“Die Rente ist sicher” – Taugt Bitcoin für Langzeitinvestments?

Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 5 Minuten

Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp Giese arbeitet als Chief Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen. Zudem ist er zentraler Ansprechpartner im Discord-Channel von BTC-ECHO und pflegt als Speaker und Interviewer den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären.

Ideas for financial growth

Quelle: © Sergey Nivens - Fotolia.com

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Bitcoin, das digitale Gold, wird vermehrt auch in langfristigen Investment-Strategien genutzt. Ist das verfrüht oder sinnvoll?

Bitcoin ist einen weiten Weg gegangen: wir können einen Flug, ein Taxi oder Getränke in Bitcoin bezahlen. Auch ein Gehalt in Bitcoin zu bekommen ist nichts mehr wirklich neues. Könnte Bitcoin, wenn so viel damit gemacht werden kann, nicht auch unsere Sozialsysteme ändern, frei nach dem Motto be your own Rente? Über die Nutzung von Bitcoin im Rahmen eines bedingungslosen Grundeinkommens wurde schließlich schon viel diskutiert.


Letztlich kann man viel von den Ergebnissen dieser Diskussion auf die Rente übertragen. Der CEO von Chainfrog, Keir Finlow-Bates, hat sich hierzu geäußert:

“Wenn der Staat eine einheitliche Rente für alle einführt hat man es letztlich mit einem bedingungslosen Grundeinkommen für Rentner zu tun. Falls diese Rente proportional zu dem ist, was einzelne eingezahlt haben, wird es natürlich komplexer, da dann die Einzahlungen über einen langen Zeitraum betrachtet werden müssen. Natürlich meinen viele, dass das schon jetzt mit der Blockchain möglich ist. Da wir nicht genau wissen, wie Buchhaltungssysteme in zehn, zwanzig oder fünfzig Jahren aussehen werden, was sicherlich auch seinen Einfluss auf die Entwicklung der Blockchain-Technologie haben wird.”

Rente in Bitcoin

Das Wall Street Journal hat diesbezüglich über BitcoinIRA berichtet. Dabei handelt es sich nicht um einen Cypherpunk-affinen Kreis irischer Extremisten, sondern um ein Unternehmen, welches ihren Kunden Investments für ihre individual retirement accounts (hence IRA) basierend auf Bitcoin erlaubt. Anders als andere Bitcoin Investment Fonds müssen Kunden hier keine Gebühren für das Management, Holding oder ein Leistungshonorar zahlen müssen. Kunden können ihre Funds auch schnell abziehen.

Die Plattform arbeitet mit Experten aus dem Fintech-Bereich zusammen und garantiert so sichere, profitable Investments mit Bitcoin.

Edmund C. Moy ist der Hauptverantwortliche für Strategieentwicklung bei BitcoinIRA. Zum Alleinstellungsmerkmal seines Unternehmens äußerte er sich wie folgt:

“Wir sind die einzigen, die wirkliche Bitcoins in die Roth IRAs tun. Sollte Bitcoin signifikant ansteigen wird dieser Profit, solange man ihn gemäß der IRS-Bestimmungen nicht sofort auszahlen lässt, nicht versteuert. Wäre ich ein Vermögensverwalter wäre es meine oberste Bürgerpflicht, das Portfolio meines Klienten mit Bitcoin zu diversifizieren.”

Im jüngsten Investmentbericht der Firma blickt Moy äußerst positiv in die Zukunft von Bitcoin:

“2016 war ein gutes Jahr für Bitcoin IRA. Unsere Kunden haben im Durchschnitt einen Gewinn von über 40% gemacht – was natürlich an Bitcoin liegt. Die Volatilität ist gesunken und das gesamte Ökosystem um Bitcoin wird regulierter: Mit der Bestätigung unseres Geschäftsmodell seitens dem Wall Street Journal blicken wir optimistisch ins Jahr 2017.”

Bitcoin: Es geht nicht immer bergauf

Soweit klingt alles nach einem Himmel voller Geigen. Doch bei aller Begeisterung über den Anstieg in den letzten Monaten (der auch durch den Kursfall in den letzten Wochen beiliebe nicht völlig zunichte gemacht wurde) darf man nicht vergessen, dass Bitcoin weiterhin ein risikohaftes Investment ist. Man kann hier immer noch eine Menge Geld verlieren.

2013 hat Jack Tatar, seines Zeichens ehemaliger Finanzberater und aktueller CEO von GEM Research Solutions, ein Experiment gewagt: Er investierte 25.000 Dollar in einen so genannten Bitcoin Investment Trust.

Er berichtete über seine Erfahrungen: 50% seines Investment hat er mit dem Kurssturz, den Bitcoin erlebt hat, verloren. Gemäß Tatars Ausführungen wurde wahrscheinlich kein anderer Author jemals so oft “Trottel” genannt wie er seinerzeit.

Es stellt sich also die Frage: Kann man Bitcoin zur Aufbesserung oder Sicherung seiner Rente nutzen oder ist es dafür noch zu früh?

Bitcoin – ein Langzeit-Investment?

Eine vollkommen risikolose Strategie ist keine gute Basis für ein profitables Langzeitinvestment. Man sollte beim Aufsetzen der Investment-Strategie verschiedene Punkte durchdenken: das Alter, das erwartete Rentenalter, die Summe, die man zum Erhalt des gewünschten Lebensstandard benötigt, und eine Anzahl an Jahren, die man als Rentner plant, auf Erden zu verbringen.

Um es mit den Worten vom CEO von First Global Credit Gavin Smith zu sagen:

“Junge Leute können mehr Kapital in risikohafte Anlagen stecken. Je näher das Rentenalter rückt sollte man eher auf Sicherheit setzen. In der Hinsicht kann Bitcoin ähnlich wie Gold als Sicherung eines Teils der Pensionsersparnisse genutzt werden. Letztlich ist es sogar noch eine bessere Anlage als Gold, da hier zusätzliche Kosten wie die Lagerhaltung des Goldes nicht dazukommen.”

Gemäß Smith sollten jene, die an die Zukunft von Bitcoin glauben, durchaus for the long run drin sein, eine langfristige Anlage generieren und auch nicht bei einer dramatischen Marktkorrektur die Bitcoins dieser Anlage veräußern. Bitcoin ist letztlich eine Möglichkeit, in ein High Yield Investment Geld zu stecken. Natürlich kann man theoretisch einen signifikanten Anteil des in Bitcoin angelegten Geldes verlieren – auf der anderen Seite sind die möglichen Gewinne jedoch deutlich höher.

Wie ging die Geschichte von Jack Tatar weiter? Nun, Ende 2015 fing der Kurs wieder an zu steigen. Im Sommer 2016, als der Kurs im Zuge der DAO auf über 700 Dollar gestiegen ist, konnte Jack Tatar begeistert verkünden, dass die probeweise angelegten 25.000 Dollar das am Besten angelegte Geld war.

Natürlich sollte man sich auch der Probleme, die diese Wertanlage mit sich bringen kann, bewusst sein. Die Behörden, die die Finanzen regulieren, sind sich bezüglich Bitcoin immer mal wieder unsicher, wie nun Bitcoin genau zu bewerten ist. Und neben grandiosen Bullenrallies haben wir bei Bitcoin auch grandiose Preisstürze gesehen.
Ja, Bitcoin ist eine Risikoanlage. Es handelt sich jedoch auch um eine Anlage, mit der man im Zweifelsfall Sitzfleisch beweisen kann. Ohne Gebühren kann man ein schlechtes Investment auch einfach mal abwarten.

Letztlich ist es mit Bitcoin wie mit anderen Anlagen: Sie sind ein Wert, der im Auge behalten werden muß. Man wird nicht bzw. nur mit viel Glück Geld machen, indem man Geld in Anlagen steckt und abwartet.

BTC-ECHO

Englische Originalversion von Alicia Naumhoff via CoinTelegraph

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