Die ICO Governance Foundation, Waves und die Idee der Selbstregulierung von ICOs

Phillip Horch

von Phillip Horch

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Phillip Horch

Phillip Horch ist Chef vom Dienst von BTC-ECHO und für die Strukturierung und Planung der redaktionellen Inhalte verantwortlich. Er ist Diplom-Journalist und hat einen Master-Abschluss in Literatur-Kunst-Medien.

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Quelle: Blockchain ICO vector illustration. Initial coin offering. IT startup crowdfunding. Hands with bitcoin and ethereum. Cardboard box with cash. via shutterstock

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Die Blockchain-Plattform Waves arbeitet derzeit mit anderen Unternehmen aus der Blockchain-Industrie wie der ICO Governance Foundation an einem Entwurf für einen selbst-regulierten ICO-Markt. Was dabei durchscheint, ist wie alte Strukturen auf neue Technologien treffen.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Tanja Giese

Wie gestern in einem Blogpost angekündigt, wird Waves zusammen mit Deloitte CIS, der ICO Governance Foundation und dem Ethereum Competencies Centre arbeiten. Sie wollen gesetzliche und steuerliche Standards, aber auch Richtlinien für die Rechnungsführung und sonstige Finanzbereiche bei ICOs schaffen. Sie reagieren dabei auf die momentane unregulierte Flut an ICOs und bauen dabei unter anderem auf bereits bestehende Vorschläge der ICO Governance Foundation auf.

Das Gremium soll in der Schweiz ihren Hauptsitz haben und sich für ICO-Plattformen, Börsen und Blockchain-Plattformen zur Zusammenarbeit anbieten. Einer ihrer Partner, die ICO Governance Foundation, verfolgt dabei einige interessante Ansätze, die im Folgenden kurz vorgestellt werden.

Die ICO Governance Foundation und der anarchische ICO-Markt


In ihrem White Paper geht die ICO Governance Foundation zunächst davon aus, dass die Community rund um ICOs in der Lage ist, sich mittels Protokollen und Blockchain-Plattformen selbst zu regulieren. Der momentane Markt ist bereits dezentralisiert und doch verbunden – eine Eigenschaft der Blockchain, die unserer Lebenswirklichkeit bisweilen zu widersprechen scheint. Dezentralität trifft dabei auf durch Landes-, Sprach- und Kulturgrenzen separierte Staaten, denen die Technologie (teilweise) über den Kopf wächst. Die ICO Governance Foundation schlägt dahingehend treffenderweise eine Selbstregulierung vor.

Hierbei handelt es sich jedoch keinesfalls um anarchistische Utopien. So gibt die ICO Governance Foundation durchaus zu bedenken, dass die Industrie, wie sie momentan besteht, nicht die zuverlässigsten „Behörden“ bietet. Bestehend aus Online-Foren, Chats, Börsen und ICO-Rating-Agenturen gibt es ein weites unreguliertes Feld. Wenn sich dahingehend gewisse Interessensgruppen bilden würden, die Informationen verstecken wollten oder diese falsch darstellten, mache dies den Markt manipulierbar, so die Vereinigung.

Da kommt dann doch recht schnell wieder der Ruf nach einer Art Behörde auf, irgendeiner Instanz, die das ganze Geschehen kontrolliert. Dass es sich dabei um technologische Instanzen handeln kann, liegt beim momentanen Stand der Industrie nahe. Man bedenke die Möglichkeiten von Blockchain-Technologie und Smart Contracts – dezentalisierte „Behörden“, die den ICO-Markt selbst regulieren.

Probleme und Lösungsansätze

Das Hauptproblem momentan ist es laut White Paper, dass es durch die Dezentralität eine unregulierte Streuung gibt. ICOs breiten sich aus und keiner hat es so richtig im Griff, geschweige denn den Überblick. Dass es dabei immer wieder zu Scams kommt, ist ebenso naheliegend wie die dahinter liegende Verlockung, schnelles Geld zu machen. So stehen vor allem Fragen des dezentral regulierten Vertrauens und der Transparenz auf der Agenda der Initiative.

Was man an angerissenem Problem deutlich erkennen kann, ist eine rasant anschwellende Technologie, die auf alte Strukturen trifft. Die Entwicklung der Termingeschäfte, oder auch Futures, die momentan vonstatten geht, illustriert diesen Clash. Es wird also versucht, ein neues System mit alten Marktmechanismen zu synchronisieren. Dass alteingesessene Big Player da ihre Bedenken haben, darf einen dahingehend also nicht verwundern.

Da trifft ein dezentralisierter, unregulierter internationaler Kryptomarkt auf territorial, sprachlich und gesetzlich voneinander getrennte Einzelstaaten. Hinzu kommt erschwerend, dass davon viele nicht so richtig wissen, wie sie mit der neuen Situation umgehen sollen. Die Idee, einen selbstregulierenden Markt zu schaffen, scheint dahingehend passender, als im alten Muster von absolutem Verbot oder Aneignung zu denken. Es kommt also noch viel Arbeit auf Waves, die ICO Governance Foundation und andere Marktinsider zu. Auch die Staaten und ihre Regierungen müssen sich eher früher als später der Frage nach einer passenden Regulierung stellen. Denn die Entwicklung der Technologie lässt sich nicht aufhalten, Behörden und Unternehmen dürfen den Anschluss nicht verlieren. Es gilt also wie immer: Es bleibt spannend.

BTC-ECHO


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