Die 10 größten Mythen über Kryptowährungen – Teil 9

Die 10 größten Mythen über Kryptowährungen – Teil 9

In der Reihe „Die 10 größten Mythen über Kryptowährungen“ möchten wir uns die 10 meistverbreiteten Behauptungen bezüglich Kryptowährungen und deren Chancen und Risiken einmal genauer anschauen. Dabei werden wir uns täglich einen neuen Mythos vorknöpfen und diesen auf Richtigkeit prüfen.

Mythos 9: Die Volatilität von Kryptowährungen macht Investments unattraktiv

Eines der Argumente, die häufig gegen das Investieren in Kryptowährungen vorgebracht werden, ist: „Da gibt es so hohe Preisschwankungen und keiner weiß, wie es da morgen, in einer Woche oder in einem Monat aussieht. Lassen wir mal lieber die Finger davon.“ Doch sind die Preisentwicklungen am Krypto-Markt wirklich ein Grund, sich gegen Krypto-Investments zu entscheiden? Betrachten wir die Situation mal genauer.

In der Tat ist die hohe Volatilität an den Märkten derzeit nicht von der Hand zu weisen. Die gesamte Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen hat sich allein seit Beginn dieses Jahres verfünfzehntfacht – das entspricht einem Anstieg von 1400 %. Zieht man den Bitcoin als Krypto-Pionier heraus, hat man noch immer eine Wertsteigerung um mehr als 6.000 Euro, als er ausgehend von einem Kurswert von etwa 800 Euro im Januar dieses Jahres bis zu einem vorläufigen Allzeithoch von 7.000 Euro angestiegen ist.

Diese absoluten Zahlen sprechen aber keine ganz eindeutige Sprache. So kann man sich den Kursanstieg von Bitcoin und anderen Kryptowährungen nicht als lineare Gerade vorstellen, die an einem bestimmten Ausgangspunkt anfängt und daraufhin kontinuierlich nach oben zeigt. Volatilität bedeutet vielmehr ein ständiges Auf und Ab, inklusive Phasen der Stagnation. Kritiker könnten dazu meinen, gerade diese Unsicherheiten erschwerten Krypto-Investments, da man nie wissen könne, welcher Zeitpunkt sich am besten zum Einstieg eigne oder wann man wohlmöglich noch eine Kurskorrektur abwarten solle.

Dabei kann eine hohe Volatilität auch Vorteile für Investoren mit sich bringen. Gerade Day-Trader, die zu jeder Zeit bereit sind, ihre Coins zu kaufen und zu verkaufen, können durch hohe Schwankungen schnelle Profite machen. Zudem sind größere Ausschläge fast immer mit äußeren Ereignissen wie regulatorischen Maßnahmen oder einer anstehenden technischen Neuerung in Verbindung zu bringen. Wer stets informiert und im Bilde ist, bleibt hier also klar im Vorteil und kann die Volatilität besser einordnen.

Darüber hinaus steht es nicht in Stein gemeißelt, dass sich diese hohe Volatilität auch in Zukunft fortsetzen wird. Der Krypto-Markt ist derzeit – trotz des radikalen Anstiegs – noch immer vergleichsweise gering kapitalisiert und sehr anfällig für plötzliche Richtungsänderungen. Es besteht Grund zur Annahme, dass sich die Volatilität bei einer höheren Marktkapitalisierung normalisieren und eventuell zu den Verhältnissen der Jahre 2015 und 2016 zurückkehren wird – in diesen Jahren hatte der Bitcoin eine geringere Volatilität als Erdöl und Erdgas.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass das Problem der Volatilität zwar real ist, sich bei genauerem Hinschauen aber vielleicht gar nicht zwingend als Problem darstellen muss. Schwankungen können dem Investor auch nutzen, zudem werden diese bei fortlaufendem Bestehen von Kryptowährungen immer kleiner werden. Und trotz aller Schwankungen haben sich Bitcoin und Co. nach jeder Talsohle stets zu einem neuen Höchststand aufgemacht. Die langfristige Entwicklung zeigt also nach oben, was auch Langzeit- oder risikoaversen Investoren Sicherheit geben könnte.

BTC-ECHO

Über Tobias Schmidt

Tobias SchmidtTobias Schmidt ist seit August 2017 als Redakteur im Team von BTC-ECHO tätig. Sein Fachgebiet im Krypto-Bereich sind die vielen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

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