Die Lage am Mittwoch: Was würde Satoshi sagen?

Quelle: shutterstock (2)

Die Lage am Mittwoch: Was würde Satoshi sagen?

Die Bitcoin-Nachrichtenlage ist derzeit vor allem von zwei Themen bestimmt: Manipulation und Regulierung. Ob der Bitcoin-Kurs und der angebliche Stable Coin Tether nur Ergebnis und Werkzeug von Wall-Street-Walen sind, daran scheiden sich momentan die Geister. Auf der anderen Seite sind es Regierungen, die versuchen, einigermaßen einheitliche Regelwerke zu schaffen – und sich damit bisweilen schwer tun. Da fragt man sich: Was würde wohl Satoshi Nakamoto sagen? Die Lage am Mittwoch.

Der Bitcoin-Kurs hängt nach wie vor in den Pranken der Bären fest. Die Stimmung an den Märkten war sicher auch schon besser – und das darf einen streng genommen nicht verwundern. Da gibt es nach wie vor jene Stable Coins, die ihrem Namen nach Stabilität in das Ökosystem bringen wollen. Und obwohl erst kürzlich ein Bericht veröffentlicht wurde, der genau das widerlegen soll, schwelt der Manipulationsverdacht nach wie vor im Raum. Und es geht noch weiter: Wie Anthony Pompliano und Travis Kling eindrücklich dargelegt haben, gibt es in diesem Zusammenhang offenbar noch Wall-Street-Wale, die versuchen, sich das Bitcoin-Ökosystem einzuverleiben.

Kühle Köpfe in heißen Zeiten

Von unlauteren Methoden ist die Rede, durch die jene großen Fische – zumindest der Theorie nach – geschickt die Buy- und Sell-Orders beobachten, um dann im richtigen Moment zuschlagen zu können. Private Anleger müssen hier auf der Hut sein, und ihre Trading-Strategien wohlüberlegt angehen. Und wichtiger noch: Sich nicht von Emotionen treiben lassen. Denn FUD und FOMO sind nach wie vor die schlechtesten Ratgeber, wenn es ums Trading geht: lieber einen kühlen Kopf bewahren.

Regulierung muss nicht schädlich sein – wenn sie funktioniert

Denn die Regierungen und Behörden geben sich nach wie vor Mühe, für mehr Stabilität im Ökosystem zu sorgen. Und wenn die bürokratischen Mühlen auch langsam mahlen, so kommt doch (hoffentlich) auch etwas dabei heraus. Zwar tut sich die US-amerikanische Börsenaufsichtsbehörde SEC nach wie vor schwer mit ihrer Entscheidung zu den Bitcoin-ETF. Doch auf europäischer Seite kommt die Sache langsam ins Rollen.

Hier sind es zunächst die Nachbarn aus der Schweiz, die nun offenbar an einer kryptofreundlicheren Regulierung arbeiten wollen. Denn, so die Befürchtung, ist es aktuell der schwere Zugang zum schweizerischen Bankensystem, der einen Abzug von Blockchain-Unternehmen provoziert. Und auch auf deutscher Seite gibt es erste Fortschritte zu verbuchen. Nach langem Kampf mit der BaFin hat es Bitwala hierzulande nämlich geschafft, die Bitwala Card auf den Markt zu bringen –und damit einen Grundstein für eine Brücke zwischen Krypto- und Fiatsystem gelegt.

Der Haken an der Sache

Wenn es auch durchaus positive Signale sind, die von europäischer regulatorischer Seite gesendet werden, haben sie doch einen Haken. Zumindest wenn man es vom Standpunkt Satoshi Nakamotos sieht, der ursprünglich eine dezentrale Peer-to-Peer-Währung schaffen wollte, die ohne Mittelsmann auskommt. Denn was hier streng genommen passiert, ist eine Rezentralisierung der Dezentralität. Hört sich zugegeben komplizierter an, als es sein muss: Indem sich Banken und Behörden zwischen die Menschen und ihre Bitcoin zwängen, bekommt das Ökosystem wieder die Mittelsmänner verpasst, von denen es sich doch ursprünglich trennen wollte. Und hier sind sie wieder: die Gespenster der Dezentralisierung.

Anders betrachtet

Doch auch darüber kann man hinwegsehen. Wendet man seinen Blick auf das gesamte Ökosystem, kann man eine gewisse Aufbruchstimmung nicht ignorieren. In den arabischen Emiraten widmet sich zum Beispiel Dubai einem neuen Blockchain-Zahlungssystem, um zur schlausten Stadt der Welt zu werden. Selbst Risikokapitalfirmen beginnen langsam (aber sicher), in Blockchain-Unternehmen zu investieren. IBM feilt derweil weiter an neuen Patenten, während auch der Bitcoin-Core-Bug weitestgehend behoben scheint. Selbst in der Unterstützung von Geflüchteten soll die Blockchain-Technologie bald zum Einsatz kommen.

Diese Aufbruchstimmung lässt ein starkes Wachstum in den kommenden Jahren in greifbare Nähe rücken. Dann lassen auch die Bären den Bitcoin-Kurs wieder in Ruhe. Denn selbst Sir Howard Davies von der Royal Bank of Scotland verriet BTC-ECHO im Interview:

„Die Kurse werden wieder anziehen.“

Bis dahin bleibt die Devise: kühlen Kopf bewahren.

Eine letzte Sache

Bleibt noch eine Frage zu klären: Was würde wohl Satoshi sagen? Nun, auf Anfragen von BTC-ECHO reagierte er bisweilen leider nicht. Doch in Anbetracht der Tatsache, dass er uns bereits jenes Ökosystem hinterließ, mit dem wir alle Hände voll zu tun haben, würde er sich vielleicht einfach nur wiederholen und sagen:

„Ich werde mich jetzt anderen Dingen widmen.“

BTC-ECHO

Ähnliche Artikel

Privatsphäre ist kein Verbrechen
Privatsphäre ist kein Verbrechen
Kommentar

Die Privatsphäre im 21. Jahrhundert schwindet zunehmend. Informationen werden überall abgegriffen und ausgewertet, bei Facebook, Google, Amazon und auch Bitcoin.

So sieht die neue Welle des Bitcoin-Bashings aus
So sieht die neue Welle des Bitcoin-Bashings aus
Kommentar

Vermeintliche Experten, die Bitcoin für tot erklären möchten, haben wieder Hochkonjunktur.

Bitcoin in der Todesspirale – Zur Prognose Atuyla Sarins
Bitcoin in der Todesspirale – Zur Prognose Atuyla Sarins
Insights

In einem Blog-Beitrag auf MarketWatch gibt sich Atuyla Sarin siegessicher: Der Universitätsprofessor sieht Bitcoin gefangen in einer toxischen Spirale aus sinkenden Kursen und zu hohen Mining-Kosten.

Newsletter

Die besten News kostenlos per E-Mail

Finde einen Job mit Zukunft

    Aktuell

    Blockstream veröffentlicht Blockchain Explorer Software, Esplora
    Blockstream veröffentlicht Blockchain Explorer Software, Esplora
    Bitcoin

    Blockstream veröffentlichte am 6. Dezember 2018 die Software hinter ihrem neuen Blockexplorer.

    Die Lage am Mittwoch: Bitcoin à la carte
    Die Lage am Mittwoch: Bitcoin à la carte
    Kolumne

    TenX lanciert die Krypto-VISA-Karte, während Konkurrent MasterCard ein Patent für einen Bitcoin-Tumbler anmeldet.

    Hochbegehrt, rar gesät: So findet man die besten Blockchain-Entwickler
    Hochbegehrt, rar gesät: So findet man die besten Blockchain-Entwickler
    Szene

    Kinderschuhe hin, Kinderschuhe her: Die Entwicklungen im Blockchain-Sektor legen auch in einem angeschlagenen Krypto-Markt keine Pause ein, im Gegenteil.

    UNICEF vergibt 100.000 US-Dollar an Blockchain-Start-ups
    UNICEF vergibt 100.000 US-Dollar an Blockchain-Start-ups
    Funding

    Im Januar rief das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen einen Wettbewerb aus, bei dem sich humanitär orientierte Blockchain-Start-ups um Finanzmittel durch den UNICEF bewerben konnten.

    Angesagt

    KingMiner: Der neue König des Cryptojacking
    Altcoins

    Das Cybersecurity-Unternehmen Check Point legt in einem Research-Artikel die Erkenntnisse über den neusten Cryptojacker offen.

    Breaking: TenX lanciert Kreditkarte
    Krypto

    In einem YouTube-Statement gab TenX-Gründer Julian Hosp den Startschuss für die lang ersehnten Kreditkarten.

    Bitmain schließt Forschungszentrum in Israel
    Unternehmen

    Bitmain sieht sich aufgrund sinkender Umsätze dazu gezwungen, ein Forschungszentrum in Israel zu schließen.

    YGC: 200-Millionen-US-Dollar für aktive Blockchain-Projekte
    Funding

    Nach den Verheißungen des Bullenmarkts 2017 haben Krypto- und Blockchain-Start-ups im Laufe des Jahres 2018 hochskaliert.