Die Lage am Mittwoch: Bitcoin und der Kampf gegen Banken

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Die Lage am Mittwoch: Bitcoin und der Kampf gegen Banken

Bitcoin war angetreten, um etwas Aufwind in das verstaubte Finanzsystem zu bringen. Dafür war jenes mehr als bereit: Die Pleite der Lehman Brothers, Misstrauen in das Bankensystem und das Platzen der Immobilienblase war der ideale Nährboden für eine dezentrale Kryptowährung. Nun, knapp neun Jahre später, sieht die Lage wieder etwas anders aus. Von Bitcoin, Banken und der Suche nach Dezentralisierung.

ong>afür war jenes mehr als bereit: Die Pleite der Lehman Brothers, Misstrauen in das Bankensystem und das Platzen der Immobilienblase war der ideale Nährboden für eine dezentrale Kryptowährung. Nun, knapp neun Jahre später, sieht die Lage wieder etwas anders aus. Von Bitcoin, Banken und der Suche nach Dezentralisierung.

Es scheint, als ob derzeit überall Brücken gebaut werden. Sie alle sind dem Versuch geschuldet, das so oft als „traditionell“ bezeichnete Finanzysystem mit jenem „neuen“ Krypto-Ökosystem zu verkuppeln. Da verbindet sich der Gedanke der Dezentralität mit der Idee einer zentralen Steuerung von Währungen und findet nicht so recht zusammen. Die Lage am Mittwoch.

Die neuen Bitcoin-Brücken

Bitwala sorgte in der vergangenen Woche für Wirbel in der Krypto-Community. Mit ihrer Bitwala Card und dem dazugehörigen Bankkonto konnten sie zum Launch ihrer Aktion 30.000 Kunden in der Voranmeldung überzeugen. Diese können ihr Konto folglich nutzen, um zwischen Kryptowährungen und Fiatwährungen zu wechseln, ohne Umwege über Drittanbieter gehen zu müssen.

Ein ganz ähnliches Vorhaben geht derzeit von schweizerischem Boden aus. Hier ist es das Unternehmen SEBA, das insgesamt 103 Millionen Euro einsammeln konnte. Das Ziel ist hier ein ganz ähnliches wie bei Bitwala: Zahlungstransfers anbieten, die Kryptowährungen mit Fiat verbinden.

Damit wagen beide den Spagat zwischen Krypto und Fiat und nehmen dabei den umständlichen Weg auf sich, die Regulierungsbehörden von ihrem Vorhaben zu überzeugen. Doch die Dimensionen sind damit noch lange nicht ausgereizt.

Goldman Sachs & Ripple: Zahlungsraum transformieren

Auch Bankenriese Goldman Sachs erkennt sie, jene Zeichen der Zeit: Als Unterstützer der Veem-Plattform will man hier nichts Geringeres als den SWIFT-Standard abschaffen. Mit 80.000 Unternehmen in insgesamt 96 Ländern hat das Vorhaben jedenfalls eine breite Basis an Kunden, mit der sie dem etablierten Zahlungstransfer den Kampf ansagen. Damit stehen sie jedoch bei Weitem nicht allein auf weiter Flur.

Denn bei den Schlagworten „SWIFT-Standard abschaffen“ und der damit einhergehenden Transformation des globalen Zahlungsraumes dürfte bei einigen Kennern der Krypto-Szene etwas klingeln. So ist es doch jener altbekannte „Bankencoin“, Ripples XRP, der sich eben dieses Vorhaben auf die Fahnen geschrieben hat. Mit dem kürzlich gegebenen Startschuss für xRapid scheint dieses Ziel in etwas greifbarere Nähe gerückt zu sein.

Unterstützer gibt es hinter Galleonsfigur Brad Garlinghouse viele. Doch es gibt auch einige, die sich abwenden und nach dezentrale(re)n Alternativen Ausschau halten. Allen voran Ripple-Mitgründer Jed McCaleb, der momentan dabei ist, einen Großteil seiner gesammelten XRP zu veräußern.

StellarX: Die dezentrale Konkurrenz

Ebenjener JedMcCaleb ist es auch, der seinerzeit daran beteiligt war, Stellar ins Leben zu rufen. Mit StellarX, der neuen GUI des Projektes, bekommt Ripple momentan hochkarätige Konkurrenz von dezentraler Seite. Mit diesem Projekt schafft sich die Stellar-Community nicht nur einen Use Case für die plattformeigene Kryptowährung. Denn schaut man genau hin, kann man hier auch einen Befreiungsschlag gegen die Abhängigkeit von Bitcoin einerseits und Ripple andererseits erkennen.

Schafft es StellarX, sein Projekt durchzusetzen, stehen die Chancen jedenfalls gut, sich gegenüber der zentralisierten Konkurrenz seitens Ripple durchzusetzen.

Dezentralisierung vs. Zentralisierung

Das ist (nach wie vor) die derzeitige Lage im Bitcoin-Ökosystem. Auf der einen Seite haben wir zentralisierte Unternehmen, die versuchen, jene Bitcoin-Brücken zu basteln. Es sind „Big Player“ wie Goldman Sachs oder Ripple, die versuchen, den SWIFT-Standard abzuschaffen und den „internationalen Zahlungsverkehr“ zu revolutionieren.

Auf der anderen Seite haben wir Ansätze, die (zumindest dem Anschein nach) die Grundidee der Dezentralität verfolgen. Keine Frage, auch diese Vorhaben sind nicht von reinstem Idealismus geleitet. Doch sind sie, zumindest im Sinne einer Dezentralisierung des globalen Finanzsystems, deutlich näher an der Idee hinter Satoshi Nakamotos Bitcoin.

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