schaut Danny de Boer kritisch auf die Blockchain-Entwicklung und Kryptographie. Zwischen Komplexität und Hype erklärt er allgemeinverständlich und anwendungsbezogen. Seit 2014 berichtet er für BTC-ECHO aus der Krypto-Szene.

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Woman putting card in ATM cash machine

Quelle: © bignai - Fotolia.com

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In Zeiten von Niedrigzinsen greifen die Banken lieber nach unten als nach oben: Für ein großes Medienecho sorgte in den letzten Tagen die bereits intakte bzw. zukünftige Erhebung von Gebühren an Geldautomaten bei 40 der insgesamt 400 Sparkassen.
Neue Standbeine für Einnahmen schaffen

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2019 05:06 Uhr von Sven Wagenknecht

Neue Standbeine für Einnahmen schaffen

So berichtet das Internetportal biallo.de nach einer Recherche, dass rund 20 Sparkassen bereits beim ersten Mal Geld abheben “etwas Extra” haben wollen. Man könne dies durch den Wechsel auf ein anderes Kontomodell umgehen. Doch dies sei direkt mit höheren pauschalen Monatsbeiträgen verbunden.

Bei den restlichen 23 Banken wird man erst dann zur Kasse gebeten, wenn man mehr als zwei bzw. fünf Mal im Monat Geld abheben möchte. Geld für den wöchentlichen Einkauf auszahlen? Zusätzlich dann für das Kino am Wochenende, oder das Eis im Stadtpark? Das macht dann einen Euro pro Auszahlung!

Kann man nicht glauben? Die Sparkasse Wittgenstein, die Stadtparkasse Grebenstein und die Stadtparkasse Grebenstein machen es unter anderem vor.

Das marode System


Mit einer Technologie aus der Mitte des letzten Jahrhunderts (genau, den 50-ern, das ist jetzt kein Scherz) lässt sich nun mal wenig bewerkstelligen. Sparkassenverbandspräsident Fahrenschon ist eifrig dabei jeder Dienstleistung seiner untergebenen Sparkassen einen passenden Preis zukommen zu lassen. Dieses marode System ist nämlich zeitintensiv, alt und der ganze Aufbau muss ja auch irgendwie bezahlt werden.

Mit der Zeit gehen

Einen Euro hier für das Abheben von Bargeld. Dort dann 15 – 40 Cent für eine Online-Überweisung und am Ende ganze 24 Stunden auf eine SEPA-Überweisung warten – aber nur an Wochentagen, denn wenn der Arbeitgeber am Freitag Mittag seine Gehälter auszahlt, dann kommt das Geld für die Angestellten erst am Montag auf dem Konto an.

Umso surrealer wirkt diese ganze Entwicklung für alle die bereits mit digitalen Währungen in Kontakt gekommen sind. Hier sind Transaktionen in Echtzeit möglich! Bitcoin als größtes Beispiel digitaler Währungen braucht hier derzeit zwar etwas “lange“, doch im allgemeinen ist er schnell unterwegs.

Aufgrund der derzeitigen Block Size-Debatte dauert es mal etwas länger, doch im Grunde kann da kein traditioneller Dienstleister mithalten. In besten Zeiten schaffte das Bitcoin-Netzwerk Transaktionen innerhalb von 10 Minuten sicher zu bestätigen (eine sichere Bestätigung ist noch eine Stufe höher als die “normale” Bestätigung des Zahlungseingangs), lange Zeit galten 13-15 Minuten als Durchschnitt. Wegen der angesprochenen Debatte sehen wir solche Zeiten nur am Wochenende, durch Verlangsamungen im Netzwerk dauert es gut und gerne mal eine halbe Stunde.

Doch das ist ja bei weitem nicht alles! Bitcoin-Zahlungsabwickler verschnellern den Prozess gerne mal auf Echtzeit, Ethereum, die zweitgrößte Blockchain, benötigt von Haus aus auch nur einige Sekunden bis höchstens zwei Minuten. Ob da die SEPA-Überweisung mithalten kann?

Alternativen anbieten

Wer solche Vergleiche sieht, der mag vielleicht sauer werden, dass er für seine Überweisung im Kutschen-Tempo auch noch zahlen soll.

Die Alternative sieht wie folgt aus:

Bitcoin, Ethereum und Dash führen derzeit das Feld der Kryptowährungen an. Ein Konto, ein sogenanntes Wallet (engl. für Brieftasche/Portmoneé) zu erstellen kostet nichts! Egal wie lange man es hat.

Lediglich die Transaktionen kosten Geld, also wenn ich Geld an eine andere Person versende. Die Transaktionskosten [in Dollar] sind in dem Bild oben zu sehen. Diese Kosten werden an Millionen von Computern im Netzwerk aufgeteilt, die akribisch mit großer Geschwindigkeit jede einzelne Transaktion auf ihre Gültigkeit überprüft, damit kein Betrug entstehen kann. In Euro sehen wir also Transaktionskosten (oder “Überweisungskosten” wenn man das mit traditionellem Banking vergleicht) von:

  • 71 Cent für Bitcoin (leider derzeit wegen der Block Size-Debatte auf einem Rekordhoch, sonst auch immer weit unten, wie der Graph auf der linken Seite noch zeigt)
  • 14 Cent für Ethereum
  • 5 Cent für Dash

Und damit kann ich jedem auf der ganzen Welt Geld senden! Voraussetzung ist, der Gegenüber hat ein Wallet für dieselbe digitale Währung wie ich. Doch selbst wenn er eine andere digitale Währung hat, mit Diensten wie ShapeShift kann ich selbst diese Hürde überwinden. Es ist also egal ob ich meinem Kollegen zwei Städte weiter etwas schicke, oder wenn meine Eltern mir für den Urlaub in China was zukommen lassen: Es kostet einen Bruchteil, egal wie viel Geld ich versende und es ist unvergleichbar schnell da!

Kontos für jeden, effizient, sicher, dezentral – das ist schon mehr 2017!

Wie man ein Wallet erstellt:

BTC-ECHO


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